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Hennigsdorf Prozess um Tattoo-Lehrer: Schulamt bietet Vergleich an
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Prozess um Tattoo-Lehrer: Schulamt bietet Vergleich an
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13:15 11.12.2019
Verhandelt wird der Fall am Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Quelle: Marco Paetzel
Berlin/Hennigsdorf

Gut anderthalb Stunden nach dem Beginn der Verhandlung über die Kündigung eines Hennigsdorfer Lehrers mit rechtsextremen Tattoos am Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am Mittwochvormittag um 11 Uhr in Berlin gab es einen ersten Zwischenstand.

Das staatliche Schulamt bot Lehrer Clemens K. an, ihn bis Ende März 2020 bezahlt freizustellen und ihm zudem drei Monatsgehälter als Abfindung zu zahlen – ein gutes Zeugnis inklusive. Clemens K., der im Laufe der Verhandlung eine rechte Gesinnung abgestritten hatte, beriet sich daraufhin mit seinem Anwalt, um wenig später statt der drei vorgeschlagenen Monatsgehälter als Abfindung ein Jahresgehalt von 50000 Euro zu fordern. Die Verhandlung dauert weiter an.

Auch vor Amtsgericht Oranienburg läuft Ermittlungsverfahren

Das Bildungsministerium hatte Clemens K. im Februar dieses Jahres fristlos gekündigt, nachdem bekannt geworden war, dass der Lehrer der Albert-Schweitzer-Oberschule in Hennigsdorf rechtsextreme Tattoos mit dem Schriftzug „Meine Ehre heißt Treue“ sowie den Symbolen „Wolfsangel“ und „Schwarze Sonne“ trägt. Gegen die Kündigung hatte der Mann geklagt. Andere Gerichte hatten der Entscheidung des Ministeriums widersprochen, wogegen dieses Berufung eingelegt hatte. Bis die Kündigung gerichtlich geklärt ist, muss das Schulamt Neuruppin den Mann weiter beschäftigen. Er wurde den Angaben nach ins Schulamt Neuruppin versetzt.

Vor dem Oranienburger Amtsgericht läuft gegen Clemens K. zudem ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Es soll klären, ob die Tätowierungen strafrechtlich relevant sind. Der Prozess sollte am Dienstag beginnen, wurde jedoch abgesagt, da laut MAZ-Informationen ein Zeuge verhindert war. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, hieß es seitens des Gerichts.

Von Nadine Bieneck

„Meine Ehre heißt Treue“, „Wolfsangel“-Symbol und „Schwarze Sonne“: War die Kündigung des Lehres aus Hennigsdorf, der seine rechtsextremen Tattoos gezeigt hat, Rechtens? Der Pädagoge klagt dagegen.

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