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Hohen Neuendorf Grundschüler untersuchen Schulwege mit Adleraugen
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Grundschüler untersuchen Schulwege mit Adleraugen
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01:17 23.11.2018
Robina und Collin überreichten die Ergebnisse an den Beigeordneten Alexander Tönnies und den Vize-Stadtverordnetenvorsteher Holger Mittelstädt.
Robina und Collin überreichten die Ergebnisse an den Beigeordneten Alexander Tönnies und den Vize-Stadtverordnetenvorsteher Holger Mittelstädt. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Mädchen und Jungen der Waldgrundschule Hohen Neuendorf haben im Umfeld ihrer Schule nach Gefahrenstellen im Straßenverkehr Ausschau gehalten. Titel des Projekts: „Kleine Adler für sichere Schulwege“. Dafür erkundeten sie in Gruppen von fünf bis sechs Schülern und in Begleitung eines Erwachsenen verschiedene Gebiete zu Fuß oder mit dem Rad. Zusätzlich beantworteten sie Fragen zu ihrem eigenen Schulweg. Diese Daten wurden von Maren Born vom Netzwerk Verkehrssicherheit Brandenburg ausgewertet und aufbereitet. Die Ergebnisse präsentierten die Kinder am Montag im Rathaus. Eine Mappe mit der Zusammenfassung wurde an Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Kommunalpolitik übergeben.

Mehr als die Hälfte der Befragten schon in brenzliger Situation

Für besonders bemerkenswert hielt Maren Born das Ergebnis der Befragung: 13 von 23 befragten Fünftklässlern hätten angegeben, schon einmal eine gefährliche Situation im Straßenverkehr erlebt zu haben beziehungsweise beinahe angefahren worden zu sein. „Das ist mehr als die Hälfte“, betonte die wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam. In den Jahren 2015 bis 2017 habe es durchschnittlich sechs Unfälle mit beteiligten Kindern und Jugendlichen im Alter von bis zu 17 Jahren im Einzugsgebiet der Waldgrundschule gegeben. Zum Glück sei dabei niemand ernsthaft verletzt oder getötet worden, so Maren Born. Passiert seien die Unfälle beim Überqueren der Albertstraße (bei der B 96 durch Abbieger), an der Kaufland-Kreuzung, beim Überqueren der Schönfließer Straße (Höhe Ruhwaldstraße) sowie der Bahnstraße aufgrund mangelnder Sicht durch abgestellte Fahrzeuge, zweimal in Nebenstraßen, auf der B 96 (Höhe Getränke-Hoffmann), aufgrund hoher Geschwindigkeiten von Fahrzeugen in Nebenstraßen, an einer Einfahrt auf dem Bürgersteig sowie beim Überqueren von Fahrbahnen an den Kreisverkehren an der Sporthalle sowie in Richtung Niederheide.

Abgestellte Fahrzeuge behindern die Sicht

In der Mittelstraße und Wilhelm-Külz-Straße werden häufig abgestellte Firmenfahrzeuge sowie Pkw als Sichtbehinderung und somit Gefahrenquelle identifiziert. Auch weit in den Gehweg hineinragende Hecks von Pkw werden als zusätzliche Gefahr auf dem ohnehin schmalen Gehweg erachtet. Außerdem würden Büsche zu weiteren Einengungen sorgen. Handlungsbedarf wird am Kreisverkehr am Rathaus gesehen, weil Markierungen und Querungshilfen fehlen. Sogar die Kauflandkreuzung wird trotz der Ampel wegen der Unübersichtlichkeit und langer Wartezeiten als unsicher empfunden. Um gefährliche Straßenüberquerungen zu vermeiden, würden Radfahrer häufig die falsche Fahrbahnseite nutzen. Das treffe beispielsweise für die Karl-Marx-Straße zu. An der Triftstraße (Lidl) sei die Sicht schlecht. Auch hier werden Querungshilfen empfohlen. Für die Stolper Straße werden ein Tempolimit, eine Radverkehrsführung und eine Anbindung über den Hohen Neuendorfer Weg empfohlen.

Vorschläge fließen in kommunale Planungen ein

Viele weitere Vorschläge sind in der mehr als 20-seitigen Zusammenfassung aufgelistet. Aber auch positive Beispiele, bei denen bereits auf Hinweise einer ersten Projektrunde reagiert wurde. Das Papier werde bei aktuellen und künftigen Planungen berücksichtigt, sicherte Bürgermeister-Stellvertreter Alexander Tönnies zu.

Auch die Hohen Neuendorfer Revierpolizisten Katrin Urack und Torsten Schmidt saßen bei der Präsentation mit am Tisch. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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