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Hennigsdorf Konzert mit eingebautem Krimi
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Konzert mit eingebautem Krimi
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16:34 03.03.2019
Monika Herold, Thomas Rühmann und Jürgen Ehle (v. l.) auf der Bühne des Hennigsdorfer StadtklubhausesTrio in Hennigsdorf. Quelle: Helge Treichel
Hennigsdorf

Es war am Sonnabend ein spannendes Konzert auf der Bühne des Stadtklubhauses, eins mit eingebautem Krimi. Eins mit Gegensätzen und Widersprüchen – und doch so passend, so lyrisch, musikalisch mitreißend und aus einem Guss. Das Thomas-Rühmann-Trio erzählte das bittersüße Märchen des Sixto Diaz Rodriguez.

Monika Herold mit ihrer E-Gitarre. Sie spielte jedoch auch akustisch, Gitarre und Kontrabass. Quelle: Helge Treichel

Wer das ist? Nie zuvor wahrgenommen. Rodriguez ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter. Nachdem seine zwei Studioalben in der Heimat kaum Resonanz finden, übernimmt der Künstler ab 1971 Knochenjobs auf dem Bau. So bekommt gar nicht mit, wie beliebt seine Musik in Australien und vor allem in Südafrika ist.

Erstaunlich, dass der Sohn mexikanischer Einwanderer nur dort Erfolg hat. Rodriguez hat den Blues. Das beweisen Thomas Rühmann (Gitarre, Gesang), Monika Herold (Gitarre, Bass, Keyboard, Percussion, Gesang) und Jürgen Ehle (Gitarre, Gesang) von der Rockband Pankow in Hennigsdorf. Allerdings legen sie deutsche Texte auf die Gitarrenklänge, die Verse von Wolf Biermann, Peter Hacks und Hans-Eckhard Wenzel. Das verleiht der Musik geradezu philosophische Tiefe. „Falsche Lieder“ nennt Rühmann diese wundersame Symbiose, diesen Kunst-Stoff, der allein für die Bühne gemacht ist. Denn weder Rodriguez noch Biermann würden dieser Verschmelzung zustimmen, ist sich der Musiker sicher. Das sei auch der Grund, warum es keine CD gäbe, erklärt er. Am Ende des Konzertes und in der Pause signiert er lediglich eine andere CD, folglich betitelt mit „Richtige Lieder“.

Jürgen Ehle, Musiker, Komponist, Produzent und Mitglied der 2004 wiedervereinigten Rockband „Pankow“. Quelle: Helge Treichel

Das Trio erzählt eine Trilogie mit den Stationen Detroit, Kapstadt, Berlin. Dabei wird das Rätsel um Rodriguez gelöst. Gerüchte um seinen Tod kursieren. Er habe sich auf der Bühne erschossen. Es ist die Suche nach einem Toten, gefunden wird jedoch ein Lebender. Ein wahre Geschichte, sagt Rühmann, der von dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“ aus dem Jahr 2012 inspiriert wurde und der beim Musizieren auf der Bühne auf und ab tanzt wie ein Boot in stürmischer See.

Am Ende gibt er zu, dass das Treffen zwischen Rodriguez und Biermann im Berliner Kapitel vielleicht doch nicht so stattgefunden hat. Der Gedanke ist jedoch zu schön, um ihn nicht auszusprechen. Verbrieft ist indes das Happy End mit dem Rodriguez-Konzert 1998 in Kapstadt. Eine tolle Geschichte und ein tolles Konzert – hervorragend erzählt und gespielt.

Thomas Rühmann übernahm nicht nur den Haupt-Gesangspart – er erzählte als Sprecher auch den Krimi vom Verschwinden und Wiederauftauchen des Sixto Rodriguez. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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