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Hohen Neuendorf Der Grenzturm schmückt sich
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Der Grenzturm schmückt sich
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19:15 05.06.2019
Eingerüstet: der Naturschutzturm der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Quelle: Fotos: Helge Treichel
Bergfelde

Einst quasi für die Ewigkeit gebaut, ist der ehemalige Grenzturm der Berliner Mauer in Bergfelde – jetzt Naturschutzturm – hinter der blendenden Fassade zum Teil recht marode. Die Fugen zwischen den Betonplatten bröckeln und müssen erneuert werden. Ein Baugerüst ist deshalb errichtet worden. Auch im Innern und auf dem Dach müssen einige denkmalgerechte Anpassungen vorgenommen werden.

„Die Standsicherheit ist keinesfalls gefährdet, aber wir müssen etwas tun“, sagt Dirk Hartung. Der Vorsitzende des Regionalverbandes Oberhavel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) steht auf dem Baugerüst, bricht ein Stück Mörtel heraus und lässt den Klumpen effektvoll zwischen Daumen und Zeigefinger zerbröseln. „Der Anstrich hat vieles verdeckt“, sagt er mit ernster Miene. Umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten stünden an. Dafür erhalte der Verein eine Förderung.

Dirk Hartung lässt den Putz zerbröseln. Quelle: Helge Treichel

302 Grenztürme gab es bis zum Mauerfall an der ehemaligen Grenze zwischen DDR und West-Berlin. Einer von ihnen, die ehemalige Führungsstelle Bergfelde, wird seit 1990 von Naturschützern genutzt. Er ist einer von insgesamt vier Türmen, die bis heute am Originalstandort erhalten geblieben sind, und von der deutschen Teilung zeugen, die seit mittlerweile fast 30 Jahren Geschichte ist. Bis zum Jubiläum am 9. November dieses Jahres sollen die Arbeiten beendet sein.

Es soll aber auch noch mehr geschaffen werden: Zusätzlich zu den bereits ausgestellten Exponaten sollen 20 Stelen aufgestellt werden, mit denen an die Geschichte der Mauer erinnert wird, erläutert Dirk Hartung. Ziel sei es, einerseits das Schicksal der Mauertoten zu beleuchten, andererseits aber auch den Einfluss dieses Bauwerks auf das alltägliche Leben der Menschen darzustellen – bis hin zum Bau der neuen S-Bahnstrecke nach Ost-Berlin.

Ein Schaubienenvolk auf dem Gelände des Naturschutzturms. Quelle: Helge Treichel

Für diese neue Freiluftausstellung gebe es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie dem Marie-Curie-Gymnasium, so Hartung. Gesucht werde in diesem Zusammenhang noch Fotomaterial, das den Zustand der hiesigen Grenzanlagen zwischen 1961 und 1990 zeigt, so Hartung. Das Interesse gelte überdies Fotografien vom Bau der Bahnstrecke. Über diesbezügliche Angebote freut sich Dirk Hartung per Mail (hartung.dirk@googlemail.de) oder Telefon (0172/5 62 23 24).

Zur Vorbereitung gab es am Mittwoch ein Treffen zwischen René Brunner vom SDW-Vorstand, dem zuständigen Geschichtslehrer Dietrich Böwe und Manfred Wichmann, dem Kurator für Sammlungen und Archiv der Mauergedenkstätte. Der Plan ist es, dass Schüler der zehnten Jahrgangsstufe während einer Projektwoche nach Pfingsten zum Thema recherchieren und ihre Ergebnisse am Ende vortragen. Die unterstützende Beratung – in rechtlicher Hinsicht und wie das Material für die Stelen aufbereitet wird – sicherte Wichmann zu. Nach seinen Worten besitze die Mauergedenkstätte allgemein zwar eine Fülle von Exponaten und Informationen, jedoch sei die Datenbasis ausgerechnet für den Mauerabschnitt in Bergfelde und Hohen Neuendorf vergleichsweise gering. Dies soll sich ändern – auch mit Hilfe der Schüler-Forscher. „Ich finde gut, dass die Arbeiten benotet werden“, so René Brunner. Er hoffe, dass sich möglichst viele Zeitzeugen melden.

Dieses Projekt gehöre zu jenen, die beim SDW-Sommerfest am Sonnabend, 15. Juni, ab 15 Uhr auf dem Gelände des Naturschutzturms vorgestellt werden, kündigte Hartung an. Außerdem werde das umfangreiche Angebot für Schulen, Kindergärten und Familien im Zuge des „Naturforscher“-Projekt vorgestellt. Für jede Jahreszeit gibt es bis zu zehn unterschiedliche Themenmodule. Hinzu kommen Projekt- und Wandertage sowie Patenschaften für Bienen und Eichhörnchen. Einen Imbiss und Alt-Berliner-Blasmusik gebe es auch, kündigt Dirk Hartung an.

Von Helge Treichel

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