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Hohen Neuendorf „Jedes Wort zählt“ beim Poetry-Slam in Borgsdorf
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf „Jedes Wort zählt“ beim Poetry-Slam in Borgsdorf
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00:22 20.02.2019
Moderator Lucas Schemenz (r.) mit den Teilnehmern des 10. Poetry-Slams in Borgsdorf: Aidin Halimi, Jon Lorenzen, Diego Hagen und Inke Sommerlang (v.l.) Quelle: Ulrike Gawande
Borgsdorf

Nach der ersten Wertungsrunde lag Poetry-Slamer Jon Lorenzen noch abgeschlagen auf Platz vier. Doch schon nach der zweiten Runde konnte er sich mit einem zweiten Platz ins Finale kämpfen, das er schließlich deutlich vor Kontrahentin Inke Sommerlang gewann.

Jubiläumsausgabe mit nur vier Poeten

Es war eine besondere Poetry-Slam-Ausgabe am Freitagabend im „Weißen Hirsch“ in Borgsdorf: Bereits zum zehnten Mal hatte der Hyperion-Kulturverein aus Hohen Neuendorf zum Dichterwettstreit „Jedes Wort zählt“ (JWZ) geladen, bei dem ansonsten jeweils acht Leute ihre selbst geschriebenen Texte vortragen. Doch zur Jubiläumsausgabe standen diesmal nur vier Texter auf der Bühne: Inke Sommerlang, Diego Hagen und Aidin Halimi sowie Jon Lorenzen, die bereits bei vorigen JWZ-Ausgaben siegreich gewesen waren. In zwei Vorrunden trugen die vier Poeten ihre Texte vor, die vom Publikum mit Hilfe einer App mit Punkten zwischen eins und zehn bewertet wurden.

Die Abstimmung des Publikums erfolgte mittels einer App. Quelle: Ulrike Gawande

Ins Finale zogen dann die beiden Besten ein: Zum einen Inke Sommerlang, die mit ihrem Text „Endlich mal nicht leise“ über die Ereignisse in Chemnitz vom Sommer vorigen Jahres für den nachdenklichsten Moment des Abends gesorgt hatte. Es sei ein neuer Text, der Zeit gebraucht habe, verriet die Poetry-Slamerin, die die Open-Air-Ausgabe von „Jedes Wort zählt“ gewonnen hatte. „Die Alternative wäre gewesen, leise zu sein“, sagte sie über ihren Text, mit dem sie ein deutliches Zeichen setzte.

Jon Lorenzen. Sein Text über die Suche nach einem WG-Mitbewohner wurde sogar bereits veröffentlicht. Quelle: Ulrike Gawande

Ihr Gegner im Finale, Jon Lorenzen, sprach über das Leben mit seinem großen Bruder, der das Down-Syndrom hat. Er sprach vom „Knötern“ am frühen Morgen, wenn Bruder Linus gefühlte Stunden zum Sockenanziehen benötigt. „Es sind Bewegungen wie ein Stück Blei, das durch Honig fällt.“ Doch die Mutter sage, dass Geduld dann beginne, wenn man denke, man habe keine mehr. Lorenzen ließ die kleinen Momente zwischen den Brüdern lebendig werden. Gute und schlechte. Verbunden mit dem Plädoyer, dass „behindert“ kein Schimpfwort sein dürfe. Anhaltender Applaus und der Tagessieg belohnten ihn für seinen gefühlvollen Text, der anders als das meiste, was er sonst auf Poetry-Slams vortrage, einmal nicht ironisch war.

62 Poeten auf der Bühne seit 2017

Insgesamt standen seit Februar 2017, als vor genau 699 Tagen erstmals ein Poetry-Slam in Borgsdorf stattfand, 62 Poeten auf der Bühne, deren Texte mit durchschnittlich 7,69 Punkten bewertet wurden. Das berichtete Moderator Lucas Schemenz. Insgesamt konnte man 960 Zuschauer begrüßen; am Freitag waren 93 weitere, jung und alt gekommen, die einen unterhaltsamen Abend erlebten.

Moderator und Rapper Lucas Schemenz. Quelle: Ulrike Gawande

Perfekt eingestimmt mit „Utopie“, dem Borgsdorf-Song des Moderators alias Jakob A. Schmerz, der selbst Poetry-Slamer ist und einen Rap über seinen Heimatort vertont hatte. Sein Text über den Ort, in dem man sich amüsiere und in dem statt Polizisten Förster die Grenzen bewachen, reihte sich perfekt in den humorvollen Reigen der Poetry-Slams über französische Worte im deutschen Sprachgebrauch (Gallizismen) von Aidin Halimi und den amüsanten Händevergleich der Diktatoren aus Nordkorea und den USA von Diego Hagen ein.

Der nächste Poetry-Slam im „Weißen Hirsch“ in Borgsdorf findet am 5. April um 20 Uhr statt. Weitere Informationen: www.wer-besiegt-paul.de

Von Ulrike Gawande

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