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Hohen Neuendorf Ampel hat sich bewährt – auch für die Älteren
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Ampel hat sich bewährt – auch für die Älteren
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18:36 27.08.2018
Während der Bus wartet, überqueren die Oberschüler die Fahrbahn der Goethestraße. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Sechs Jahre hatte das Verfahren gedauert – im vergangenen Sommer ging endlich die Bedarfsampel vor der Grundschule Niederheide in Betrieb. Schulleiter Axel Fischer zieht eine positive Bilanz: „Die Ampel wird sehr intensiv genutzt, insbesondere vor Schulbeginn und nach Unterrichtsschluss“, so Fischer. Und das gelte nicht nur für die 350 Grundschüler, sondern auch für die Oberschüler von der Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule, die ihren Sportunterricht in der Niederheide absolvieren.

Das Stichwort laute „Vorbildwirkung“, sagt Axel Fischer. Natürlich sei es für die Jugendlichen immer verlockend, den direkten Weg zwischen Schultür und Bushaltestelle zu wählen. Doch gemeinsam mit den Lehrern der Oberschule werde darauf hingewirkt, dass der kleine Umweg über die Ampel benutzt wird. „Das klappt sehr gut“, resümiert der Schulleiter. Er muss es wissen: Bushaltestelle und Ampel liegen direkt vor seinem Büro.

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Hier gilt nicht nur zum Schulanfang Tempo 30. Quelle: Helge Treichel

Vom Direktionszimmer aus hat Axel Fischer allerdings auch die Eltern im Blick. Und das sei mitunter auch nötig, denn vereinzelt werde das Halteverbot nicht beachtet, um die Kinder doch mal schnell aus dem Auto hüpfen zu lassen. „Da machen wir schon mal die Tür auf und fordern die Eltern auf, an dieser Stelle nicht anzuhalten.“ Schließlich stehe für genau diesen Zweck ein relativ geräumiger Parkplatz neben der Schule zur Verfügung.

Das betreffe zwar wirklich nur eine kleine Minderheit und andere Eltern würden sich über dieses Verhalten auch ärgern. Aber durch das Halten werde nicht nur die Ampel blockiert, es entstehe auch eine unübersichtliche Situation, in der radelnde Kinder die stehenden Fahrzeuge zum Beispiel überholen müssen. Und das sei trotz der angebotenen Schulungen und Fahrprüfungen oft noch keine Routine für die Kinder.

Die Grundschule in der Niederheide. Quelle: Helge Treichel

Der Schulleiter bittet die Eltern deshalb eindringlich, am Morgen ein bis zwei Minuten länger einzuplanen. Länger dauere es nämlich nicht, um den Parkplatz zu benutzen und von dort aus wiederum zur Schule zu gelangen. „Da muss man pünktlich losfahren“, sagt Fischer. Das Thema werde auch in der Gesamtelternkonferenz angesprochen.

Ein Ärgernis sei für viele Eltern und das Lehrerkollegium auch das Nichtbeachten des Tempolimits von 30 km/h im Bereich der Schule. Zu bestimmten Zeiten werde das so gut wie gar nicht eingehalten, so die Erkenntnis. Das lasse sich auch leicht an der Anzeigetafel am Fahrbahnrand in Fahrtrichtung Havelbaude ablesen.

Eine große Erleichterung sei die Ampel zudem immer, wenn Ausflüge unternommen werden und die Kinder zur Bushaltestelle über die Straße gehen müssen. „Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Investition sehr sinnvoll war“, resümiert der Schulleiter. Dafür gelte den Verantwortlichen großer Dank.

Ermessensspielraum ausgeschöpft

Sechs Jahre lang war die neue Querungshilfe von verschiedenen Seiten gefordert worden, darunter von der Elternschaft.

Es hatte geheißen, dass eine Ampel an dieser Stelle nicht zu vertreten sei, erinnerten sich Kommunalpolitiker.

Warum die Ampel nach den erfolglosen Anläufen doch noch möglich wurde, erklärte Matthias Rink, Dezernent für Soziales und Verkehr: Zunächst einmal habe die Stadt einen erneuten Antrag gestellt. Zweitens besitze die genehmigende Straßenverkehrsbehörde des Landkreises jeweils einen „Ermessensspielraum“ bei Entscheidungen. Und drittens sei es seine Aufgabe als Dezernent, diesen Spielraum zu nutzen.

Rund 26 000 Euro investierte die Stadt in das Ampel-Projekt.

Von Helge Treichel

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