Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Hennigsdorf Auf die Mütze, fertig los...
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Auf die Mütze, fertig los...
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:50 02.07.2019
Mit seinen 2875 Mützen aus 200 Ländern will Andreas Skala zum 3. Mal ins Guinnessbuch der Rekorde. Quelle: Jeannette Hix
Hennigsdorf

Hoher Besuch bei Uniform-Mützen-Sammler Andreas Skala (46): Bürgermeister Thomas Günther war jetzt zu Gast. Der SPD-Politiker musste bezeugen, dass Mützen-Freak Andreas Skala tatsächlich 2875 Mützen in seiner Sammlung hat. Alle ordentlich in deckenhohen Regalen verstaut und in einem Buch katalogisiert.

„Das gibt das Guinness-Team so vor“, sagt Andreas Skala während Bürgermeister Günther als „höher gestellte Persönlichkeit“ ehrfurchtsvoll den Blick von unten nach oben gleiten lässt, wo die Mützen nach Ländern geordnet sind – von Afrika bis Zypern.

Andreas Skala und Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther - er muss die Mützensammlung von Skala bestätigen, damit der weiter im Guinnessbuch der Rekorde steht. Quelle: Jeannette Hix

„Eigentlich habe ich ja schon 2903 Mützen, aber die letzten Stücke sind noch nicht katalogisiert“, plaudert Andreas Skala. Hätte der Bürgermeister keine Zeit für Skalas Mützensammlung, hätte der auch einen Guinness-Vertreter in seine Wohnung einladen können. Anreise-Gebühr: ab 5000 Dollar – Geld, dass der 2016 aus gesundheitlichen Gründen pensionierte Berliner Polizeiobermeister nicht hat, der nun schon lange in Hennigsdorf wohnt.

Seit dem 6. Lebensjahr mit dem Mützenvirus infiziert

Infiziert mit dem Mützenvirus hat ihn eigentlich sein Opa. Andreas Skala ist sechs Jahre alt, als ihm sein Opa seine eigene Mütze vom Arbeiter-Samariterbund aufsetzt, wo der Opa in den 50er Jahren tätig war. „Dann schenkte mir mein Vater noch eine orangefarbene Mütze von der Berliner Stadtreinigung – naja und dann habe ich noch eine Mütze von einem Bus-Fahrer bekommen und so fing alles an.“

Mit Opas Mütze vom Arbeiter-Samariter-Bund begann alles – damals war Andreas Skala (kleines Foto) 6 Jahre alt. Quelle: Jeannette Hix

Auf eine Mütze ist der Sammler besonders stolz: „Als ich 16 war, gab es in Wünsdorf mal eine Parade. Ich war mit meiner Mutter da.“ Und schon während der Parade hatte Andreas Skala nur Augen für eine Mütze – die vom General. „Ich bin nach der Parade zu dem Mann hingegangen und habe ihn höflich nach seiner Mütze gefragt. Und prompt konnte ich sie mir später handsigniert abholen.“

Auch handsignierte Uniformmützen der Alliierten-Generäle hat Andreas Skala in seinem Besitz. Ein Umstand, der auch dem Alliierten Museum und dem Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst zu Ohren kam. „Die haben eine Uniform vom sowjetischen Oberbefehlshaber, aber die Mütze von ihm hab’ ich“, sagt Andreas Skala stolz.

Ein ganzes Zimmer nur mit Uniform-Mützen – ein Traum für Andreas Skala. Quelle: Robert Roeske

Und zu jeder Mütze kann der Polizeibeamte außer Dienst eine kleine Geschichte erzählen. „Schauen Sie mal hier“, sagt er zu Bürgermeister Günther. „Die hier ist vom Vize-Polizeipräsidenten von Paris. Allein der Ärmelumschlag kostet 500 Euro. Und dieser Tropenhelm hier ist einer von insgesamt zehn, die Westberliner Verkehrspolizisten im französischen Sektor in den 60er Jahren getragen haben“, sagt Skala.

Kein Hitzefrei für Unterschenkel

Überhaupt hatte der französische Stadtkommandant damals eine zündende Idee. Denn damals war es so heiß, wie jetzt bei uns. „Statt der hellblauen Hemden durften die Westberliner Verkehrspolizisten damals ein weißes, kurzärmliges Hemd tragen und kürze Diensthosen“, sagt Andreas Skala. Allerdings gab es für die Unterschenkel kein „Hitzefrei“ – die Socken mussten lang bleiben, um sich dem Outfit einer Uniform anzupassen.

Dieses Schätzchen stehen in der Vitrine im Wohnzimmer. Quelle: Robert Roeske

Andreas Skala hofft, dass er nun zum dritten Mal ins Guinnessbuch der Rekorde kommt – 2014 war er erstmals Rekordmützenhalter geworden. Und falls doch mal einer vom Guinness-Team vorbeikommt, ist Skala gut gewappnet. Gerade erst hat er alle 2903 Mützen drei Tage lang entstaubt – zusammen mit seiner Tochter Annika. Natürlich hat er schon wieder ein Auge auf eine Mütze geworfen – eine aktuelle aus Madagaskar wäre schön.

Von Jeanette Hix

Der 2. MAZ-Feuerwehr-Cup in Germendorf war eine Wucht. Wenngleich die Hitzewelle die Kameraden der acht teilnehmenden Teams vor ziemliche Herausforderungen stellte. Zu sehen in unserer neuen Umfrage zu Oberhavels „Foto der Woche“, diesmal mit einem Feuerwehr-Cup-Spezial.

02.07.2019

Oberhavels Feuerwehrleute sind seit Wochen im Dauereinsatz. Oft werden sie direkt von der Arbeit zum Einsatz gerufen. Für die Kameraden ein schwieriger Spagat, aber auch für deren Arbeitgeber.

01.07.2019

Die Herrschaft der Nationalsozialisten hat in Deutschland viel verändert. Das gilt auch für die Hennigsdorf. Am 15. Juli wird deshalb ein weiterer Gedenkstein verlegt, der an den Bibelforscher Wilhelm Busse erinnern soll.

01.07.2019