Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Hohen Neuendorf Dieser Pauker macht Mathematik spielend leicht
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Dieser Pauker macht Mathematik spielend leicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:03 23.11.2019
Marcus Wagner stellte im Ratssaal mathematische Experimente aus seinem Buch "Wie man einen Würfel aufpustet" vor: Mit Schaschlikstäben und Gummiringen lässt sich ein Hyperboloid basteln. Quelle: Matthias Busse
Hohen Neuendorf

Marcus Wagner hat es erneut getan: Der Mathematiklehrer vom Marie-Curie-Gymnasium schrieb ein Mathematikbuch – sein inzwischen drittes, das er zusammen mit dem Gießener Mathematikprofessor Albrecht Beutelsbacher entwickelte. Dem Autoren-Duo ist mit dem Titel „Wie man einen Würfel aufpustet“ abermals eine Sammlung von kurzweiligen Experimenten zum Nachmachen gelungen. Sie nimmt die Angst vor der eigentlich trockenen Theorie und offenbart Prinzipien des Umgangs mit Zahlen und Geometrie.

Zuhörer konnten selbst experimentieren

So wurde die Buchvorstellung im Rahmen der Kultursalon-Reihe der Stadt im Ratssaal auch keine Lesung. Sondern am Freitag lud Wagner zum vergnüglichen Mitmach-Abend für alle, die Spaß an Logik und Knobeln haben. Davon gab es zahlreiche: Ein diesmal auffallend jüngeres Publikum füllte nahezu alle Plätze.

Marcus Wagner stellte im Ratssaal mathematische Experimente aus seinem Buch "Wie man einen Würfel aufpustet" vor: Hier faltet er einen Notizzettel nach den Prinzipien des pythagoreischen Tripel so, dass die Seitenverhältnisse vom Goldenen Schnitt sichtbar werden. Die Faltanleitung ziert als Tattoo seine rechte Wade (rechts im Hintergrund). Quelle: Matthias Busse

Das ist auch so gewollt. „Das Buch ist ausdrücklich für Eltern und ihre Kinder“, beschreibt der Autor die Zielgruppe. Denn wenn Familien gern basteln, dann können sie dabei Regeln der Mathematik ganz praktisch entdecken. „Die Idee ist, ich brauche dazu möglichst wenig Material.“ So erklärt Wagner den Goldenen Schnitt in Kunst und Architektur, indem er sein Publikum einen quadratischen Notizzettel nach einer speziellen Methode falten lässt. „Mathematik und Ästhetik sind nicht weit voneinander entfernt“, resümiert er, „was mathematisch dahinter steckt, das ist ganz schön anspruchsvoll.“

Den Anstoß zur Buchreihe gaben Lehrer

Doch mit Theorie zu langweilen, das ist seine Sache nicht. Sondern lieber fordert er die Intelligenz seiner Zuhörer mit Zahlen- und Logikspielen heraus. Anhand von zwei Wollfäden, die er das Publikum an deren vier Enden beliebig verknoten lässt, macht er Wahrscheinlichkeitsrechnung anschaulich. Etwas aufwendiger ist es schon, mindestens 16 Schaschlik-Spieße mit Gummiringen zu einem Hyperboloid zu verbinden. Wagner hat das vorbereitet und macht mit dem beweglichen Körper Lust darauf, es zuhause selbst zu versuchen.

Marcus Wagner stellte im Ratssaal mathematische Experimente aus seinem Buch "Wie man einen Würfel aufpustet" vor. Mit Schaschlikstäben und Gummiringen lässt sich ein beweglicher Hyperboloid basteln. Quelle: Matthias Busse

Dabei seien es vor allem Lehrer gewesen, die den Anstoß zu der Buchreihe im Herder-Verlag gaben. Damals volontierte er von 2005 bis 2007 nach seinem Lehramtsstudium der Physik und Mathematik am „Mathematikum“ in Gießen, das sein damaliger Mathe-Professor Albrecht Beutelsbacher gegründet hatte. Das Mitmach-Museum arbeitet ebenfalls anschaulich experimentell. „Immer wieder wurden wir angesprochen, ob man das nicht auch mitnehmen kann“, erinnert sich Wagner.

Marcus Wagner stellte im Ratssaal mathematische Experimente aus seinem inzwischen dritten Buch "Wie man einen Würfel aufpustet" vor. Quelle: Matthias Busse

Ihr Erstling, „Wie man durch eine Postkarte steigt“, kam 2008 im Jahr der Mathematik zur rechten Zeit und füllte eine Lücke bei populärwissenschaftlichen Büchern. „Wir erreichten Platz 25 auf der Jahresbestseller-Sachbuchliste des Spiegel und haben mehr als 65000 Exemplare verkauft“, freut sich der 40-Jährige immer noch, hinter Prominenten wie Richard David Precht, Hape Kerkeling oder Helmut Schmidt gestanden zu haben. Danach folgte 2012 der Titel „Warum Kühe gern im Halbkreis grasen“.

Marcus Wagner zeigt Mathematik überall im Alltag

Bei Marcus Wagner geht Mathematik unter die Haut. Nicht nur in seinen Experimenten, sondern wortwörtlich. Sein erstes Piercing ließ er sich zum Studienbeginn nach dem überwundenen anfänglichen „Mathe-Schock“ stechen. Die Fibonacci-Zahlen bedecken als Tattoo seinen rechten Arm von oben bis unten, die Herleitung der Dreiecks-Seitenverhältnisse zum pythagoreischen Tripel schmückt eine Wade. So viel Engagement verlangt er von seinen Schülern jedoch nicht.

Sein Ziel ist simpler: „Ich möchte nicht, dass jemand mit Groll auf die Mathematik die Schule verlässt. Die Tür zur Mathematik soll immer offen bleiben.“ Geöffnet hat er sie auch für alle Hohen Neuendorfer. Ihnen bietet er auf der Seite des Marie-Curie-Gymnasiums einen Audio-Guide an. Mit seinen Schülern erarbeitete er 2015 einen Stadtrundgang, auf dem man Zahlen, Formen und Muster mit ihren dahinter stehenden Prinzipien entdecken kann. Daran soll sein nächstes Buch anknüpfen: „Wir haben einen mathematischen Stadtführer vor, universell für jede Stadt.“

Von Matthias Busse

Der Berliner Pro-Kat-Verein stellt an diesem Wochenende in der Hohen Neuendorfer Stadthalle aus. 137 Rassekatzen sind zu sehen –vom British Kurzhaar bis zur Burma-Katze.

23.11.2019

Die Abiturientin Aenne Mattner aus Schildow untersuchte Prozesse um das eingewanderte Indische Springkraut. Als erste Oberhavlerin errang die junge Forscherin einen Dr. Hans Riegel-Fachpreis. Ihre Zukunft sieht sie aber in der Psychologie.

22.11.2019

Sondersitzung stimmt Finanzplan 2020 zu

22.11.2019