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Hennigsdorf Stadtwerke-Chef ist optimistisch, was die Kosten betrifft
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18:49 11.07.2019
Das neue Bad soll ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen bekommen. Quelle: Enrico Kugler
Hennigsdorf

In den Räumen der Stadtwerke treffen deren Chef Thomas Bethke und seine Mitarbeiter in diesen Wochen regelmäßig mit den Planern des Stadtbades zusammen. Die wichtigste Botschaft: „Wir bauen eine simple Schwimmhalle und sind äußerst optimistisch, was die Kosten angeht“, sagt Thomas Bethke nach den ersten Gesprächen mit den Vertretern des Büros Bauplanung Bautzen.

Das Unternehmen hat den Zuschlag für die Planung des Bades bekommen, seit etwa acht Wochen sind sie an der Arbeit. Die Planer haben die Aufgabe, eine neue, abgespeckte Variante des Stadtbades zu entwerfen. Maximal 25 Millionen Euro darf es kosten. „Es muss für Schulschwimmen, Vereinsschwimmen und auch für die Bürger geeignet sein“, skizziert Thomas Bethke die Anforderungen.

Keller ließ die Kosten explodieren

Es ist die Stunde Null, nachdem die Stadtwerke bereits seit 2011 die Planungen für ein neues Bad vorangetrieben hatten. Doch die mussten im April 2018 endgültig abgebrochen werden. Das Projekt hatte da schon jahrelang auf Eis gelegen, zwischenzeitlich war es unklar, ob es angesichts klammer Stadtkassen – die Gewerbesteuer war dramatisch eingebrochen – jemals gebaut wird. Grund war, dass sich der Ersatzbau für das mehr als 35 Jahre alte Bad in Hennigsdorf-Nord von den avisierten elf Millionen Euro auf 21,4 Millionen Euro verteuern sollte.

Das hatte Stadtwerke-Chef Thomas Bethke schon im Mai 2012 zerknirscht mitteilen müssen. Der Grundwasserspiegel in Hennigsdorf war höher als vom Planungsbüro K-Plan angenommen. Zudem brauchten Lüftungsgeräte, Filteranlagen und Schlammwasserbecken mehr Platz im Keller, dessen Nettogeschossfläche von 3400 auf 4500 Quadratmeter wuchs. Bürger und Vereine hatten sich außerdem Wasserrutsche, Hubboden und fünfte Bahn gewünscht.

Sauna und Rutschen bleiben eine Option

Im Frühjahr 2018 lieferten die Stadtwerke dann neue Berechnungen, demnach hätte das Bad nun bis zu 38,3 Millionen Euro gekostet. Zudem hätte die Stadt, die bereits drei Millionen Euro in das Projekt investiert hatte, nochmals knapp drei Millionen für Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder Ausschreibungen der Planungsleistungen in die Hand nehmen müssen. Eine Genehmigung der Kommunalaufsicht über einen Kreditaufnahme von 18 Millionen Euro wäre aber auch dann nicht sicher gewesen.

Die abgespeckte Variante, die laut Entscheidung der Stadtverordneten nun nicht mehr als 25 Millionen Euro kosten darf, muss komplett neu geplant werden. Sauna und Rutschen werden aus Kostengründen gestrichen, sollen allerdings später nachgerüstet werden können – die Flächen dafür würden laut Stadtwerke-Chef Thomas Bethke in den Planungen berücksichtigt. Die Stadtwerke kalkulieren, wie beim alten Stadtbad, mit 130 000 Besuchern pro Jahr. Herzstück des Bades soll ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen werden.

Firmen für den Bau zu bekommen, wird schwer

Dazu kommen ein Multifunktionsbecken (115 Quadratmeter), das etwa für Wassergymnastik genutzt werden kann, und ein Bewegungsbecken, in dem sich Nichtschwimmer tummeln können. Zudem werde das neue Bad, das nach wie vor auf dem Gelände des alten Puschkin-Gymnasiums entstehen soll, weniger tief in die Erde gebaut, um die kostspielige Grundwasser-Problematik zu umschiffen. Der Keller, der beim alten Bad Kostentreiber war, soll deutlich kleiner werden.

Stadtwerke-Chef Thomas Bethke geht davon aus, dass die Planungen des Bades bis Anfang 2020 abgeschlossen sind, dann solle der Bauantrag eingereicht werden. Parallel wolle man die Ausführungsplanung beginnen. Es sei allerdings schwer, Fachfirmen zu bekommen. Unter anderem, weil sie bei einem öffentlichen Auftrag Dinge wie Mindestlohn peinlich genau dokumentieren müssten. „Das ist vielen zu kompliziert“, so Bethke. Dazu kommt, dass der Markt boomt und sich die Unternehmen ihre Aufträge quasi aussuchen könnten. Er hofft dennoch, dass gute Unternehmen gefunden werden. Wenn die Stadtverordneten dann Grünes Licht für das neue Projekt geben, könnte der Bau im Frühjahr 2021 beginnen und zwei Jahre später fertig sein. Vorausgesetzt, die Kosten stimmen.

Von Marco Paetzel

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