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Hohen Neuendorf Angriff auf dem Spielplatz
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Angriff auf dem Spielplatz
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20:17 28.10.2019
Der Adolf-Damaschke-Platz in Hohen Neuendorf wurde zum Spielplatz umgebaut und ärgert seitdem die Anwohner. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen minderjährigen Jugendlichen und einem 54-jährigen Anwohner des Adolf-Damaschke-Platzes im vergangenen Juli hat langfristige Folgen – juristisch und medizinisch.

Der Hohen Neuendorfer, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, wurde am 8. Juli Opfer einer Gewaltattacke, weil er das Gespräch mit vier Jugendlichen gesucht hat. Seit der Eröffnung des Spielplatzes 2018 waren dort regelmäßig lärmende Jugendgruppen aufgefallen. Auch an diesem Tag.

Der 54-Jährige, der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt war, sah eine Nachbarin mit den Jugendlichen diskutieren. Anliegen der Frau: Sie sollten ihren Lautsprecher ausschalten oder wenigstens leiser machen. Spontan entschloss der Mann sich, den jungen Burschen selbst einmal ins Gewissen zu reden. Doch die gaben ihm genervt zu verstehen: „Hau ab!“ Er drohte, Fotos zu machen und die Polizei zu rufen. Ohne Vorwarnung habe ihm einer der 14-Jährigen daraufhin mit gestrecktem Bein gegen den Brustkorb getreten. Mit den Worten „Bilder weg!“ habe er versucht, das Handy zu greifen. Bei dem Gerangel seien sie beide über einen Busch gestolpert und zu Boden gegangen. Als es ihm gelungen sei, den Jungen in den Schwitzkasten zu nehmen, habe ihn ein anderer mit Tritten gegen die Schulter und den Hals traktiert, berichtet der 54-Jährige. Nachbarn hätten die Polizei gerufen, insgesamt fünf kamen als Zeugen zusammen. Die Beamten waren nach zehn Minuten da und nahmen den Sachverhalt innerhalb einer Stunde auf.

Weitere verbale Drohungen am Gartenzaun

Weitere anderthalb Stunden später seien drei der Jugendlichen noch einmal an seinen Gartenzaun gekommen, um ihn zu bedrohen. Er hätte mehr als die Tritte und Schläge verdient. Sie würden seinen Briefkasten sprengen. Das Opfer erstattete Anzeige gegen alle vier. Gegen die zwei Schläger wegen gefährlicher Körperverletzung und gegen die anderen beiden wegen Beihilfe. Neben dem staatsanwaltlichen Strafverfahren gebe es eine Zivilklage auf Schadensersatz.

Dass einer der vier aus Syrien stammt, sei ihm im Nachhinein als ausländerfeindlich ausgelegt worden. Aber das habe keine Rolle gespielt, beteuert der Mann: „Ich habe ihn nur aufgefordert, deutsch zu sprechen, als er mit seinem ,Jalla, Jalla’ anfing.“ Inzwischen lebe der Jugendliche in einer anderen Stadt. Und die drei Deutschen hätten sich nicht mehr bei ihm blicken lassen.

Opfer klagt über dauerhafte Schmerzen

Durch dauerhafte Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich werde er täglich an den Vorfall erinnert , sagt der Hohen Neuendorfer. Um so mehr ärgert ihn, dass sich die Stadtverwaltung in Person des Bürgermeisters dagegen sperrt, der von den Anwohnern geforderten Umzäunung zuzustimmen. Steffen Apelt (CDU) hatte dies in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung mit Verweis auf die verbauten Steuergelder kategorisch abgelehnt. „Ein Verbotsschild reicht aber nicht“, ist der Spielplatzanwohner überzeugt. Und er ist froh, dass sein Fall endlich öffentlich zur Sprache kommt: „Unsere Lebensqualität geht flöten. Die wollen wir zurückhaben.“

Ziel: Gesund werden und endlich Ruhe haben

Dass ein mit Steuergeld bezahlter Spielplatz jederzeit öffentlich zugänglich sein muss, sei für ihn keine schlüssige Begründung, sagt der 54-Jährige. In Glienicke, wo man sich das Konzept mal anschauen will, seien Einzäunungen schließlich auch möglich.

Er ärgert sich zugleich darüber, dass die Betroffenen nicht genügend in Planungen einbezogen würden und in der Bauphase geäußerte Einwände ignoriert worden seien. Persönlich hat der Attackierte ein klares Ziel: „Gesund werden, mit der Sache abschließen – und Ruhe haben.“

Von Helge Treichel

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