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Hennigsdorf Mit Farbe gegen Graffiti
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Mit Farbe gegen Graffiti
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02:20 26.04.2018
DB-Mann Frank Maeß kümmerte sich um die Malerarbeiten. Vor allem Graffiti muss er in Hennigsdorf beseitigen. Quelle: Fotos: Marco Paetzel
Hennigsdorf

„Ach, so ein Mist!“, hallt es durch den Bahnhof. Eine ältere Dame will gerade die Treppe zum S-Bahnsteig hochlaufen und hat die Hand aufs Geländer gelegt. Doch sie hat nicht genau hingeschaut. „Frisch gestrichen!" steht auf einem Hinweiszettel an der Wand des Aufgangs. Etwa zehn Mitarbeiter waren gestern im Auftrag der Deutschen Bahn rund um den Hennigsdorfer Bahnhof unterwegs, um ihn für die schöne Jahreszeit etwas aufzuhübschen.

„Besonders die Graffiti-Schmierereien sind hier in Hennigsdorf immer ein großes Problem“, erklärt Kerstin Kobs, Leiterin des DB-Bahnhofmanagements in Potsdam. Sie ist für 128 Bahnhöfe in Berlin und Brandenburg zuständig, auch für jene in Oberhavel. Einmal im Jahr gibt es an drei, vier Bahnhöfen Putzaktionen. Dann kommen auch die Mitarbeiter mit Bürojob mit raus und nehmen den Putzlappen in die Hand. „Wer selber mal Hand anlegt, weiß auch, was die Mitarbeiter draußen täglich leisten“, so Kerstin Kobs. Hennigsdorf ist die erste Station der Putzkolonne, die in den kommenden Tagen auch in Werder (Havel) und Schwedt Station macht.

Einmal die Woche schaut ein DB-Mitarbeiter nach dem Rechten

Und in der Stahlstadt war eine Menge zu tun. Graffiti mussten überstrichen, Aufkleber von den Wänden abgekratzt werden. Abfallbehälter wurden teils umgesetzt, auch die Vitrinen mit den Aushängen der Fahrpläne befreiten die Putzteufel vom Staub des Winters. In den Treppenhäusern mussten die DB-Mitarbeiter Spinnenweben entfernen, auch Taubenkot hatte sich hier und oben auf den Bahnsteigen massenhaft angesammelt.

Frank Maeß kennt den Bahnhof aus dem Effeff. Einmal in der Woche schaut der DB-Mann nach dem Rechten, tauscht Aschenbecher, Abfallbehälter oder Fahrpläne aus. Warum ausgerechnet Hennigsdorf ein Problem mit Sprayern hat, kann Maeß nicht sagen. „Es wäre aber schön, wenn die Arbeit, die wir heute hier machen, eine Weile zu erkennen sein würde.“ Mehrmals im Jahr muss er die vielen Graffiti im Bahnhof übermalen.

Den „Bärenkäfig“ sparten die DB-Mitarbeiter bei der Putzaktion aber aus. Müll und Gerümpel stapeln sich im Eingang zum nördlichen Bahnhofstunnel, die Wände sind voller Schmierereien. Seit Jahren ist der Eingang mit einem Gitter versperrt, seit 2003 hoffen die Hennigsdorfer, dass die Deutsche Bahn den Tunneleingang endlich verlängert. Der 33 Meter lange Tunnel sollte um 12,50 Meter bis zur Poststraße erweitert werden. Im September 2011 hatten die Stadtverordneten einem Vertragsentwurf zwischen Stadt, Land und Deutscher Bahn zugestimmt. Doch Anfang des Jahres erfuhr die Verwaltung, dass das Projekt zwar gefördert werden soll, aber auf den Realisierungszeitraum 2030 geschoben wurde.

Keine guten Nachrichten für den Tunneldurchstich

Bürgermeister Thomas Günther hatte die Verkehrsministerin Kathrin Schneider in einem Brief zum Handeln aufgefordert. Doch es dürften wohl noch Jahre ins Land gehen, bis etwas passiert: In der Antwort aus dem Verkehrsministerium heißt es, dass das Projekt im Zusammenhang mit der Einbindung des Prignitz-Expresses auf der Kremmener Bahn stehe und erst eine wirtschaftliche Untersuchung abgewartet werden müsse, die Ende 2019 abgeschlossen sein soll. Zudem werde der Bund nach jahrelanger Prüfung den Durchstich doch nicht unterstützen. Davon aber hatte das Land seine finanzielle Hilfe abhängig gemacht. Man suche nun nach einem „gesamthaften Lösungsansatz für Hennigsdorf“. Das Land, so steht es im Brief, sehe aber Handlungsbedarf und sei an einer zügigen Lösung interessiert.

Von Marco Paetzel

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