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Hennigsdorf Havelbrücke wird nur für 72 Stunden gesperrt – statt für 9 Monate
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Havelbrücke wird nur für 72 Stunden gesperrt – statt für 9 Monate
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00:31 29.06.2019
Die Havelbrücke in Hennigsdorf wird abgerissen. Der Neubau soll nun mit Behelfsbrücke vonstatten gehen. Quelle: ENRICO KUGLER
Hennigsdorf

Die Vollsperrung der Havelbrücke ist vom Tisch. Eigentlich waren neun Monate dafür vorgesehen. „Wir werden den Neubau der Brücke zuerst als Behelfsbrücke nutzen“, erklärt Tonio Mohn vom Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde. Sicher sei, dass es im Zuge der Arbeiten eine Vollsperrung von maximal 72 Stunden über die Havel geben wird – dann, wenn die Brücke von ihrer provisorischen auf die endgültige Position verschoben wird.

Unklar ist derzeit noch, ob für den Abriss und Neubau der maroden Brücke über die Havel ein Planfeststellungsverfahren nötig sein wird. Eine Antwort der zuständigen Bundesbehörde solle dem WSA in zwei bis vier Wochen vorliegen. „Müssen wir dieses Verfahren machen, dauert der Bau locker zwei Jahre länger“, erklärt Tonio Mohn weiter. Ohne Planfeststellungsverfahren würde die neue Brücke Ende 2020 auf dem Festplatz an der Ruppiner Straße zusammengeschraubt.

Ende 2022 könnte alles fertig sein

Anschließend würden auf dem Gelände der Ruderclubs Rampen und Widerlager für die Behelfsbrücke gebaut werden. Zudem müsste eine Gasleitung unter dem Kanal verlegt werden. Anschließend müsste der Brückenbau vom Festplatz auf die Behelfsrampe geschoben werden. Danach, so Mohn, könnte die alte Brücke abgerissen werden. Ende 2022 könnte dann alles fertig sein, mit Planfeststellungsverfahren rechnet er mit einer Fertigstellung 2024 oder auch 2025.

Gebaut werden solle möglichst ohne allzu große Erschütterungen, um die marode Brücke nicht so zu beschädigen, dass sie gesperrt werden muss. Gutachter hätten bestätigt, dass das möglich sei, so Mohn. „Wir müssten Spundwände zum Beispiel eher pressen statt rammen.“ Eine Brückenprüfung im Frühjahr hatte ergeben, dass sich der Zustand zwar leicht verschlechter habe, die Brücke aber weiter offen bleiben kann. „Die Gefahr eines plötzlichen Versagens ist aber dennoch immer da“, so Mohn. Für diesen Fall hat das WSA eine Fachwerkbrücke beim Bund beantragt, die dann schnell verfügbar wäre.

6000 Unterschriften für Behelfsbrücke gesammelt

Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther (SPD) zeigt sich erfreut über die Entwicklungen. „Natürlich bin ich sehr erleichtert darüber, das die neue Havelbrücke garantiert mit einer Behelfsbrücke gebaut und unsere Stadt nicht von ihrer Hauptverkehrsader abgeschnitten wird.“ Das sei eine gute Entscheidung und ein wichtiger Erfolg. Thomas Günther wolle sich bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, der Bürgerinitiative und auch den zahlreichen Unternehmen bedanken, die sich in den vergangenen zwei Monaten mit großem Engagement für eine dauerhafte Straßenverbindung eingesetzt hätten.

Für die Bürgerinitiative, die sich für den Bau der Behelfsbrücke eingesetzt hatten, ist die Nachricht ebenfalls eine gute. Rund 6 000 Unterschriften von Bürgern, die die Behelfsbrücke ebenfalls wollten, seien gesammelt worden. „Unsere Arbeit ruht nun erstmal“, erklärt der ehemalige SPD-Fraktionschef Udo Buchholz, Kopf der Initiative. Dank der BI-Aktivitäten und den angestoßenen Aktivitäten, die viel Unterstützung bei Politik, Bürgerinnen und Bürgern, Handwerk, Gewerbe und Industrie gefunden hat, sei ein riesiger Erfolg erzielt worden. „Wir werden den weiteren Fortgang gerne positiv begleiten und informieren. Wir freuen uns darauf, von der WSA zum „Spatenstich“ eingeladen zu werden“, erklärte Udo Buchholz weiter. Nun freue er sich erstmal auf eine verdiente Sommerpause.

Von Marco Paetzel

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