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Hohen Neuendorf Gabriele und Kurt Sagert sind 65 Jahre verheiratet
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Gabriele und Kurt Sagert sind 65 Jahre verheiratet
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18:35 11.07.2019
Gabriele und Kurt Sagert haben auch in der Rente allerhand zu tun. Allein schon der fünf Enkel und elf Urenkel wegen. Quelle: Björn Bethe
Bergfelde

„Von der da lasst ihr zwei eure Finger. Das ist meine“. Kurt Sagert weiß heute noch, was er seinen Freunden bei der Kirmes im thüringischen Unterwellenborn zuraunte. Auch wenn es um die Kirmes 1953 geht, erzählt er weiter. Manches vergisst man eben nicht. Am Mittwoch feierten er und seine Frau Gabriele ihren 65. Hochzeitstag.

Eben jene Gabriele war es, die er damals meinte und die nun mit ihm am Tisch sitzt. Dass sich beide in Unterwellenborn trafen, war eher nicht vorherzusehen. Er ist aufgewachsen in Gesundbrunnen und Wedding, Sie in Niederschlesien geboren, bei Kriegsende wie so viele andere geflüchtet. Zuerst nach Guben, dann zur Tante, die in Thüringen lebte. Ihre Väter waren Kollegen in der Maxhütte. „Unsere Väter kannten sich, bevor wir uns kannten“, schmunzeln die beiden.

Fleisch und Torte zur Hochzeit

Am 10. Juli 1954 gaben sich die beiden das Ja-Wort. Das Fleisch für das Festessen organisierte Gabriele in der Fleischerei, in der sie tätig war. Für die Torte sorgte Kurts Vater, der vor dem Krieg als gelernter Bäcker und Konditor tätig war. Es habe ja nur wenig gegeben, erinnern sich die Sagerts. Da habe man sich helfen müssen. Und auch gleich nach der Hochzeit lief es irgendwie nicht so, wie es sollte. „Meine Hochzeitsnacht habe ich in der Wartehalle im Bahnhof Glöwen verbracht“, erzählt die Jubilarin. Denn der Anschlusszug nach Havelberg zur Schwester von Kurt kam nicht.

Da hatte das frisch vermählte Paar einen kleinen Urlaub geplant. Aber auch der fiel ins fast sprichwörtliche Wasser. Da die Pegelstände der benachbarten Elbe weiter stiegen, musste Kurt Sagert täglich mit seinem Schwager die Deiche kontrollieren. „Bis wir eines Tages nicht mehr dorthin kamen, weil alles überschwemmt war“. Aber ein leicht holpriger Start ins Eheleben konnte den beiden nicht wirklich etwas anhaben. „Man muss eben auch dann zusammenhalten, wenn es mal nicht so läuft“, verrät Gabriele Sagert.

1970 zogen sie nach Bergfelde

1958 kam einer der schönsten Momente für die beiden – die erste eigene Neubauwohnung in Gera. „Und natürlich die Geburt unserer Jungs“, erwähnt Gabriele Sagert die 1955 und 1956 geborenen Söhne. 1970 folgte dann der Umzug nach Bergfelde. Eine Tante von Kurt, Erna Henning, hatte das Grundstück Ende der zwanziger Jahre gekauft und mit einem Holzbungalow bebaut. Die Bilder aus jener Zeit haben heute einen Ehrenplatz in einem der vielen Fotoalben des Ehepaares. „Ich kannte das Grundstück schon aus Kinderzeiten, wenn mein Vater mit uns hierher gefahren ist“. 1969 – Erna Henning war bereits 70 Jahre alt – zog sie zu ihren Kindern nach Westberlin und schenkte ihrem Neffen Kurt und seiner Frau Gabriele das Grundstück.

Einziehen war jedoch nicht so einfach möglich. „Das lag hier im fünf-Kilometer-Radius der damaligen Grenze. Da brauchte es Genehmigungen“, erzählt er. Und auch zu machen war viel, denn es gab ja nur zwei Zimmer und eine Küche. Gut zwei Jahre wurde gebaut. Dann wurde es langsam ruhiger im Leben der beiden. Ende der 1970er-Jahre begannen sie, zu reisen. Viel in den Thüringer Wald, ins Erzgebirge oder den Harz, ab und an an die Ostsee. Was in der näheren Umgebung erreichbar war, besuchten sie mit dem Rad. Keiner von beiden hatte je einen Führerschein, geschweige denn ein Auto. „Das ging auch so alles“, bekräftigen sie. Nach der Wende gehörte Österreich zu ihren Lieblingszielen. die Faszination der Berge hatte es ihnen angetan.

Fünf Enkel, elf Urenkel

Auch die fünf Enkelkinder forderten ihre Zeit. Bis heute haben sich noch elf Urenkel dazu gesellt. Und fast alle sind am Sonnabend mit dabei, wenn der 65. Hochzeitstag am morgigen Sonnabend gebührend gefeiert wird. Nur eine Enkelin fehlt – sie arbeitet in der Hotelbranche und lebt auf den Jungferninseln. „Aber sie und ihre Familie sehen wir im August“, freuen sich die Jubilare schon heute.

Von Björn Bethe

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