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Hennigsdorf Geschichten rund um die Mauer
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15:45 16.09.2019
Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther durchschnitt die Mauer symbolisch zur Eröffnung. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf

Und dann nahm der Bürgermeister eine Schere in die Hand und durchtrennte die Mauer. Der Wiedergänger des grauen Ungetüms stand am Freitagabend im Hennigsdorfer Bürgerhaus und war nicht aus Beton, sondern aus Pappe. Mit dem symbolischen Schnitt eröffnete Bürgermeister Thomas Günther die Wanderausstellung „30 Jahre MauerfallSpurensuche & Identifikation“.

Eineinhalb Jahre lang hatten sich unter der Leitung der Künstlerin Annett Pollack-Mohr rund 45 Zwölftklässler der Maurer-Oberschule, die die Kunstkurse von Lehrerin Doris Janisch besuchen, anlässlich des 30. Mauerfall-Jubiläums mit dem Thema beschäftigt, Archive durchforstet und Interviews mit Zeitzeugen geführt – einer von ihnen ist der Hennigsdorfer Klaus-Dieter Harfenmeister, der dreimal in den Westen fliehen wollte – und dreimal erwischt wurde.

Schüler begaben sich auf eine Reise in die Vergangenheit

Für junge Leute, die 2019 ihr Abitur machten, seien die Berliner Mauer und ihre Auswirkungen auf den Alltag weit weg. „Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, habt einen Teil deutscher Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes für junge Leute begreifbar gemacht“, erklärte Bürgermeister Thomas Günther. „Dort, wo vor 30 Jahren in Nieder Neuendorf Selbstschussanlagen und Stacheldraht das Havelufer versperrten, gehen wir heute baden, fahren Fahrrad oder skaten.“ Das sei nach all den Jahren selbstverständlich geworden. Doch diese Selbstverständlichkeit sei mit dem Mut vieler Menschen vor 30 Jahren verbunden – an einige werde mit nun mit dieer Ausstellung erinnert.

Auch kreative Spiele zum Thema Mauer gibt es. Quelle: Robert Roeske

Auch Künstlerin Annett Pollack-Mohr, als Leipzigerin in der DDR aufgewachsen, lobte das Engagement der Schüler. „Die Großeltern erlebten Mauerbau, Teilung und Wiedervereinigung. Und die Eltern waren beim Mauerfall in einem vergleichbaren Alter, sodass die Schüler ideal auf Spurensuche gehen konnten.“ Man habe es geschafft, dass die Schüler in Teams kooperierten, mit Zeitzeugen auf eine Erlebnisreise in die Vergangenheit aufmachten, und außerdem eine Art Lern-und Erlebnisparcours entwarfen. „Dieses Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, Geschichte erlebbar zu machen, eine gedankliche Zeitreise zu initiieren und über Grundfragen, Gesellschaft und Demokratie nachzudenken.“

Eine zweite Ausstellung ist geplant

Im Ausstellungsraum stehen Mauerteile aus Styropor, die Themen wie Doping und Sport oder das Wesen der Diktatur in der DDR erklären. Per Touchscreen können sich die Besucher außerdem über die Zeitzeugen informieren und die Interviews hören. Auch kreative Momente hat die Ausstellung: Beim Spiel „Die Mauer“ sind auf beiden Seiten von Holzsteinchen Begriffe aus Ost und West aufgedruckt. Zieht sie der Spieler, kann er die Mauer aus Steinen zum Einsturz bringen. Auch ein Mikadospiel gibt es, samt negativ konnotierten Begriffen wie „Teilung“ oder „Zensur“, aber auch positiven wie „Einheit“ und „Mauerfall“ auf den Stäben.

Nena Müntner (18) führte die Besucher durch die Ausstellung. Die Schülerin war auch am Projekt beteiligt. „Die Geschichte der Zeitzeugen haben mich sehr beeindruckt“, sagt die Hohen Neuendorferin. Die Geschichte der DDR sei vorher in der Schule nicht großartig behandelt worden. „Es ist Wahnsinn, wenn einem bewusst wird, was für ein Glück wir haben, jetzt zu dieser Zeit, mit dieser Freiheit, zu leben“, sagt die junge Frau.

Die Schüler waren die Stars am Freitagabend. Quelle: Robert Roeske

Auch eine zweite Ausstellung zum Mauerfall soll es geben: Für den 13. Januar 2020 ist im Bürgerhaus eine Foto-Ausstellung zur Grenzöffnung zwischen Reinickendorf und Hennigsdorf geplant. Es wird exklusive Filmaufnahmen von jenem Tag geben, auch Zeitzeugen kommen zu Wort. Die aktuelle Ausstellung ist ab sofort bis 2. Oktober, dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Schülervertreter sind vormittags von 10 bis 13 Uhr anwesend. Vom 6. bis 17. Oktober ist die Ausstellung dann dienstags und donnerstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Bürgerhaus, Hauptstraße 3, in Hennigsdorf zu sehen.

Von Marco Paetzel

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