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Hennigsdorf Zwei Projekte unter einem Dach
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Zwei Projekte unter einem Dach
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15:31 21.05.2019
Im Dachgeschoss sollen kleinere Arbeitsplätze und ein Veranstaltungsraum entstehen. Quelle: E. Kugler
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Hennigsdorf

Noch ist das alte Gymnasium verstaubt, der Schimmel hat sich die Wände hochgearbeitet. Doch bald soll wieder Leben in die altehrwürdige Schule, die 2006 geschlossen wurde, einziehen. Allerdings anders als bislang geplant. Eigentlich sollte es zum Gründerinnen-Zentrum umgebaut werden, um vor allem Frauen mit günstigen Mieten den Start in die Selbstständigkeit zu ebnen.

Sechs Millionen Euro wollte die Stadt Hennigsdorf zum Projekt beisteuern, der Rest sollte aus dem Fördertopf „Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland“ (NESUR-RL) im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbs finanziert werden. Doch es hatte sich eine Finanzierungslücke von rund fünf Millionen Euro ergeben.

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Der Schimmel hat das Haus erobert. Quelle: MAZ

Deshalb haben sich Vertreter der Stadtverwaltung mit Mitarbeitern aus dem Wirtschafts-, dem Verkehrsministerium sowie der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) beraten. Der neue Plan: Neben dem Gründerinnenzentrum soll nun im Alten Gymnasium auch Platz für Startups und Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Biotech- und Life Science-Branche geschaffen werden. Rund 3,8 Millionen Euro Fördermittel kämen aus dem Topf „Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland (NESUR-RL) im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbes, etwa 6,27 Millionen Euro aus dem Topf „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“(GRW-I).

Zwei Drittel Biotech, ein Drittel Gründerinnenzentrum

Entsprechend dieser Richtlinien wären rund ein Drittel der Fläche für Gründerinnen vorgesehen, zwei Drittel für die Biotech- und Life-Science-Branche. Rund 15,9 Millionen kostet das Projekt netto, der Anteil der Stadtverwaltung bleibt bei sechs Millionen Euro. „Damit schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe“, erklärte Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther bei der Vorstellung des Projektes am Dienstag im Rathaus. Man schaffe Platz für Gründerinnen, die Biotech-Branche und sichere zudem die Sanierung des historischen Gebäudes.

In den Fluren könnten bald Gründer unterwegs sein. Quelle: MAZ

Das Haus wird nach den Plänen in zwei Bereiche aufgeteilt: Für das „Kreativwerk I“ für die Biotechbranche sind Keller, Erdgeschoss, erstes Obergeschoss und Dachgeschoss vorgesehen. Der Teil „Kreativwerk II“ für die Gründerinnen ist im Zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss des Alten Gymnasiums geplant. Um die Damen soll sich die Genossenschaft „Weiberwirtschaft“ aus Berlin kümmern, die unter anderem Fachvorträge und Beratung organisieren könnte. Vorgesehen sind im gesamten Haus Büros verschiedener Größe.

Zudem soll es sogenannte Maker-Spaces geben – kurzzeitig anmietbare Arbeitsplätze mit IT-Technik und 3D-Drucker, an denen sich Gründer ausprobieren können. Im Dachgeschoss sind „Co-Working-Spaces“ geplant – etwa 200 kleine Arbeitsplätze mit Internetanschluss, und ein Konferenzraum. Der Zeitplan ist eng, da die Mittel aus der NESUR-Richtlinie bis Ende 2022 abgerufen sein müssen. Dann müsste auch das Haus fertig sein. Ob die Fördermittel beantragt werden, darüber entscheiden heute die Stadtverordneten.

Es sollen Büros und Arbeitsplätze für verschiedene Budgets und Mietdauern entstehen. Quelle: MAZ

Von Marco Paetzel