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Hohen Neuendorf Bilder einer verflossenen Schönheit
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Bilder einer verflossenen Schönheit
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17:55 29.07.2019
Die ausgestellten Gemälde stießen auf großes Interesse bei den Gästen der Vernissage. Quelle: Jörg Helm
Hohen Neuendorf

Lässt sich heute noch jemand für die verschwundenen Rotpfuhle mobilisieren? Die Antwort wurde am Freitagabend gegeben und sie lautet ganz klar: ja! Bereits vor Beginn der Vernissage im Hohen Neuendorfer Café „Kunst & Filterkaffee“ drängten sich die Schaulustigen, um die betagten Gemälde von vier Künstlern in Augenschein zu nehmen. Das Erstaunen war groß: „War da mal viel Wasser drin!“ Zwei Bilder seines Großvaters Erick Popp stellte Jens-Peter Meisezahl zur Verfügung, als Dauerleihgabe übrigens. Aus dem Besitz von Ingrid Scharfschwerdt stammt ein Werk der jüdischen Malerin Lotte Greiffenberg und Marlis Gerlach steuerte eine Ansicht von Reinhard Hoffmüller bei. Eine Sonderstellung nimmt Hermann Scheffler ein. Erstmals wieder nach rund achtzig Jahren sind Entwurf und Endfassung vereint zu sehen. Letztere schmückte bisher den übergangsweisen Trausaal des neuen Rathauses und durfte ausgeliehen werden.

Matthias Salchow während seines Vortrages. Quelle: Jörg Helm

Kühle Getränke standen bereit und Matthias Salchow von den Heimatfreunden Hohen Neuendorf eröffnete schließlich die für drei Monate angesetzte Ausstellung mit dem Trinkspruch: „Auf unsere Rotpfuhle!“

Die mehr als 25 Gäste lauschten seinen Ausführungen zu den beiden seit 1997 verlandeten Seen, einstmals ein Eldorado für Schlittschuhläufer, Angler und naturliebende Spaziergänger. Es gab sogar mutige Badegänger, trotz des Gerüchts, hier würden hungrige Blutegel lauern. Der Niedergang begann mit der Verschmutzung durch die untaugliche Kläranlage der benachbarten Grenztruppen, wodurch der Fischbestand fast ausgerottet wurde. Verschiedene Gründe führten letztlich zu einem stetigen Sinken des Wasserspiegels.

Diese Idylle boten die Rotpfuhle dereinst. Quelle: Veranstalter

Ist eine Renaturierung möglich? Gewiss, das besagte bereits vor zehn Jahren der Pflege- und Entwicklungsplan eines Landschaftsarchitekturbüros auf der Grundlage einer hydrogeologischen Systemanalyse zur Revitalisierung der Rotpfuhle, erläuterte Salchow. Jener Plan sei allerdings in der Schublade verschwunden – weil seinerzeit das Geld gestrichen wurde. Auch heute noch tue sich die Stadtverwaltung schwer, verweise auf fehlende Gelder und die strengen Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde. Als Hemmschuh gelte auch die Sägekute, durch den Bahnbau in den 1960er-Jahren vom Wasser befreit und mit Müll zugeschüttet: eine Umweltsünde aus DDR-Zeiten. Denn es bestünde die Möglichkeit, dass bei steigenden Wasserständen der Rotpfuhle Schadstoffe über das Grundwasser ausgespült werden könnten. Eines steht fest: Zumindest der Kleine Rotpfuhl könnte ohne große Umstände wieder hergerichtet werden, also durch ein radikales Entfernen der am und im einstigen See sprießenden Gehölze. Und das funktioniert, wie schon einmal durch einen starken Zurückschnitt im Ansatz praktiziert. Im Frühjahr 2012 befand sich tatsächlich eine erstaunlich große Wassermenge dort, die zahlreiche Enten und Frösche anlockte. Doch die Freude währte nicht lange. Nicht nur bei Matthias Salchow, sondern auch im Publikum herrschte Wehmut hinsichtlich des jämmerlichen Zustandes der ehemaligen Rotpfuhle.

Durch die nun im Café „Kunst & Filterkaffee“ ausgestellten Gemälde wird nochmals der Blick auf die verflossene Schönheit der zwei Seen namens Rotpfuhle gelenkt. Als Hohen Neuendorfer Naherholungsgebiet verdienen sie es ganz sicher, aus dem Dornröschenschlaf erweckt zu werden. Und wie heißt es doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Von MAZonline

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