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Hennigsdorf Wirtschaftsförderer ziehen Bilanz: Oberhavel ist der Wachstumsmotor im Norden Brandenburgs
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Wirtschaftsförderer ziehen Bilanz: Oberhavel ist der Wachstumsmotor im Norden Brandenburgs

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14:26 16.11.2021
Heinz Roth, Steffen Kammradt und Alexander Gallrein von der WFBB besuchten die MAZ-Redaktion.
Heinz Roth, Steffen Kammradt und Alexander Gallrein von der WFBB besuchten die MAZ-Redaktion. Quelle: Robert Roeske
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Oberhavel

Wenn Steffen Kammradt über Oberhavel spricht, gerät er ins Schwärmen. „Die wirtschaftliche Dynamik strahlt über die Kreisgrenzen hinaus und macht den Landkreis zu einem Wachstumsmotor im Norden Brandenburgs“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der WFBB tourt er mit seinen Kollegen Alexander Gallrein und Heinz Roth durch die Mark, um Bilanz zu ziehen. In dieser Woche machte das Trio Station in Oranienburg, wo sie in der MAZ-Redaktion vorbeischauten.

Im Landkreis hat die WFBB seit ihrer Gründung 2001 genau 598 Unternehmensprojekte mit 4023 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von 756,6 Millionen Euro unterstützt. 163 Ansiedlungen gab es, dazu kommen 394 Innovationsprojekte. Zudem wurden 41 Existenzgründungen begleitet. Auch gab es 308 Beratungen zu Fach- und Arbeitskräften.

Der Kreis ist unter den 100 Besten in der Republik

Die hohe wirtschaftliche Dynamik sei ein Pluspunkt des Kreises. Im Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft liege der Kreis unter den Top 100 bundesweit. „In Oberhavel sind Flaggschiffe der Gesundheitswirtschaft der Hauptstadtregion wie die japanische Takeda Pharmaceutical oder das US-amerikanische Unternehmen ThermoFisher Scientific angesiedelt. In ihrem Umfeld hat sich eine lebendige Life Sciences-Szene mit Schwerpunkt auf Diagnostik etabliert“, erklärt Steffen Kammradt. Auch im nördlichen Oberhavel wolle man eine gute Entwicklung haben, als positives Beispiel nennt Kammrad die Ansiedlung der Diehl Advanced Mobility GmbH aus Zehdenick, die unter anderem Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge entwickeln.

Generell sei Oberhavel – besonders stark zu beobachten seit dem Jahr 2014 – hoch begehrt für Berliner Unternehmen, die in Berlin nicht mehr erweitern können. Eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre werde es deshalb sein, für genügend Flächen im Landkreis zu sorgen. Die drei Städte des Regionalen Wachstumskerns – Oranienburg, Hennigsdorf und Velten – hätten noch kleinere Reserven. Kammradt sehe bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der drei Städte ein hohes Bewusstsein dafür, auch in fünf Jahren noch Flächen anbieten zu können. Als aktuelle Beispiele nennt Steffen Kammradt den geplanten Businesspark III in Velten oder eine Konversionsfläche in der Oranienburger Innenstadt. Positiv bewertet der WFBB-Chef auch die Bauprojekte in Hennigsdorf, etwa den Ausbau des ehemaligen Autohauses in der Veltener Straße 12 oder den Bau eines Biotech-Campus neben dem Alstom-Gelände.

Auch der Norden könnte Ansiedlungen bekommen

„Dass der Landkreis am Biotech-Campus festhält, ist ganz wichtig“, sagt Steffen Kammradt mit Blick auf den Flächenbedarf in der Biotech-Branche. In diesem Zusammenhang geht man bei der Wirtschaftsförderung davon aus, dass der Bereich Gesundheitswirtschaft mit Lifescience und Medizintechnik in Oberhavel weiter boomen werde, erklärt Heinz Roth, Teamleiter des Regionalcenters Nordost-Brandenburg. „Das ist für Investoren aus dem Ausland interessant, die junge Firmen aufkaufen wollen. Wir werden sehen, ob die Firmen dann hierbleiben.“ Beliebter wurden zuletzt auch Oberkrämer und Kremmen. „Da geht die Logistik hin, das geht nicht mehr im Wachstumskern“, so Steffen Kammradt. Auch für den Norden kann er sich vorstellen, dass sich dort Unternehmen ansiedeln. „Es werden weiter Berliner Firmen kommen, das steht fest.“ Für die Gewerbesteuerentwicklung der Gemeinden sei das fantastisch.

Von Marco Paetzel