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Hennigsdorf Wasserkorbballer feiern 35. Geburtstag
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Wasserkorbballer feiern 35. Geburtstag
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17:40 17.01.2019
Das Wasserkorbball-Team trifft sich immer dienstags im Stadtbad Hennigsdorf. Und das seit 35 Jahren. Quelle: ENRICO KUGLER
Hennigsdorf

Die Idee kam ihnen Anfang der 1980er-Jahre beim Bierchen nach der Sauna im Hennigsdorfer Stadtbad. „Wir wollten auch ein bisschen Sport machen und nicht nur trinken gehen“, sagt Wilfried Reipert mit Augenzwinkern. Gemeinsam mit Guido Sandkühler und Klaus Beck gründete Reipert im Januar 1984 die Wasserkorbball- Sektion bei der BSG Stahl Hennigsdorf. Genau 35 Jahre ist das nun her, ein rundes Jubiläum Und Wilfried Reipert, mittlerweile 77 Jahre alt, kommt immer noch jeden Dienstag von 20 bis 21.15 Uhr zum Training ins Stadtbad.

Rund 30 Mitglieder hat das Wasserkorbball-Team des SV Stahl Hennigsdorf aktuell, sie kommen aus dem ganzen Landkreis Oberhavel und mitunter sogar aus Berlin. So viele Wasserkorbball-Teams gibt es schließlich in der Region nicht. Wilfried Reipert war jahrelang auch Übungsleiter, jetzt spielt er nur noch mit. Und das will er noch so lange wie möglich tun. Denn das Spiel fasziniert ihn einfach. Wie beim Basketball geht es darum, einen Ball im Korb zu versenken. Der schwimmt allerdings auf dem Wasser. „Früher haben wir uns dafür mit alten Reifen beholfen“, erinnert sich Reipert. Heute ist das alles eine Ecke professioneller. Der Reiz am Sport sei, dass man sich dabei vollkommen auspowern könne. Und das hält fit – bis ins hohe Alter. „Dabei kann man gut Kondition bolzen, da kommen die alten Leute ordentlich ins Schwitzen“, sagt Reipert. Doch nicht nur Senioren sind im Team dabei, das jüngste Mitglied ist gerade einmal 18 Jahre alt. Ein Spiel für alle Generationen also.

Das Sport erfordert viel Kondition. Quelle: ENRICO KUGLER

Lange Jahre stand Wilfried Reipert, der auch für die FDP in der Stadtverordnetenversammlung saß, am Beckenrand des Stadtbades. Nach der Eröffnung im Januar 1979 bis 1992 war er Schwimmlehrer, schulte tausende Kinder im kühlen Nass. Mitunter waren sechs Kollegen für die Ausbildung der Kinder verantwortlich.„Ich war für alle Schulen des Kreises Oranienburg zuständig“, sagt der Ruheständler, der vorher als Ingenieur im Stahlwerk war, bis nach der Wende dort Berufsschüler ausbildete und bis zur Rente 2002 als Lehrer für das Fach „Wirtschaft, Arbeit, Soziales“ am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium arbeitete.

Der Ball muss in den Korb. Quelle: ENRICO KUGLER

Zudem half Wilfried Reipert dabei, das ehemalige Freibad am Waidmannsweg zu bauen, von dem viele Hennigsdorfer noch heute schwärmen. Mehr als 1000 Hennigsdorfer kamen zur Einweihung des „Waldorf-Schwimmbades“ am 27. Juni 1969, 3,5 Millionen Mark kostete das Bad. Hennigsdorfs damaliger Bürgermeister Eugen Rathsack würdigte in seiner Festrede den Bau des 3,5 Millionen-Mark-Objektes als „hervorragendes Beispiel sozialistischer Gemeinschaftsarbeit der Betriebe des Territoriums, der Bevölkerung und der Volksvertretung.“ Vor dem Bau des Bades gab es für die Hennigsdorfer keine Möglichkeit, irgendwo offiziell schwimmen zu gehen. „Damit wurde der Schwimmsport in Hennigsdorf wieder belebt“, sagt Wilfried Reipert.

Und wie lange will sich der Sportsfreund noch im Wasser des Stadtbades tummeln? „Solange ich lebe“, sagt Wilfried Reipert. Dienstags Training, Freitags erst Sauna, dann 600, 700 Meter Bahnen schwimmen. Das hält den Senioren fit. „Und wenn ich nicht mehr da bin“, sag Reipert“, spielen sie hoffentlich noch weiter.“

Von Marco Paetzel

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