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Hennigsdorf Wenig Hoffnung für das Stadtbad
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02:18 28.05.2018
Das alte Aqua-Stadtbad in Hennigsdorf-Nord wird nun nochmals von einem Gutachter auf seine Zukunftsfähigkeit untersucht. Quelle: Enrico Kugler
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Hennigsdorf

Nach dem geplatztem Stadtbad-Projekt für bis zu 38 Millionen Euro treibt die Verwaltung nun die Planung für die Zukunft voran. In der Stadtverordnetenversammlung am nächsten Mittwoch liegt den Abgeordneten ein Antrag aus dem Rathaus vor, der vorsieht, das Projekt offiziell zu beenden, zudem sollen die Stadtwerke bis zum vierten Quartal 2018 die Grundzüge für eine abgespeckte Variante des Bades zulegen. Der interessanteste Punkt am Antrag dürfte aber sein, dass die Verwaltung doch noch einmal prüfen lassen will, ob sich das alte Stadtbad nicht doch sanieren lässt. Dazu soll ein Gutachter sich das Bad genau anschauen. Das überrascht, schließlich hatten Stadtverwaltung und Stadtwerke-Chef Thomas Bethke stets kategorisch ausgeschlossen, dass sich das Bad – ein mehr als 35 Jahre alter DDR-Bau – sanieren lässt.

Doch viel Grund zum Optimismus gibt es nicht. So hatte Thomas Bethke erklärt, die Technik wie Filter- oder Schaltanlagen sei mehr als 20 Jahre alt und lasse sich nicht auswechseln. Dafür sei das Gebäude zu alt, es würde keine Genehmigung für den Einbau geben. Auch Udo Buchholz, Fraktionschef der Hennigsdorfer SPD, klingt pessimistisch. Was den nötigen Lärmschutz oder die Zahl der verfügbaren Parkplätze angehe, sei der alte Standort in Hennigsdorf-Nord kaum geeignet. „Direkt vor dem Bad steht ein Wohnhaus. Wie sollte man da den Lärmschutz sicherstellen?“

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Die Grünen gehen von Kosten von 25 Millionen Euro für das Bad aus

„Bevor wir erneut mit dem Stadtbadprojekt starten, brauchen die Hennigsdorfer Klarheit darüber, ob eine Sanierung des alten Stadtbades rechtlich möglich oder ausgeschlossen ist“, erklärt indes Petra Röthke-Habeck (Grüne). Sie gehe aber davon aus, dass sich das alte Bad nicht sanieren lasse. Sei die Sanierung aber doch technisch möglich und weitaus günstiger als der Bau eines neuen Bades, dann seien die Grünen dafür, das alte Bad zu sanieren. „Auch wenn Hennigsdorf dadurch für etwa zwei Jahre keine Schwimmhalle hätte“, so die Grüne. Für das Schul- und Vereinsschwimmen müsste für diese Zeit eine Alternative gefunden werden.

Sollte das Rechtsgutachten allerdings negativ ausfallen, würden sich die Hennigsdorfer Grünen dafür einsetzen, dass den Stadtverordneten eine Berechnung der voraussichtlichen Gesamtkosten für einen möglichst einfachen Hallenbad-Neubau ohne Sauna und Therapiebecken vorgelegt werde. Ein solcher Neubau dürfte allerdings nicht billig werden: Röthke-Habeck schätzt, dass auch für ein reines Basis-Schwimmbad über 25 Millionen Euro zusammen kommen werden. „Aber vielleicht schlagen bei einer solchen Basisversion die jährlichen Betriebskosten nicht so stark zu Buche“, so Röthke-Habeck.

Eine Sanierung würde der Stadt Abriss und Standortsuche ersparen

Auch die Hennigsdorfer CDU ist bislang davon ausgegangen, dass eine Sanierung des alten Stadtbades wegen baurechtlicher Bestimmungen nicht möglich sei. „Wir warten das in Auftrag gegebene Gutachten ab und werden uns danach neu abstimmen“, so Fraktionschef Werner Scheeren. Grundsätzlich begrüße die CDU, dass nun nochmal geprüft wird. Vor allem, weil im Falle der Weiternutzung des alten Standortes kein Abriss des alten Bades nötig wäre und man keinen neuen Standort suchen müsse.

Von Marco Paetzel

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