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Hennigsdorf Ex-Praktikant soll Kind gewürgt haben
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Ex-Praktikant soll Kind gewürgt haben
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01:15 02.05.2019
In der Kita „Traumland“ soll ein Ex-Praktikant Kinder gewürgt haben. Auch wegen sexuellen Missbrauchs wird ermittelt. Quelle: ENRICO KUGLER
Hennigsdorf

Eigentlich war ihr Kind schon lange trocken. Doch im März plötzlich pullerte es nachts wieder ein. Dreimal hintereinander. „Hätte mich die Kitaleitung informiert, hätte ich gewusst, warum das passiert ist“, sagt eine Mutter, deren Kind in die Zuckertütenclub-Vorschulgruppe der Hennigsdorfer Kita „Traumland“ geht. Jener Kita, in der gegen einen Schülerpraktikanten wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt wird.

Der Fall schlug hohe Wellen, die Mutter wandte sich nun mit ihrem Fall an die MAZ. Weder ihr Name noch der ihres Kindes sollen in der Zeitung zu lesen sein, die Hennigsdorferin befürchtet unangenehme Folgen. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie den Schilderungen ihres Kindes nicht mehr Glauben schenkte: Es erzählte ihr im März, dass besagter Schülerpraktikant es gewürgt habe – beim Fußballspielen, aus heiterem Himmel.

Der Praktikan habe aus heiterem Himmel gewürgt

Eine andere Mutter habe ihr erzählt, dass ihrem Kind mit dem Praktikanten Ähnliches passiert sei. Diese Mutter wiederum habe die Schilderungen ihres Kindes ernster genommen. „Sie ist gleich zur Leitung gegangen mit der Bitte, dass man auch mich darüber informiert. Das ist leider nicht passiert.“ Als sie ihren Sohn Anfang April nochmal nach dem Würgen fragte, schilderte er noch zwei weitere Übergriffe des Praktikanten, beim Rutschen über den Boden im Raum und in der Puppenecke. „Da hat es mir gereicht.“ Am 3. April erstattete sie mit ihrem Kind Anzeige bei der Polizei. Dort schilderte es die Vorgänge nochmal genau so – Zweifel an der Aussage habe die Hennigsdorfer Mutter deshalb keine. „Mein Kind sagt die Wahrheit, da bin ich sicher.“

Die Kitaleitung wiederum habe behauptet, dass das Würgen immer beim wilden Spiel passiert sei. „Außerdem schob die Leitung die Schuld in die Schuhe der Kinder, weil sie sich nicht an die Erzieher gewandt hätten“, sagt die Mutter. Dass gegen den Praktikanten nun auch wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt werde, davon habe die Hennigsdorferin erst aus der Zeitung erfahren. „Die Leitung ließ uns im Glauben, dass der Praktikant wegen des Würgens von der Kita geflogen ist“, sagt die Mutter, die kein Vertrauen mehr in die Leitung habe.

Die Stadtverwaltung hat dem Ex-Praktikanten Hausverbot erteilt

Die Hennigsdorfer Stadtverwaltung, die grundsätzlich für die städtischen Kitas spricht, will den Vorfall nicht weiter kommentieren. „Alles, was wir zu dem Fall sagen konnten haben wir gesagt“, erklärt Ilona Möser, Sprecherin der Verwaltung. Martin Witt, stellvertretender Bürgermeister, hatte in der vergangenen Woche unter anderem erklärt, dass der Praktikant Hausverbot in allen Kindereinrichtungen der Stadt habe, zudem wolle die Verwaltung keine Schülerpraktikanten mehr im Kita-Bereich anstellen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werde man nicht jede weitere Einzelanzeige kommentieren. „Das heißt aber nicht, dass wir damit nicht respektvoll umgehen. Wir wollen aber die Ermittlungen der Polizei nicht behindern“, so Möser.

Das Kind der Hennigsdorfer Mutter besucht die Kita indes weiter. Und es sieht so aus, als habe das Würgen bei ihm keine ernsten Spuren hinterlassen. „Mein Kind hat das alles gut weggesteckt.“ Doch die Hennigsdorferin ist froh, dass ihr Kind bald eingeschult wird.

Von Marco Paetzel

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