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Hennigsdorf Eine Chance auf dem Arbeitsmarkt
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Eine Chance auf dem Arbeitsmarkt
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17:11 23.10.2019
Pur-Koordinator Steffen Leber (2.v.r.) und Integrationsmanagerin Svetlana Martin (r.) mit Langzeitarbeitslosen, die bei der Pur eine Chance erhalten. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Es war eine illustre Runde, die sich da am Dienstagmorgen vor dem Nachbarschaftstreff in dem Hennigsdorfer Albert-Schweitzer-Viertel versammelt hatte. Neben dem hiesigen Bürgermeister Thomas Günther waren auch Hohen Neuendorfs Bürgermeister Steffen Apelt sowie die Amtskollegen Stephan Zimniok aus Birkenwerder oder Peter Leys aus Oberkrämer gekommen. Auch der Landtagsabgeordnete Andreas Noack (SPD) war gekommen, genau wie Tim Weimer, Leiter des Jobcenters Oberhavel.

Es war der Auftakt zur alljährlichen Informations- und Pressetour der Arbeitsmarktinitiative Oberhavel-Süd – ein kommunales Bündnis, das sich seit 22 Jahren um Langzeitarbeitslose kümmert. „Sozialwirtschaft ist dazu da, den Leuten, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, Beschäftigungsangebote zu geben, die auch regionalen Nutzen haben. Ob es im Nachbarschaftstreff ist, für die saubere Stadt oder die Herstellung von Freizeitmöglichkeiten“, erklärte Kerstin Thiele, Chefin der Gesellschaft für Arbeitsförderung Beschäftigung und Strukturentwicklung mbH (ABS) in ihrer kleinen Auftaktrede. Die Menschen im Programm seien mindestens sechs Jahre lang Leistungsempfänger.

Der Barfußpfad in Nieder Neuendorf wurde von Langzeitarbeitslosen errichtet. Quelle: Marco Paetzel

Die ABS-Chefin habe sich darüber gefreut, dass die Große Koalition das Teilhabechancengesetz ab 2019 umsetzen will, sie können bis zu fünf Jahre gefördert werden – bis zu 150 000 Arbeitsplätze sollen deutschlandweit geschaffen werden. Rund 1000 Arbeitsplätze sind bereits im Land Brandenburg entstanden. Im Landkreis Oberhavel, der rund zwei Millionen Euro für die Umsetzung bekomme, klappe das aber noch nicht. Das Problem: Das Jobcenter lehne viele Anträge auf die neue Förderung schlicht ab, weil die Menschen bereits in Maßnahmen waren, gute Beurteilungen haben und nun eher in den ersten Arbeitsmarkt sollen.

Rund 8000 Arbeitssuchende gebe es im Landkreis Oberhavel derzeit. „Die Menschen, die wir betreuen, haben es aber noch deutlich schwerer, Arbeit zu finden“, so Thiele, die darauf pocht, die Leute mit dem neuen Programm weiter fitzumachen. Allein bei der ABS habe es in den vergangenen Jahren rund 20 Langzeitarbeitslose im Programm – heute sind es fünf bei der ABS und drei bei der Pur. „Es geht darum, Leute weiterzuentwickeln und nicht in ein Instrument für Langzeitarbeitslose zu schieben“, argumentierte dagegen Jobcenter-Chef Tim Weimer. Der Landtagsabgeordnete Andreas Noack forderte, dass sich ABS und Jobcenter bis Ende des Jahres auf eine Lösung verständigen. „Wenn das Jobcenter keine Alternative für die Leute hat, muss das Förderinstrument der ABS zum Zug kommen.“

Die ABS stellte ihre Projekte vor. Quelle: Marco Paetzel

Wie es laufen kann, zeigt Markus Krause aus Velten. Der 32-Jährige war seit sieben Jahren aus gesundheitlichen Gründen arbeitslos und ist heute bei der Pur Integrationslotse. „Man wird hier nicht als Mensch zweiter Klasse behandelt. Und anderen zu helfen, macht stolz und hat mir Selbstwertgefühl gegeben“, so der junge Mann. Nun will er eine Umschulung zum Fachinformatiker machen und endlich durchstarten.

Von Marco Paetzel

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