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Hennigsdorf Rentner irrt blutend durch Hennigsdorf – und keiner reagiert
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16:59 26.11.2019
Das Blut klebte noch am Dienstag auf dem Asphalt vor der Tiefgarage. Quelle: ENRICO KUGLER
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Hennigsdorf

Das Blut klebt noch auf dem Asphalt. Vom Rolltor aus führt der Weg weiter zur Tiefgarage im Bauch des Blauen Wunders. „Hier, die ganze Einfahrt hoch, sieht man das Blut auch noch“, sagt der Hennigsdorfer Adrian Stelter. Es ist das Blut seines Großvaters, das der junge Mann der MAZ zeigen will.

Denn seine ganze Familie ist zugleich empört und dankbar über das, was sich hier Ende vergangener Woche abspielte: Am Freitag will Reinhard Stelter sein Auto aus der Tiefgarage holen, er ist mit dem Rad gekommen. Der Rentner dreht den Schlüssel um, das Tor öffnet ganz normal, die Ampel springt auf Grün.

Doch als der 78-Jährige den Gang hinunter gehen will, knallt ihm das Rolltor mit voller Wucht auf den Kopf. Eine riesige, 13  Zentimeter lange Platzwunde zieht sich über seinen Kopf, es blutet sofort stark. „Er stand komplett unter Schock, wollte nur noch nach Hause zu seiner Frau“, erinnert sich Daniela Stelter, seine Tochter.

Reinhard Stelter ist hart im Nehmen. Quelle: privat

Am selben Tag schildert sie den Vorfall in der Hennigsdorfer Facebook-Gruppe. Vor allem, weil die 49-Jährige entsetzt darüber ist, dass ihrem blutenden Vater zunächst niemand geholfen hat. „Er ist rund 300 Meter weit durch die Stadt gelaufen, viele Autos standen an einer roten Ampel und haben ihn so gesehen. Geholfen hat ihm aber leider niemand“, sagt die Hennigsdorferin.

Als der Rentner sein Fahrrad weiterschiebt, sieht ihn schließlich eine Ärztin auf Höhe des Alten Gymnasiums, als sie dort an einer Ampel hält. Die Frau fährt mit ihrem Auto sofort an den Straßenrand und eilt zu dem blutenden Mann.

Sie bietet ihm an, den Rettungswagen zu rufen, doch er will nicht auf dem Gehweg warten, sondern nur noch nach Hause in die Schönwalder Straße. „Also hat die Frau die Rettungskräfte verständigt und ist mit ihm dann ganz langsam zu seinem Haus gelaufen“, sagt Daniela Stelter.

Die Suche nach der Unbekannten hat begonnen

Nachdem die unbekannte Frau den Rentner zu Hause abgeliefert hat, kommt auch schon der Krankenwagen. Gegen 11.30 Uhr kommt Reinhard Stelter in die Notaufnahme des Hennigsdorfer Krankenhauses. Die Wunde wird genäht und verklebt. Heute, vier Tage später, geht es dem Rentner schon wieder besser. „Mein Vater hat zwar viel Blut verloren, aber er ist ein Steher", sagt seine Tochter. Warum das Rolltor einfach so heruntergefallen ist, das kann die Hennigsdorferin nicht sagen. Das zuständige Immobilienunternehmen indes ist telefonisch nicht zu erreichen. Doch die Polizei habe sich das Tor vor Ort angesehen, alles habe funktioniert. Damit sei das Thema für Daniela Stelter erledigt.

Enkel Adrian Stelter vor dem Rolltor, das seinem Großvater auf den Kopf fiel. Quelle: ENRICO KUGLER

Die Suche nach der unbekannten Helferin hat aber erst begonnen. Wie die Ärztin hieß und woher sie kam – danach hat Reinhard Stelter in seinem Zustand nämlich nicht gefragt. Doch seine Tochter will sich bei der Frau für soviel Courage bedanken.

„Sie war wohl gerade nicht im Dienst. Was sie getan hat, hätte ich von jedem anderen auch erwartet. Aber das ist heute wohl nicht mehr selbstverständlich“, sagt die Hennigsdorferin. Als sie am Freitag zu ihrem Vater eilte, sei ihr eine junge blonde Dame, vielleicht Anfang 30, entgegengekommen. Es könnte die Ärztin gewesen sein.

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Von Marco Paetzel

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