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Hohen Neuendorf Gelbe Säcke haben ausgedient
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Gelbe Säcke haben ausgedient
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18:31 30.09.2019
14 000 Tonnen mit dem markanten gelben Deckel stehen im Zwischenlager in Velten bereit. Fünfmal so viele werden bis zum Jahresende an die Haushalte in Oberhavel verteilt. Quelle: Fotos: Helge Treichel
Velten

Aufgerissene gelbe Säcke und vom Winde verwehter Verpackungsmüll sollen ab 1. Januar 2020 in Oberhavel der Vergangenheit angehören: Ab Jahresbeginn werden die Wertstoffe der Dualen Systeme im Landkreis Oberhavel ausschließlich noch mit Hilfe von „gelben Tonnen“ entsorgt – entgeltfrei, wie AWU-Geschäftsführer Manfred Speder sagte. Die Kosten würden bereits mit dem Einkauf der Artikel beglichen.

Dazu werden ab dem 1. Oktober rund 75 000 der 240-Liter-Behälter mit dem knallgelben Deckel in ganz Oberhavel verteilt – und das, obwohl bereits rund 2000 der vierrädrigen Großcontainer mit je 1100 Liter Fassungsvermögen für Mehrfamilienhäuser im Einsatz sind. Auch deren Bestand soll ab 21. Oktober ergänzt und erneuert werden.

Während der Pressekonferenz bei der AWU in Velten (v.l.): Fuhrparkleiterin Annette Fürstenberg, Marketingverantwortliche Kaharina Pappalardo, Geschäftsführer Manfred Speder, Landrat Ludger Weskamp (SPD) sowie ESE-Servicemanager Frank Fritsche. Quelle: Helge Treichel

Der Anfang wird jeweils im Stadtgebiet von Kremmen gemacht. Es folgen in dieser Reihenfolge: Oberkrämer, Hennigsdorf, Velten, Leegebruch, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Glienicke, Mühlenbecker Land, Oranienburg, Liebenwalde, Löwenberger Land, Zehdenick, Amt Gransee und Gemeinden sowie Fürstenberg. Die gelben Tonnen werden für Privathaushalte kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das gilt auch für Gewerbetreibende, bei denen die Abfälle denen von Privathaushalten gleichen. Für Firmen muss die Tonne jedoch beim Abfallentsorger AWU bestellt werden.

Damit werde die Abfallentsorgung in Oberhavel völlig neu organisiert und auf eine neue Qualität gebracht, lobte Landrad Ludger Weskamp (SPD) beim Ortstermin am Montag und verwies zugleich auf die Bio-Tonne, die zum 1. Juli nächsten Jahres im Landkreis eingeführt werden soll. Das Einsammeln der gelben Säcke sei „keine Technik, die zielführend ist“. Das gelte insbesondere für heiße und stürmische Tage, so Weskamp mit Verweis auf die Geruchsbelästigung und auf der Straße verstreute Verpackungen.

Wissenswertes zur AWU und der gelben Tonne

Die AWU Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH Velten entsorgt im Auftrag des Landkreises Oberhavel die Abfälle aus rund 75 000 Haushalten.

Das Unternehmen konnte die Ausschreibung erneut gewinnen und beliefert nun mit seinem Partner ESE alle Haushalte mit der gelben Tonne.

In die gelbe Tonne gehören Verpackungen wie Joghurtbecher samt Deckel, Getränkekartons, Spraydosen, Konserven- und Tierfutterdosen, Steingutflaschen, Baumwollbeutel, Holzschächtelchen sowie Zahnpastatuben und Kunststofflaschen.

Die Verpackungen sollen restentleert („löffelrein“), aber nicht gespült in die Sammlung gegeben werden.

NICHT in die gelbe Tonne gehören: Altkleider, Blechgeschirr, CDs und Disketten, Elektrogeräte, Einwegrasierer, Faltschachteln, Glas, Hygieneartikel, Katzenstreu, Kinderspielzeug (Holz, Kunststoff, Blech), Kugelschreiber, Klarsichthüllen, Luftmatratzen und Zelte, Porzellangeschirr, Tapetenreste, Videokassetten sowie Styroporreste.

Gleichzeitig würden sich die Arbeitsbedingungen für insgesamt 14 Mitarbeiter verbessern. Diese besäßen einen Führerschein und könnten somit weiter für die AWU tätig sein, betonten Landrat und Geschäftsführer übereinstimmend. Die körperliche Arbeit unter zum Teil schwierigen Witterungsverhältnissen entfalle. Die am Straßenrand platzierten Tonnen würden nun vollautomatisch geleert.

Um Fehlbefüllungen mit zum Beispiel Bauabfällen, Windeln oder Altkleidern zu vermeiden, gebe es vor der Leerung stichprobenartige Kontrollen. „Wir haben dafür extra jemanden eingestellt“, sagte Manfred Speder. Falsch befüllte Tonnen würden gekennzeichnet und von der Leerung ausgeschlossen. Die Behälter könnten dann von den Betroffenen nachsortiert und erneut zur Abholung bereitgestellt werden – jedoch erst am nächsten Abholtag zwei Wochen später. „Eine frühere Nachleerung wegen Falschbefüllung erfolgt nicht“, erläuterte Speder.

AWU-Prokurist Christoph Rippchen (l.) und ESE-Serviceleiter Frank Fritsche. Quelle: Helge Treichel

Die neuen Tonnen werden bei der Verteilung vor jedes Grundstück gestellt und sind mit der jeweiligen Adresse gekennzeichnet, um Verwechslungen zu vermeiden. Entleert werde ab Januar 2020 im gewohnten Zwei-Wochen-Rhythmus. Gelbe Säcke würden dann nicht mehr mitgenommen.

Die Verteilung der Tonnen übernimmt der Hersteller – die ESE GmbH Services mit Sitz in Neuruppin. Von den 260 Mitarbeitern dort würden jährlich zwei Millionen Tonnen mit zwei Rädern und gut 400 000 Container mit vier Rädern in drei Schichten produziert, erläuterte Serviceleiter Frank Fritsche. Dabei sollen in diesem Jahr erstmals 70 Prozent recyceltes Mülltonnen-Material zum Einsatz kommen. Bisher seien es gut 60 Prozent gewesen. Die gelben Tonnen seien sogar mit dem Logo des Umweltengels versehen, da hierfür mindestens 80 Prozent Recyclingmaterial verwendet werden. Für die OHV-Behälter würden allein so 640 Tonnen CO2 vermieden. Durch den Tonnen-Einsatz würden in Oberhavel 7,75 Millionen gelbe Säcke pro Jahr eingespart. Das entspreche einer Masse von 115 Tonnen Kunststoff, erläuterte Speder.

Die Eckdaten sind auf dem Tonnendeckel noch mal erläutert: AWU-Geschäftsführer Manfred Speder (l.) und Landrat Ludger Weskamp. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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