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Hennigsdorf Volle Auftragsbücher bei Bombardier – aber 400 Mitarbeiter müssen gehen
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Volle Auftragsbücher bei Bombardier – aber 400 Mitarbeiter müssen gehen
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00:28 24.11.2018
Zuletzt stellte Bombardier den Elektrozug Talent 3 vor. Quelle: Enrico Kugler
Hennigsdorf

Die Produktion brummt. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagt Bombardiers Betriebsratschef Volkmar Pohl. In den Hennigsdorfer Produktionshallen stehen derzeit neben Straßenbahnen, Talent-3-Zügen, Metro-C30-Bahnen für Stockholm und S-Bahnen für Hamburg auch ICE-4-Züge.

Rund 480.000 Stunden Arbeit garantiert das Bombardier-Management den Mitarbeitern in Hennigsdorf, doch die geleisteten Stunden gehen angesichts der vielen Aufträge weit darüber hinaus. „Im nächsten Jahr liegen wir etwa bei der doppelten Stundenanzahl, auch 2020 liegt die Zahl deutlich höher“, sagt Pohl.

Werke bleiben erhalten, Stellen fallen weg

Dabei war lange Zeit unklar, wie es mit dem Hennigsdorfer Standort weitergeht. Die Neuausrichtung von Bombardier Transportation, die bis 2020 abgeschlossen sein soll, sieht unter anderen auch vor, dass in Deutschland bis zu 2200 Arbeitsplätze (einschließlich Leiharbeiter) entfallen, während alle sieben Werke erhalten bleiben sollen.

Hennigsdorf soll das Kompetenzzentrum für die Forschung und Entwicklung für Vollbahnen und Metros werden. Produziert werden sollen dort, neben einem Zug im industriellen Maßstab und Servicearbeiten, vor allem Prototypen, die dann im Bautzener Werk in Serie gefertigt werden sollen.

400 Beschäftigte sollen gehen

Laut Gesamtbetriebsvereinbarung soll die Hälfte der Produktion in Hennigsdorf, bezogen auf Ende 2016 – hier arbeiten rund 800 Menschen – erhalten bleiben. Es sind also knapp 400 Beschäftigte mit Fokus auf der Produktion, deren Stellen ab 2020 wegfallen würden. „Es kann sein, dass es wegen der hohen Auslastung auch weniger werden. Aber mehr sollen es auf keinen Fall sein, darauf werden wir ein Auge haben“, versichert der Betriebsratschef.

Für die Kollegen, die es dann doch trifft, solle es ein Freiwilligenprogramm geben, bei dem Mitarbeiter aus freien Stücken das Unternehmen verlassen können – etwa mithilfe einer „Rentenbrücke“ oder einer Abfindung. „Es gibt schon einen Teil von Mitarbeitern, die sich für das Programm interessieren“, so Volkmar Pohl.

Unklar ist allerdings weiterhin, bei welchen Berufsgruppen Bombardier in Hennigsdorf Jobs abbauen wird. „Da muss das Management sich bekennen, welche Positionen in den nächsten Jahren hier hinfällig werden“, so Pohl. Es müsse gewährleistet sein, dass die Produktion in Hennigsdorf auch nach dem Stellenabbau handlungsfähig bleibe.

Produktion geht zum Teil nach Bautzen

Nach den bisherigen Plänen von Bombardier soll in Zukunft etwa die Hälfte der Produktion in einer neuen Halle im Bautzener Werk stattfinden, die im Sommer fertiggestellt wurde. „Wir arbeiten daran, die Produktion der Fahrzeuge nach Bautzen rüberzugeben, aber das geht nicht von heute auf morgen“, so Pohl.

Sicher sei, dass ICE-4-Fahrzeuge und ein Teil der Talent-3-Projekte künftig im Bautzener Werk gefertigt werden, die Übergabe solle im Laufe der kommenden beiden Jahre passieren. „Ansonsten müssen wir schauen, wie wir uns mit Bautzen aufteilen. Das hängt auch von den Aufträgen ab, die in den nächsten Jahren reinkommen“, sagt Volkmar Pohl.

Von Marco Paetzel

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