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Hennigsdorf Missbrauchs-Verdacht in der Kita „Traumland“
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Missbrauchs-Verdacht in der Kita „Traumland“
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01:16 28.04.2019
Der Praktikant hat Hausverbot in der Kita „Traumland“, darf auch keine andere Hennigsdorfer Kindereinrichtung mehr betreten. Quelle: Enrico Kugler
Hennigsdorf

Jener 14. März war ein ganz normaler Donnerstag in der Hennigsdorfer Kita „Traumland“. Bis um 15.45 Uhr plötzlich ein Streifenwagen und ein Fahrzeug des Kriminaldauerdienstes vor dem Haus hielten. Die Beamten hatten einen ernsten Grund für ihren Besuch: Es gab eine Anzeige gegen einen Praktikanten der Kita. Die Leitung des Hauses selbst hatte die Polizei informiert. Der Vorwurf klingt ungeheuerlich: „Gegen den Praktikanten wird wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt“, erklärt Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord.

Der Teenager soll sich in der Kita-Gruppe „Zuckertütenclub“ zwei Kindern unsittlich genähert haben. Was genau passiert sein soll, darüber will Dörte Röhrs nicht sprechen. Auch über Details zum Verdächtigen schweigt sie. Es sei wichtig, dass dem Praktikanten durch die Berichterstattung nicht geschadet werde.

Der Praktikant hat Hausverbot

Martin Witt, Fachbereichsleiter Soziale Einrichtungen im Hennigsdorfer Rathaus, bestätigt die Ermittlungen und erklärt, warum der Fall bislang nicht öffentlich wurde. „Es gibt den Verdacht eines Vorfalls dieser Art, der jedoch keineswegs durch die Stadtverwaltung Hennigsdorf ,totgeschwiegen‘ wurde. Es war auch der ausdrückliche Wunsch der Eltern, den Vorfall intern und nicht in der Öffentlichkeit zu behandeln.“ Der Praktikant sei sofort aus der Kita entfernt worden, er darf dort auch nicht mehr eingesetzt werden.

Der Verdächtige habe umgehend Hausverbot für die Kita „Traumland“ und alle Kitas, die in Trägerschaft der Stadtverwaltung seien, erhalten. Es sollen auch bis auf Weiteres keine Schülerpraktikanten mehr in Hennigsdorfer Kitas zum Einsatz kommen, erklärt Martin Witt weiter. „Die für solche Fälle vorgeschriebenen Prozedere, wie Information des zuständigen Ministeriums und interne Kommunikation in der Einrichtung und mit Betroffenen, haben zeitnah stattgefunden“, so Witt.

Eltern waren nur vage über den Vorfall informiert

Andere Eltern der betroffenen Kitagruppe wurden indes nur vage informiert. Auf einem einberufenen Elternabend am 10. April habe die Leitung der Kita lediglich erklärt, dass es Übergriffe gab – welcher Natur, darüber gab es keine Angaben. Aber natürlich kursierten Gerüchte, unter anderem in einer WhatsApp-Gruppe der Eltern. „Unseren Informationen nach war der Praktikant wohl mit den Kindern etwas grob und hat sie mal geschubst, so dass ein Kind auch mal umgefallen ist“, erklärt eine Mutter, deren Name der Redaktion bekannt ist. Dass wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt werde, schockiert die junge Frau. „Diese Information hätte ich mir gerne von der Kitaleitung gewünscht.“

Dazu wiederum erklärt Martin Witt, dass es sich bei den Ermittlungen um ein Kinderschutzverfahren handele, man unterliege dem Datenschutz. Die Eltern der betroffenen Kinder seien natürlich informiert worden. Wie lange die Ermittlungen gegen den Praktikanten sich nun hinziehen werden, das kann Polizeisprecherin Dörte Röhrs heute noch nicht sagen. Unter anderem könne es sein, dass ärztliche Untersuchungen bei den betroffenen Kindern vorgenommen werden müssten. Außerdem müssten die Mediziner von ihrer Schweigepflicht entbunden werden. „Das“, sagt Dörte Röhrs, „kann alles noch dauern.“

Von Marco Paetzel

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