Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Hennigsdorf Vor dem Oranienburger Jugendgericht: Schläger kommen glimpflich davon
Lokales Oberhavel Hennigsdorf Vor dem Oranienburger Jugendgericht: Schläger kommen glimpflich davon
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:18 11.05.2019
Das Jugendgericht Oranienburg befand am Mittwoch über einen Fall aus April 2017. (Symbolbild) Quelle: Uli Deck/DPA
Oranienburg

In der Nacht zum 9. April 2017 wurde der Berliner Thomas O. in Tegel auf offener Straße von zwei jungen Männern brutal zusammengeschlagen. Die beiden Täter aus Hennigsdorf und Oberkrämer waren zur Tatzeit 18 und 20 Jahre alt, also juristisch ausgedrückt Heranwachsende. Deshalb mussten sie sich, angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung, am Mittwoch vor dem Jugendrichter in Oranienburg verantworten.

Opfer zeigte Zivilcourage und befand sich daraufhin in Todesangst

Die Angeklagten Mehmet L. und Dario W. hatten in der Tatnacht reichlich Alkohol in einer Bar in den Borsighallen getrunken und begaben sich in Begleitung von zwei weiteren Nachtschwärmern in Richtung Bahnhof Alt-Tegel. Übermütig legte sich einer auf die Motorhaube eines parkenden Pkw ohne Rücksicht auf Lackschäden und posierte angeberisch. Die anderen fotografierten die Szenerie. Zeitgleich beobachtete das spätere Opfer Thomas O. die Jugendlichen und stellte sie beherzt zur Rede. Es kam nur zu einem kurzen Wortwechsel, bevor die beiden hemmungslos mit den Fäusten auf den Mitvierziger einschlugen. Der Berliner ging schwer getroffen zu Boden und wurde weiter mit Fußtritten traktiert. „Ich hatte Todesangst und flehte, sie sollen aufhören, aber sie traten weiter auf mich ein“, schilderte Thomas O. immer noch sichtlich beeindruckt. Er hatte Glück im Unglück, denn ein nicht im Dienst befindlicher Polizeibeamter, der in der Nähe war, eilte ihm zu Hilfe. Die Täter flüchteten, der Polizist in Zivil reagierte professionell schnell, benachrichtigte seine Kollegen, die in sehr kurzer Zeit eintrafen und die Schläger noch im Nahbereich stellen konnten.

Reumütiges Geständnis der beiden Täter

Das Opfer trug Prellungen und Hämatome am ganzen Körper sowie ein Hirnschädeltrauma davon. Ein Monat war Thomas O., der Mitarbeiter der BVG ist, arbeitsunfähig. Auch sein Begleiter bekam einen Faustschlag ab – ein „Veilchen“ war die Folge. Mehmet L. und Dario W. ließen durch die Verteidiger ihr Bedauern über das selbst ihnen noch heute unerklärliche Verhalten ausdrücken und legten ein reumütiges Geständnis ab. So konnten auf eine umfangreiche Beweisaufnahme und Zeugenvernehmungen in der Hauptverhandlung am Mittwoch verzichtet werden.

Beratung hinter geschlossener Tür

Wie die beiden Täter zu bestrafen sind – darüber berieten der Richter, die Staatsanwältin und Verteidiger hinter verschlossenen Türen. Ergebnis: „Das Jugendstrafrecht soll in erster Linie erziehen und nicht bestrafen“, meinte der Jugendrichter. Da die Tat aber schon mehr als zwei Jahre zurückliegt und die beiden Angeklagten nicht wieder straffällig geworden sind, schlug er vor, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 400 Euro je Angeklagten zu Gunsten des Geschädigten vorläufig einzustellen. Sie sind dann nicht vorbestraft.

Thomas O., der mit einem Anwalt als Nebenkläger am Prozess teilnahm, stimmte diesem Vorschlag schließlich zögerlich zu. Eine Entschuldigung mit Handschlag von seinen Peinigern lehnte er jedoch ab. Er verzichtet auf weitere Schmerzensgelder, sein Arbeitgeber wird aber die Kosten für seinen Arbeitsausfall von den Angeklagten einklagen.

Von Helmut Schneider

Ein lauter Knall um 10.20 Uhr schreckte am Mittwochvormittag ganz Oberhavel auf. Verbunden war er mit einer Druckwelle und vibrierenden Scheiben – wie einst bei einer Bombensprengung in Oranienburg. Am Ende des Tages stellte sich heraus: Es steckte erneut die Luftwaffe dahinter.

11.05.2019

Die MAZ stellt den Spitzenkandidaten der Parteien für die Hennigsdorfer Stadtverordnetenversammlung täglich eine Frage per WhatsApp. Am Dienstag sprachen sie über die Planungen für das Stadtbad.

08.05.2019

Gute Nachrichten trafen am Montag im Hennigsdorfer Rathaus ein: Ein Schreiben des Bundesverkehrsministeriums, in dem die Absicht erklärt wird, eine Behelfsbrücke während des Neubaus der Havelbrücke zu errichten. Doch Bürgermeister Thomas Günther (SPD) bleibt skeptisch.

10.05.2019