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Hohen Neuendorf Diese Feuerwehrleute stehen füreinander ein und halten zusammen
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Diese Feuerwehrleute stehen füreinander ein und halten zusammen
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12:21 27.09.2019
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bergfelde zusammen mit den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und dem Förderverein. Quelle: Robert Roeske
Bergfelde

„Deine Nachbarn brauchen Dich.“ Der Slogan ist seit 2016 erfolgreich. Auf 38 Aktive ist die Freiwillige Feuerwehr Bergfelde seitdem angewachsen. Teil der Kampagne ist auch der „Mitmachtag“, bei dem Interessierte nicht nur wie beim sonst üblichen Tag der offenen Tür die Geräte betrachten, sondern selbst einmal in der Hitze eines kontrollierten Brandes mit dem Strahlrohr löschen dürfen. „Im Jahr 2017 haben wir dabei sechs, 2018 zwei neue Kameraden gewonnen“, freut sich Zugführer Thomas Bruch, „wir suchen aber weitere Mitglieder, um die Tagesbereitschaft herstellen zu können.“

Ein Gesicht der Aktion war 2017 Gideon Fieguth. Der damals 16-jährige Schüler posierte in voller Montur mit entschlossenem Blick und Beil in der Hand für ein Werbebanner. Heute schickt er sich an, Profi zu werden – natürlich nicht in seiner Heimatstadt Hohen Neuendorf, wo wie in ganz Oberhavel die Retter qualifizierte Nachbarn sind. Sie eilen bei einem Notruf von ihren Arbeitsplätzen oder ihrem Zuhause in die Wache.

Hobby zum Beruf gemacht

Seine Berufsausbildung absolviert Fieguth daher bei der Berliner Berufsfeuerwehr. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er. Schon im Ehrenamt brachte er es zum Maschinisten und Atemschutzträger, darf also mit dem Löschfahrzeug ausrücken und in verrauchten Innenräumen agieren. Nach Feierabend geht er dann zu den fast wöchentlichen Übungen in Bergfelde und leitet alle zwei Wochen als zweiter Kinderwart von Hohen Neuendorf die Jüngsten bis neun Jahre an. Dazu kommen dann nicht nur unvorhersehbare Einsätze, sondern auch Sonderübungen, wie kürzlich ein 24-Stunden-Dienst.

Neele und Tobias aus Bergfelde wetteifern um den schnellsten Löschangriff der Jugendfeuerwehren Hohen Neuendorfs. Quelle: Matthias Busse

„Ganz schön viel“, gibt Fieguth zu. Von der Feuerwehr kann er derzeit kaum abschalten. Dennoch ist er sowohl mit Berufswahl und Freizeitgestaltung glücklich: „Die Kameradschaft ist immer da. Deshalb macht man Feuerwehr, weil alle auf einer Wellenlänge sind.“ Natürlich ist er selbst auch privat für die anderen da, etwa bei Wohnungsumzügen. Das Motto der „Drei Musketiere“ – „Einer für alle, alle für einen“ – hängt in der Feuerwache an der Triftstraße am Übergang zum Schulungsraum.

Was fehlte, wurde selbst gebaut

Den rückwärtigen Raum hat Manfred Bruchmann 1976 mit seinen Kameraden angebaut. Der gelernte Maurer konnte ebenfalls auf die anderen zählen: „Wir hatten alle Gewerbe beisammen.“ Dabei versichert sich der 77-Jährige frühere Oberbrandmeister der Zustimmung von Paul Gerik. Der 85-Jährige erzählt von Zimmerleuten unter ihnen, die den Dachstuhl für die neue Fahrzeughalle errichteten, in der heute die beiden Löschfahrzeuge stehen. Das war 1988.

Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bergfelde: Paul Gerik (l.) und Manfred Bruchmann. Quelle: Matthias Busse

Nach der deutschen Wiedervereinigung sanierten die Gemeinden auch die Feuerwachen. Nicht jedoch die in Bergfelde. „Wärt ihr nicht so fleißig gewesen, dann wärt ihr auch dran gekommen“, hätten die beiden später immer wieder gehört. Zugführer Bruch meint aber, dass sich nun auch bei ihnen etwas tun werde. Das 1914 errichtete Hauptgebäude ist marode und zu klein. „Die Fahrzeuge werden immer größer“, begründet Thomas Bruch. Der Turm ist überflüssig geworden, denn die Schläuche werden nach jedem Einsatz im Feuerwehrtechnischen Zentrum Gransee gewartet. Noch stehen die Umkleiden in der winzigen alten Barkas-Autohalle, die der Jungend im Flur. Aber schon freuen sich die Kameraden über neue Einsatzkleidung. „Die Stadt hat dafür viel Geld in die Hand genommen“, lobt Bruch.

Zugführer Thomas Bruch. Quelle: Robert Roeske

Manfred Bruchmann erzählt von den schwierigen Anfängen. Denn sein Vater Wilhelm Bruchmann begründete 1909 die freiwillige Feuerwehr im wachsenden Bergfelde mit. Eine Trompete erinnert den Sohn an die Zeit nach 1945. „Gleich nach dem Krieg funktionierte die Sirene nicht. Für einen Einsatz liefen Vater oder Mutter auf die Straße und haben getutet“, amüsiert er sich. Mit Stolz erinnert er sich, wie sein Vater und weitere Kameraden 1956 einen ausgemusterten russischen SIS-Laster zum ersten geschlossenen Löschfahrzeug ausbauten.

Es war nicht das erste Fahrzeug und sollte bis 1993 nicht das letzte bleiben, das die Freiwilligen in Eigeninitiative und oft in Kooperation mit der Autowerkstatt Neumann herrichteten. Im neuen Jahrtausend kamen dann aber moderne Tanklöschfahrzeuge LF8/6 und TLF20/50. Neue Herausforderungen bemerkt Feuerwehrchef Bruch inzwischen: „Mit dem Älterwerden der Bevölkerung nehmen die Türnotöffnungen zu. Dafür haben wir neues Equipment zur schonenden Schlossöffnung auf jedem Löschzug.“ Neunmal wurden die Freiwilligen 2019 deshalb bereits alarmiert, um zumeist hilflose Menschen aus ihren Wohnungen zu befreien.

Die Feuerwehr Bergfelde

Das Gründungsjahr ist 1909.

Die Handspritze stand in einem Holzschuppen mit Steigerturm.

Ein fester Bau wurde dort 1914 errichtet, der aber erst ab 1931 eine Motorspritze beherbergte.

Das erste Auto wurde 1932 angeschafft, 1934 zusätzlich ein Mercedes und eine Tragkraftspritze.

1946 richteten örtliche Werkstätten ein Taxi und eine Spritze her.

Aktuell stehen in der Feuerwache zwei Löschfahrzeuge, ein Quad, ein Mannschafts- und ein Kommandowagen. Außerdem eine Feldküche zur Versorgung der Mannschaften bei Katastrophen.

Das Personal besteht aus 38 Aktiven (davon vier Frauen) und 14 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung. Zur Jugendfeuerwehr gehören 19 Heranwachsende (davon sieben Mädchen) ab zehn Jahren.

Zugführer ist seit 2016 Thomas Bruch, Vorsitzende des Fördervereins Tamara Englert.

Zu erreichen sind die Kameraden freitags um 18 Uhr in der Triftstraße 7 oder Telefon 03303/50 18 74.

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Von Matthias Busse

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