Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Hennigsdorf Notfallsanitäter pöbelt gegen Lungenkranke
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Notfallsanitäter pöbelt gegen Lungenkranke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 02.05.2019
Karla Hoffmann und ihre Tochter Annemarie (l.) in glücklicheren Tagen. Quelle: privat
Hennigsdorf

Am späten Sonnabend, 30. März, kamen Husten und Atemnot. „Ich habe Angst vor der Nacht, ich kann nicht mehr!“, diese Nachricht schrieb Karla Hoffmann ihrer Tochter Annemarie an jenem Abend per WhatsApp. Sie war nur ein paar Häuser weiter, feierte gerade bei Freunden. „Ich bin natürlich sofort zu meiner Mama gelaufen“, sagt die 25-Jährige.

Gemeinsam warteten sie auf den Rettungsdienst. Und tatsächlich: Gegen 23 Uhr kamen zwei Helfer, ein Notarzt war auf dem Weg. Der Rettungssanitäter habe sich sofort an die Arbeit gemacht, Blutdruck gemessen und die Patientin verkabelt. Was der zweite Mann, ein Notfallsanitäter, dann sagte, das macht Annemarie Hoffmann noch heute wütend. „Er meinte nur trocken: ,Und wegen Husten rufen Sie uns an?’“

Seit 2000 ist Karla Hoffmann schwer lungenkrank

Tatsächlich habe die Mutter an dem Abend pausenlos gehustet, hatte starke Schmerzen und konnte sich kaum bewegen. Das hat auch einen Grund: Die 54-Jährige leidet seit dem Jahr 2000 unter Alveolitis mit Fibrose. „Das bedeutet, dass ihre Lunge jeden Tag ein bisschen mehr verklebt und sie immer kurzatmiger wird“, erklärt die Tochter.

Deshalb ist Karla Hoffmann Frührentnerin und beim Spazierengehen auf einen Sauerstofftank angewiesen. Angesichts dieser Tatsache ist ihre Tochter noch heute fassungslos über den frechen Satz des Notfallsanitäters. „Man sollte doch Hilfe von ihnen erwarten können. Solche Kommentare regen Patienten in so einer Situation doch noch zusätzlich auf, das geht gar nicht.“

Oberhavel-Klinken entschuldigen sich

Bei den Oberhavel-Klinken hat man sich mit dem Fall beschäftigt. Die Situation sei mit der Einsatzleitung bis ins Detail zurückverfolgt, ausgewertet und besprochen worden. „Im Rückblick ist dem von Frau Hoffmann zitierten Mitarbeiter bewusst geworden, dass er in der entsprechenden Situation nicht die richtigen Worte gefunden haben muss.“

Die Einsatzleitung des Rettungsdienstes habe zu Frau Hoffmann umgehend Kontakt aufgenommen und für die aus dieser Situation heraus entstandenen Unannehmlichkeiten um Entschuldigung gebeten. Zudem: Die Schilderung der Dame zum Fortgang der Erkrankung ihrer Mutter habe den Mitarbeiter sehr nachdenklich gestimmt, auch deshalb, weil eine Verschlechterung ihres Zustandes am Einsatzort nicht absehbar gewesen sei.

Karla Hoffmann lag zweieinhalb Wochen im künstlichen Koma

Und tatsächlich wurde alles noch viel schlimmer. Karla Hoffmann kam zunächst ins Hennigsdorfer und dann ins Oranienburger Krankenhaus, wurde nach etwa vier Tagen ins künstliche Koma versetzt. „Die Ärzte sagten mir, dass sie das vermutlich nicht überleben wird“, erinnert sich Annemarie Hoffmann. Mittlerweile liegt ihre Mutter in der Berliner Charité, nach zweieinhalb Wochen ist sie aus dem Koma erwacht.

„Sie kann noch nicht sprechen, hat einen Luftröhrenschnitt bekommen.“ Die Tochter hofft, dass sich ihre Mutter wieder erholt, bald nach Hause kann. Ob sie die Entschuldigung der Oberhavel-Kliniken annehmen kann, das weiß Annemarie Hoffmann noch nicht. Wenn ihre Geschichte aber helfen kann, dass andere Menschen es im Notfall besser haben, dann sei es wenigstens zu etwas gut gewesen.

Von Marco Paetzel

Gewaltsamen Zugang zu einem Transporter, der in Hennigsdorf abgestellt worden war, verschafften sich bislang unbekannte Täter in der Nacht zu Montag.

29.04.2019

Kickboxer Alexander Grunwald vom SV Stahl Hennigsdorf will hoch hinaus. Der 23-Jährige will langfristig um die Weltmeisterschaft kämpfen und sieht sich auf einem guten Weg.

26.04.2019

Eine neue Masche von Telefonbetrug erlebte am Donnerstag ein 83-Jähriger aus Hennigsdorf. Am Ende war der Mann seine EC-Karte los.

26.04.2019