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Hennigsdorf Ohne Angst die Weltspitze im Blick
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18:15 26.04.2019
Alexander Grunwald (r.) in Aktion beim Bayernpokal vor einigen Wochen. Quelle: Privat
Hennigsdorf

Kickboxen ist nichts für Zartbesaitete. Gerade bei der Vollkontaktversion geht es ordentlich zur Sache. „Man muss mental stark sein, darf keine Angst haben und vor allem auch einstecken können. Eine gute technische Ausbildung ist dabei natürlich Grundvoraussetzung wie auch körperliche Fitness.“ Diese Sätze stammen von einem Mann, der es wissen muss. Alexander Grunwald vom SV Stahl Hennigsdorf ist amtierender Ostdeutscher und Deutscher Meister und seit dem vergangenen Jahr auch im Deutschen Nationalkader vertreten.

Unscheinbare Gestalt – aber im Ring auf dem Weg in die Weltspitze

Der 23-jährige Student (Chemie-Ingenieurwesen) ist auf dem besten Weg in die Weltspitze. Im Herbst findet in Bosnien-Herzegowina die nächste Weltmeisterschaft statt und Grunwald will erstmals mit dabei sein. „Natürlich ist das mein großes Ziel. Allerdings weiß ich noch nicht wie weit ich dann kommen werde, denn mir fehlt schon noch die Erfahrung, aber spätestens bei der nächsten WM 2021 möchte ich dann dass Treppchen ins Visier nehmen“, so Grunwald selbstbewusst. Wenn man den in Berlin-Heiligensee wohnenden Grunwald dabei zum ersten Mal begegnet, kann man gar nicht glauben, dass einer der besten Kickboxer des Landes vor einem steht. „Das ist immer recht witzig, wenn mich Leute sehen und dann erfahren, was ich für einen Sport betreibe. Ich sehe nicht aus wie das Klischee eines Kickboxers“, so der 23-Jährige grinsend. Seit acht Jahren betreibt er die Kampfsportart, zunächst aus rein privaten Beweggründen: „Ich wollte in jungen Jahren gewappnet für den Alltag sein und suchte eine Form der Selbstverteidigung. Ich habe auch zehn Jahre leidenschaftlich Handball gespielt und spiele seit einem Jahr Rugby in Hennigsdorf. Sport ist also immer ein Bestandteil meines Lebens.“

Kickboxer Alexander Grunwald (M.) mit seinen Trainern Sven Reichmann (l.) und Daniel Ide. Quelle: Privat

Beim Kickboxen gibt es mehrere Dachverbände. Der in Deutschland am präsentesten auftretende ist dabei die Wako. Die World Association of Kickboxing Organizations ist der größte internationale Fachverband im Kickboxen. Der Wako gehören 126 nationale Verbände an, deren überwiegende Mehrheit die Anerkennung ihres jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees besitzt. Grunwald kämpft dabei im K1-Modus, in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm. „K1 ist eigentlich die härteste Art des Kickboxens in der Wako“, so Grunwald. Im Vorjahr schaffte er endgültig den Sprung in die nationale- und internationale Spitzenklasse, errang diverse Turniersiege. Wobei Grunwald reiner Amateursportler ist.

Sponsoren sind immer erwünscht

„Es gibt zwar kleine finanzielle Zuschüsse vom Verein sowie Fördergelder, aber größtenteils finanziere ich alles selbst. Bei den großen Turnieren zahlt die Wako zumindest die Hälfte aller Kosten. Das ist aber schon ein Unterschied zu den osteuropäischen Kickboxern. Während die bei großen Turnieren Geld bekommen, muss ich mein Hotelzimmer selbst bezahlen.“ Deshalb ist Grunwald auch weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, die ihn auf seinem Weg unterstützen. Und der Aufwand ist immens. Sechsmal pro Woche trainiert Grunwald, unter anderem beim SV Stahl Hennigsdorf mit seinem dortigen Trainer Daniel Ide. Fünfmal trainiert Grunwald in Berlin „Wir sind in der Hennigsdorfer Kickboxabteilung um die 80 Leute, davon ein Großteil Kinder- und Jugendliche“, so Grunwald.

Schmerzen und Angst müssen ausgeblendet werden

Blessuren und Verletzungen gehören laut dem 23-Jährigen zum alltäglichen dazu, zart besaitet sollte man nicht sein. „Da trennt sich leider immer öfter die Spreu vom Weizen. Viele trainieren nur, wollen aber nicht Wettkampfmäßig starten. Was ich sehr schade finde. Aber man darf dann im Ring keine Angst haben und muss auch Schmerzen aushalten können. Wir sind halt im Vollkontaktsport, da bekommt man auch mal was ab.“ Sein Ziel ist ganz klar der Weg nach ganz oben. „Natürlich würde ich gerne bei Weltmeisterschaften auch ganz oben auf dem Treppchen stehen. Dafür arbeite ich täglich und möchte dieses Ziel gerne erreichen. Demnach sehe ich die Weltmeisterschaft in diesem Jahr als einen ersten wichtigen Schritt an, um Erfahrungen zu sammeln.“ Vom Kickboxen leben können nur die wenigsten, dennoch gibt es auch eine Profiszene. „Natürlich wäre das sehr reizvoll, aber jetzt möchte ich mich weiterentwickeln und Erfahrungen sammeln. Der Rest kommt dann vielleicht von allein.“

Dass er seit dem Vorjahr nun auch dem Nationalkader Deutschlands angehört, macht Grunwald sichtlich stolz. „Es ist super, wenn man bei World-Cups teilnehmen kann für sein Land, das ist nicht selbstverständlich.“ Zumal Alexander Grunwald weitere Kampferfahrungen sammeln kann, die ihn dann vielleicht schon 2021 zum Kickbox-Weltmeister machen können.

Von Knut Hagedorn

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