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Hennigsdorf Kleine Rezitatoren, große Bühne
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Kleine Rezitatoren, große Bühne
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16:57 30.04.2019
Die Kinder, hier Marie Wolf, arbeiteten auch viel mit Mimik und Gestik, um die Gedichte lebendiger vorzutragen. Quelle: Enrico Kugler
Hennigsdorf

Und dann betritt Lara aus der 3a der Biber-Grundschule die Bühne in der Aula der Sonnengrundschule, für die nächsten Augenblicke gehört sie ihr. Vor dem Mädchen sitzt eine Jury, unter anderem mit Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther, Steffen Leber von der Pur und zwei Revierpolizisten. Alle den Stift gezückt, bereit zur Bewertung. Doch das ficht das Mädchen nicht an. Sie legt einfach los mit ihren Versen. Lara trägt Theodor Fontanes Klassiker vor: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland / Ein Birnbaum in seinem Garten stand“, so beginnt das Mädchen. Sie trägt das Gedicht flüssig vor, das Wort „Baum“ formt Lara parallel mit den Händen nach. Der Applaus ist laut, die Verse aus dem Havelland kommen an.

Zwölf Erst- bis Drittklässler aller vier Hennigsdorfer Grundschulen nahmen am Dienstag am 1. Rezitationswettbewerb der Stadt in der Sonnengrundschule teil. Am Freitag geht der Wettbewerb der kleinen Rezitatoren in Nieder Neuendorf weiter.

Lara war eine von zwölf Mädchen und Jungen der ersten drei Klassen aller Hennigsdorfer Grundschulen, die es am Dienstag zum ersten Rezitationswettbewerb der Stadt geschafft hatten. Intern hatte es in den Schulen vorher Vorausscheide gegeben, so dass nur die Besten in der Endrunde teilnehmen konnten. Die Idee zu dem Wettbewerb, der zum ersten Mal in Hennigsdorf stattfindet, hatte Alexander Sontner, Leiter der Sonnengrundschule an den Havelauen. „Sprache ist ein Kulturgut, das wir im Land der Dichter und Denker pflegen müssen“, erklärt Sontner. Den Rezitationswettbewerb der Grundschulen gebe es außerdem auch in Städten wie Hohen Neuendorf. „Und wir haben hier in Hennigsdorf gleich vier Grundschulen. Da passt das doch gut“, sagt der Lehrer.

Das Kind muss sich mit dem Gedicht wohlfühlen

In der Jury saßen neben Bürgermeister & Co. auch Drittklässler aller Grundschulen. Die Polizei hatte Sontner in die Jury geholt, weil der Kontakt zu den Beamten ganz wichtig sei – auch im Alltag. Am liebsten hätte er auch noch Feuerwehrleute als Juroren gehabt, allerdings sind die mit dem Vorbereitungen für eine Veranstaltung zeitlich voll eingespannt. Und was bringt so ein Rezitationswettbewerb? Eine, die es wissen muss, saß in der Jury: Hennigsdorfs Bibliotheksleiterin Katja Wolf. „Die Kinder werden an das Lesen herangeführt und beschäftigen sich mit Sprache. Außerdem lernen sie so die Klassiker kennen.“ Wichtig als Jurorin ist ihr vor allem, zu sehen, ob sich das Kind mit dem Gedicht wohlfühlt oder es nur runterrattert. Zudem kommt es auf Dinge wie Betonung, Mimik, Gestik und nicht zuletzt auch Textsicherheit an. Was die Lesebegeisterung von Kindern angeht, so gehe es insgesamt bergauf. „Wir haben viele junge Familien bei uns in der Bibliothek.“ Das liege vor allem daran, dass sich die Eltern aufs Vorlesen zurückbesinnen.

Am Ende gewannen unter anderem Khan Thi Nguyen (2. Klasse der Sonnengrundschule) mit einem Ostergedicht und Lea Müller (3. Klasse der Grundschule Nord) mit „Ausflug der Wale“. Am Freitag geht der Wettbewerb in der Biber-Grundschule Nieder Neuendorf weiter, dann rezitieren neun Schüler der Klassen 4 bis 6 um die Wette.

Von Marco Paetzel

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