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Hennigsdorf Hennigsdorf bekommt Stadtbad in abgespeckter Version
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00:43 28.04.2018
Das neue Stadtbad bekommt auf jeden Fall ein großes Schwimmbecken mit fünf Bahnen à 25 Meter. Quelle: Enrico Kugler
Hennigsdorf

Das geplante Stadtbad in Hennigsdorf für bis zu 38,3 Millionen Euro wird nicht gebaut. Darauf haben sich die Fraktionen der  Stadtverordnetenversammlung gestern geeinigt. Die Stadt, die bereits drei Millionen Euro in die Planung investiert hatte, hätte in diesem Jahr nochmals knapp drei Millionen Euro in das Projekt stecken müssen – unter anderem für  Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die die Kommunalaufsicht des Kreises gefordert hatte, und die Ausschreibungen der Planungsleistungen für den Badbau. „Dann könnten wir aber nicht sagen, ob die Kommunalaufsicht dann die Kreditaufnahme von 18 Millionen Euro für den Schwimmbad-Bau genehmigen würde, die wir beantragt haben“, erklärte  Bürgermeister Thomas Günther gestern auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Rathaus. Ohne diesen Kredit wäre das Projekt, dessen Bau im Juli 2019 hätte beginnen müssen, sowieso gestorben.

„Es ist bitter, von dem Projekt abrücken zu müssen“

Stattdessen sollen nun die Stadtwerke die Planung für eine abgespeckte Variante des Bades vorantreiben. Es solle sich an dem Bedarf von Schulschwimmen, Vereinsschwimmen und therapeutischem Schwimmen orientieren, erklärte Günther weiter. Er betonte, dass alle  Fraktionen weiterhin ein Stadtbad wollten. „Es ist bitter, an dieser Stelle von diesem Projekt abrücken zu müssen, aber das Risiko erscheint mir zu hoch.“

Unklar ist aber, ob auch diese abgespeckte Variante auf dem Gelände des Alten  Gymnasiums gebaut werden soll. Auch ein Kostenlimit wollten weder der Bürgermeister noch die  anwesenden Fraktionsvorsitzenden von SPD, Linken, CDU und Unabhängigen gestern nennen. Rund 20 Millionen Euro Kredit hat die Stadt  bereits für den Bau des Bades aufgenommen, dieses Geld steht auf jeden Fall zur Verfügung. Kritik übte Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige): „Wir sind seit 2009 mit dem Projekt beschäftigt, wir hätten es viel früher abspecken können.“ Schließlich,  so Schönrock, sei das Projekt in den vergangenen Jahren immer teurer geworden.

Projekt lag jahrelang auf Eis

Rund elf Millionen Euro sollten für das Bad auf dem Gelände des alten Puschkin-Gymnasiums nach ersten Planungen 2012 fällig werden. Wenig später korrigierten die Stadtwerke diese Zahl auf rund 21 Millionen Euro nach oben, weil vor allem  ein größerer Keller gebraucht wurde. Doch weil die Stadt Hennigsdorf vor allem mit dem Einbruch der Gewerbesteuer zu kämpfen hatte und ihr elf Millionen Euro fehlten, lag das Projekt jahrelang auf Eis. Die Kosten in der Baubranche stiegen in  den kommenden Jahren stark an.

Nach neuesten Berechnungen der Hennigsdorfer Stadtwerke sollte der Bau nun bis zu 38,3 Millionen Euro kosten, zwei Millionen Euro Planungskosten sind dabei noch nicht einmal eingerechnet. Unklar war auch, ob das neue  Stadtbad – wie auch das alte Aqua-Bad – von der Umsatzsteuer befreit werden kann. Ansonsten wäre das Projekt mit 19 Prozent Mehrwertsteuer nochmals rund 7,2 Millionen Euro teurer geworden, sodass der Gesamtpreis für den Bau dann inklusive Planungskosten sogar bei rund 47,55 Millionen Euro gelegen hätte.

Welche Extras eingespart werden, ist unklar

Auch planerisch hatten die Stadtwerke  das Projekt zuletzt nochmal verändert. So sollte die Baumsauna wegfallen, dafür sollte es eine Salzgrotte geben. Zudem sollte ein Sozialtrakt dazukommen, auf dem Anbau sollte es einen unüberdachten 81 Quadratmeter großen  Außenbereich mit einem kleinen Kalt- und Warmbecken und einer Ruhefläche geben. Welche der Extras nun eingespart werden, ist unklar. Genau wie der Zeitplan. Sicher ist nur, dass es weiterhin ein großes Schwimmbecken mit fünf Bahnen à 25 Meter geben soll. Dabei müsse es aber nicht bleiben, erklärte SPD-Chef Udo Buchholz. Man könne auch die abgespeckte Variante im Zweifel später immer noch erweitern.

Von Marco Paetzel

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