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Hennigsdorf Seit einem Vierteljahr streikt die Klingel – doch die Mieter sind auf den Rettungsdienst angewiesen
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Seit einem Vierteljahr streikt die Klingel – doch die Mieter sind auf den Rettungsdienst angewiesen
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16:46 10.02.2020
Heike Bergmann lebt seit acht Jahren in dem Haus in der Fontanestraße. Mehrere Mieter sind hier oft auf den Notarzt angewiesen. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Und dann kamen die Kopfschmerzen mit Macht. Heike Bergmann ahnte: Sie könnte gleich wieder einen epileptischen Anfall bekommen. Dann liegt sie mit Krämpfen am Boden, hat keine Kontrolle mehr. Ende Dezember war das, zwischen Weihnachten und Silvester. Und obwohl das Thermometer nahe dem Nullpunkt stand, musste sich die 49-Jährige an ihr Küchenfenster setzen und es weit aufreißen. Fast eine Stunde lang saß sie so da, schaute raus auf die Straße und bibberte.

Anrufe beim Vermieter brachten bislang nichts

Die Kopfschmerzen gingen vorüber, einen epileptischen Anfall bekam Heike Bergmann dieses Mal nicht. Doch das offene Fenster, das musste sein. Schon, damit die Nachbarn sie im Falle eines Falles schreien hören. „Sonst liege ich bei einem Anfall in meiner Wohnung und der Rettungsdienst kann mir nicht helfen“, sagt die Hennigsdorferin. Denn so einfach kommen die Retter nicht ins Haus: In Heike Bergmanns Wohnhaus in der Fontanestraße 102 funktioniert die Klingel unten am Aufgang nicht mehr – und zwar seit Ende Oktober 2019.

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Heike Bergmann sitzt vorsichtshalber am Fenster, wenn es ihr schlecht geht. Quelle: Marco Paetzel

„Damals waren Techniker hier und haben an der Klingel rumgebaut. Seitdem ist sie kaputt“, erklärt die 49-Jährige. Jede Woche ruft sie etwa zweimal beim Vermieter, dem Konzern Deutsche Wohnen, an und erkundigt sich, wann das Problem behoben wird. „Ich bin richtig stinkig, weil sie jedes Mal sagen, es wird als Notfall eingetragen und es passiert bald etwas“, so Bergmann. Auch andere Nachbarn rufen öfter beim Konzern an, wann denn nun endlich etwas passiert. „Jedes Mal ist jemand anders am Telefon, ich muss auch jedes Mal wieder meine Kontaktdaten dalassen. Da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut“, erklärt die Hennigsdorferin.

Auf den Paketboten warten die Mieter am Fenster – oder gleich vor dem Haus

Für die Mieter in dem Haus ist das eine Katastrophe, denn einige sind – wie Heike Bergmann – krank und im Fall der Fälle auf die schnelle Hilfe des Rettungsdienstes angewiesen. Ein Bewohner etwa ist schwer herzkrank. Würde die Klingel funktionieren, könnten die Rettungskräfte im Notfall zumindest bei anderen Nachbarn klingeln, die sie hereinlassen „In die Wohnung des Patienten kommen sie dann schon“, sagt Heike Bergmann. Doch so weit kommt der Rettungsdienst in diesen Tagen gar nicht. „Da müsste jetzt erst die Feuerwehr kommen, um die Türen zu öffnen.“ Ärgerlich sei die fehlende Klingel auch, wenn die Bewohner etwa Pakete erwarten. „Wir müssen jedes Mal draußen stehen und am Fenster sitzen, um den Postboten zu erwischen“, sagt Heike Bergmann.

Von der „Deutsche Wohnen“ heißt es, nach dem Ausfall der Klingel in der Fontanestraße 102 sei die Technik geprüft und festgestellt worden, dass die komplette Klingelanlage ausgetauscht werden müsse. Die dafür notwendigen Angebote seien eingeholt worden und die Erneuerung der Anlage beauftragt. Aufgrund der bestehenden Lieferzeiten und Handwerkerkapazitäten rechne man mit der Reparatur spätestens bis Mitte März. „Wir wissen, dass die momentane Situation für unsere Mieter schwierig und ärgerlich ist und entschuldigen uns vielmals für den Ausfall“, erklärt Sprecherin Romy Mothes.

Ob Heike Bergmann und die anderen Bewohner des Hauses eine Mietminderung durchsetzen wollen, sei noch nicht klar. Sie denke aber schon darüber nach, sagt die 49-Jährige. „Wichtig ist aber erstmal, dass es jetzt schnell vorangeht und die Klingel wieder funktioniert.

Von Marco Paetzel

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