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Hennigsdorf Wichtige Verkehrsader soll gekappt werden
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Wichtige Verkehrsader soll gekappt werden
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00:24 18.04.2019
Die alte Havelbrücke muss abgerissen werden. Ohne Behelfsbrücke wäre unter anderem der Ortsteil Stolpe-Süd von Hennigsdorf abgeschnitten. Quelle: Foto: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Dass die Havelbrücke in der Ruppiner Straße, Baujahr 1962, abgerissen werden soll, ist bekannt. Doch Ende März teilten Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Bürgermeister Thomas Günther nun mit, dass die eigentlich eingeplante zweispurige Behelfsbrücke, über die der Verkehr während der Arbeiten eigentlich reibungslos weiterrollen sollte, nun nicht mehr eingeplant ist.

Die Experten befürchten, dass die marode Brücke durch die Gründungsarbeiten samt Erschütterungen beim Bau der Behelfsbrücke soviel Schaden nehmen könnte, dass sie nicht mehr benutzbar wäre und gesperrt werden müsste. Stattdessen soll 2020 das Stahlskelett der Brückenkonstruktion auf dem Gelände des Festplatzes zusammengesetzt und 2021 installiert werden. Mindestens neun Monate lang wäre die Strecke über die Havel dann nicht mehr passierbar, der Ortsteil Stolpe-Süd sowie Neubrück und auch die Verbindung zur L171 in Richtung Stolpe wären abgeschnitten.

Umwege für Autofahrer sind nicht hinnehmbar

„Das war ein Schock für mich“, erklärte Bürgermeister Thomas Günther am Montag auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Eigentlich wollte er zunächst die Stadtverordneten über die Hiobsbotschaft informieren, doch der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler hatte die Neuigkeit aus einem Schreiben Günthers über Facebook verbreitet. Und so machte Hennigsdorfs Bürgermeister am Montag mit der Pressekonferenz die Flucht nach vorn. Die Verbindung via Brücke sei für Hennigsdorf zentral, führe sowohl nach Berlin als auch ins Umland. „Die Frage von Müllentsorgung über Rettungsdienst bis Schülerverkehr ist in diesem Fall ungeklärt“, so Günther, der außerdem ein Verkehrschaos in der Stadt befürchtet.

Die Umwege für Autofahrer und Betriebe über die Autobahn und über Velten seien nicht hinnehmbar. „Diese Verkehrsader abzuschneiden, hätte für Hennigsdorf und das Umland unkalkulierbare Folgen“, so Günther. Er habe Anfang April in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erklärt, dass es nicht nachvollziehbar sei, was sein Bundesamt dort plane. „Ich hoffe da auf Unterstützung von Bundesregierung, Bundestag und ich hoffe auch, dass die Wirtschaft zusammensteht, damit wir das verhindern können.“ Günther fordert, dass versucht werde, die Behelfsbrücke einzusetzen. „Das nicht zu versuchen, hieße die Sperrung sehenden Auges in Kauf zu nehmen.“ Er vermutet, dass das WSA schlicht das Geld für die Behelfsbrücke einsparen will.

Brücke ist bereits für Lkw gesperrt

Die alte Brücke ist seit Jahren marode, die Stahlseile, die sich durch das Bauwerk ziehen, sind verrostet. Sie könnten reißen, was der Brücke die Stabilität nehmen würde. Deshalb wird der Zustand der Brücke regelmäßig kontrolliert. Lkw über 30 Tonnen dürfen die Brücke nicht mehr passieren. Der Neubau soll 13,50 Meter zwischen den Außengeländern messen, die Fahrbahn 6,50 Meter breit sein.

Von Marco Paetzel

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