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Hohen Neuendorf Kommunalwahl: CDU wird die stärkste Kraft
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Kommunalwahl: CDU wird die stärkste Kraft
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16:12 27.05.2019
Die Wahlbeteiligung, hier in Borgsdorf, lag bei  66,17 Prozent.
Die Wahlbeteiligung, hier in Borgsdorf, lag bei 66,17 Prozent. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Mit 21,04 Prozent ist die CDU nach der Kommunalwahl am Sonntag stärkste Kraft in Hohen Neuendorf. In die Stadtverordnetenversammlung werden Christian Wolff, Cathrin Brunke, Raimund Weiland, Michael Heider, Florian Hübner und Michael Reichert einziehen. Die Grünen kommen auf 17,89 Prozent der Stimmen. Vertreten sein werden Nicole Florczak, Oliver Jirka, Franziska Reichel, Thomas von Gizycki, Tristan Hoffmann und Julia Manuela Schmidt. Die SPD landet mit 14,84 Prozent auf dem dritten Platz. Einziehen werden Inka Gossmann- Reetz, Josef Andrle, Sabine Beatrix Fussan, Holger Mittelstädt und Jutta Sigrid Lindner.

Rund 14 Prozent für die Linke

Die Linke holt 13,83 Prozent der Stimmen, Lukas Lüdke, Anne Wiezorek, Sylvia Scholz und Klaus-Dieter Hartung sind im neuen Gremium vertreten. Die AfD holt 11,98 Prozent der Stimmen, Thomas Kay, Hardtmut Schön, Jacqueline van Ginneken und Horst Tschaut sitzen in der neuen Stadtverordnetenversammlung. Die FDP holt 5,98 Prozent, für sie ziehen Christian Erhardt-Maciejewski und Matthias Münch ein. Der Stadtverein bekommt 8,32 Prozent der Stimmen, im neuen Gremium werden Hans-Joachim Guretzki, Harald Güther und Susen Hothmer sitzen. Die Tierschutzpartei kommt auf 4,56 Prozent, Kerstin Hamann wird sie in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,17 Prozent.

„Wir hätten uns mehr gewünscht“, sagt Christian Wolff namens der CDU. Geknickt sei man aber nicht: Die Christdemokraten verlieren zwar einen Sitz, konnten sich aber als stärkste Faktion behaupten und sind als Stadt künftig mit zwei Abgeordneten im Kreistag vertreten (Michael Heider, Sandra Apelt), umreißt Wolff die neue Ausgangslage. Die CDU werde die im Wahlkampf gesetzten Themen künftig stärker herausarbeiten.

Ihre Sitze von drei auf sechs verdoppelt konnten die Bündnisgrünen, was den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Thomas von Gizycki freut: „Wir haben ein junges, tolles Team.“ Ziel sei es, die gewachsene Personalstärke umzumünzen, indem mehr Themen kritisch begleitet werden.

Auf zwei Sitze haben die Liberalen ihre Stärke ebenfalls verdoppelt, „wodurch wir endlich wieder Fraktionsstärke haben“, bilanziert Christian Erhardt-Maciejewski: „Wir sind hochzufrieden.“ Das sei das beste Wahlergebnis der FDP in der Stadt seit 1990.

„Wir halten daran fest, dass es weiterhin nur gemeinsam in dieser Stadt voran gehen wird“, sagt SPD-Spitzenkandidatin Inka Gossmann-Reetz. „Natürlich ist unser Ergebnis nicht zufriedenstellend“, sagt sie. Der Bundestrend habe auf kommunaler Ebene voll durchgeschlagen, „was nicht nur für uns bitter ist“. Aber die Landtagsabgeordnete blickt nach vor: „Wir nehmen uns mit der neuen Fraktion vor, auch zukünftig eine starke Stimme gegen die Durchsetzung von Einzelinteressen in dieser Stadt zu sein.“ Für keine Partei gebe es eine Mehrheit in der neuen Stadtverordnetenversammlung. „Das wird zu interessanten und von unserer Seite zu konstruktiven demokratischen Debatten in unserer Stadt führen“, so Inka Gossmann-Reetz. „Wir freuen uns darauf.“

„Nicht schön, aber nicht aussichtslos“, umreißt Fraktionsvorsitzender Lukas Lüdtke das Ergebnis der Linken, für die nun auch Ex-Bürgermeister Hartung wieder Politik macht. Für alle Demokraten und Pro-Europäer sei das Wahlergebnis insgesamt „nicht erfreulich“, bilanziert Ortsvorsitzende Sylvia Scholz. Insgesamt sei sie aber zufrieden: „Wir haben in Hohen Neuendorf kommunal deutlich besser abgeschnitten als anderswo und konnten die AfD hinter uns lassen.“

Die AfD erreichte aus dem Stand vier Mandate. „Ich finde das sehr gut, denn es gibt genug Baustellen in der Stadt“, sagt der Hohen Neuendorfer AfD-Vize-Vorsitzende Hardmut Schön. Beispiel sei das Wohnungsbauprojekt an der Bergfelder Mittelstraße. Zufrieden mit dem Ergebnis zeigt sich auch der parteilose AfD-Spitzenkandidat Thomas Kay mit Blick auf die Umstände. Denn es seien Plakate beschädigt worden – und es sei schwer gewesen, Räumlichkeiten zu finden. „Ich hoffe, dass wir unser Außenseiter-Image auf kommunaler Ebene aufbrechen können“, so Kay. Er freue sich auf eine „gute und konstruktive Zusammenarbeit“. Ziel sei es, pragmatisch und konstruktiv an die Arbeitsaufgaben heranzugehen.

Von Marco Paetzel