Hennigsdorf: Vier Ehrungen und ein Abschied
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Hennigsdorf Vier Ehrungen und ein Abschied
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18:49 24.01.2020
Lutz-Peter Schönrock (r.) wurde nach fast 30 Jahren in der SVV verabschiedet.. Quelle: Enrico Kugler
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Hennigsdorf

Überglücklich hob Mathias Bohn den Blumenstrauß in die Höhe und hielt seine Urkunde ganz fest in der Hand. Der 42-Jährige war einer von vier Hennigsdorfern, die am Donnerstag-Abend ausgezeichnet wurden. Bohn erhielt von der Stadt den Umweltpreis für sein Engagement. „Ich war erstaunt gewesen, als ich hörte, dass ich eine Ehrung bekomme“, so Bohn. „Ich hatte es kaum für möglich gehalten. Das ist mir viel wert.“

Bohn, der beim FC 98 Hennigsdorf die Ü 35 betreut und dafür sorgt, dass die Kabinen ordentlich sind und die Zigarettenstummel der Sportanlage aufsammelt, hatte sich immer wieder auf den Weg gemacht, um Müll aus den Wäldern zu sammeln. „Ich habe so viel gefunden und alles getrennt. Plastik, Pappe oder sonstigen Müll. Ich habe die Bürgersteige abgefegt, sodass alles sauber aussieht.“ Die Auszeichnung gebe ihm neue Kraft für neue Projekte. „Ich hätte das aber auch ohne Ehrung weiter getan.“

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Das sagt auch Barbara Böttcher. Sie wurde für ihr Engagement im Hennigsdorfer Judoverein geehrt. Seit 1995 trainiert sie eine Rückengymnastikgruppe. „Ich war erschrocken, als ich hörte, dass ich ausgezeichnet werden soll“, erzählt Barbara Böttcher. „Ich habe mit dem Verein erstmal geschimpft. Es gibt doch viele andere, die es verdient haben .“ Wo sie ihre Urkunde hinhängen wird, wusste die 65-Jährige noch nicht. „Wir werden einen guten Platz finden. Ich bin jedenfalls stolz.“

Die Geehrten bekamen Urkunden und Blumen. Quelle: Sebastian Morgner

Das ist auch Renate Boetticher. „Ich habe mich gefreut, dass das Ehrenamt gewürdigt wird“, sagt sie, die für ihr Engagement im LEW-AEG-Seniorenclub geehrt wurde . Sie ist seit 2010 Schriftführerin und leitet Interessengruppen. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt und hatte Herzklopfen“, sagt Renate Boetticher, die seit 1955 in Hennigsdorf lebt.

Weiterhin gab es für Gabriele Löschik eine Ehrung. Sie wurde geehrt, weil sie seit mehr als zehn Jahren mit Senioren in Hennigsdor-Nord trainiert, Ausflüge und Treffen organisiert.

Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige) wurde nach fast 30 Jahren als Stadtverordneter von Bürgermeister Thomas Günther feierlich mit Blumen verabschiedet. „Es war eine Mischung aus Freude und Wehmut, nochmal geehrt zu werden. Es war eine lange Zeit als Stadtverordneter, und dann so abrupt aufzuhören, ist nicht leict“, so der 75-Jährige, der Ende des Jahres vor allem wegen gesundheitlichen Grünende sein Mandat aufgegeben hatte. Als seine größte Errungenschaft sieht er die Entwicklung der Städtepartnerschaft mit Kralupy an, für die er bei den Hochwassern 2002 und 2013 Spenden sammelte und auch viermal vor Ort war. Für Schönrock sitzt nun sein Sohn Oliver in der SVV. „Er hat mich lange begleitet, steht gut in der Materie“, so Schönrock.

Er selbst will der Fraktion beratend zur Seite stehen, behält auch seinen Platz im Stadtwerke-Aufsichtsrat.und im Städtepartnerschaftskomittee. Ansonsten freut er sich auf mehr Freizeit und mehr Reisen. „Meine Frau wird auch schon 78, wir wollen noch ein bisschen das Leben genießen.“

Von Sebastian Morgnerund Marco Paetzel