Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Hohen Neuendorf Heiße Diskussion beim Bürgerforum
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Heiße Diskussion beim Bürgerforum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:06 13.02.2020
Das neue Stadtgebiet soll links und rechts von der Oranienburger Straße entstehen und sich in den Bestand einordnen. Quelle: Jeannette Hix
Anzeige
Hohen Neuendorf

Kaum ein Platz war noch frei in der Aula der Grundschule Niederheide, als das angedachte Entwicklungskonzept für Hohen Neuendorf im Rahmen des Bürgerforums vorgestellt wurde.

Auf drei Entwicklungsgebieten plant die Stadt rund um die Oranienburger Straße in den nächsten 20, 25 Jahren 910 Wohnungen für 2074 Einwohner. 200 Wohnungen davon sollen in kommunaler Hand sein. 75 Prozent davon sind gefördert und mietpreisgebunden, kosten somit zwischen 5 bzw. 7,50 Euro Miete pro Quadratmeter. Geplant sind neben Doppel- und Reihenhäuser auch Drei- und Viergeschosser. Entlang der Bahnlinie gebaut, sollen sie als Schallschutz fungieren.

Kaum ein Platz war noch frei in der Aula der Grundschule Niederheide. Quelle: Jeannette Hix

In allen drei Entwicklungsgebieten sind Grün- und Spielflächen sowie ein Radwegenetz vorgesehen. Auch Einzelhandel soll sich ansiedeln. Die vorerst im Entwicklungsgebiet geplante Kita soll nun außerhalb des Entwicklungsgebietes auf einem Grundstück der Stadt entstehen. Eine erweiterte sowie eine neue Buslinie soll für eine bessere Verkehrsanbindung sorgen, bzw. den Autoverkehr innerhalb der neuen Wohnareale eindämmen. Und eine Quartiersgarage mit 200 Plätzen soll zugeparkten Straßen entgegenwirken.

Immer im Viererpack konnten die Hohen Neuendorfer an die Experten ihre Fragen stellen. Auch Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) und Fachbereichsleiter Bauen Hans Michael Oleck saßen oben im Podium.

Und kaum war die Fragerunde des gut anderhalbstündigen Bürgerforums eröffnet, schossen auch schon die Arme in die Höhe:

Anwohner zweifeln Zuzugsdruck an

Frage: „Sie reden von Zuzugsdruck. Wie kommen Sie darauf? Antwort: Allein 2019 sind 1000 Einwohner in Hohen Neuendorf dazu gekommen. Wir orientieren uns an Baugenehmigungszahlen und Zuzugsprognosen.

Frage: Bauen wir da nicht für Berlin?“ Bürgermeister Steffen Apelt: „Wir wollen und können nicht die Wohnungsprobleme der Berliner lösen. Wir bauen, um in Hohen Neuendorf bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Natürlich ist Hohen Neuendorf mit vier S-Bahnanschlüssen auch attraktiv für Zuzügler aus Berlin.“

Frage: Wann und wo könnte mit dem Bau begonnen werden? Antwort: Wir rechnen mit einer zwei- dreijährigen Planungsphase. An der Feldstraße/Ecke Oranienburger Straße könnten die ersten 36 Wohnungen entstehen.

Anwohnern der Niederbarnimstraße fürchten Enteignung

Frage: Ein Teil des neuen Wohngebietes soll u. a. über die Niederbarnimstraße erreichbar sein – die Straße ist sehr schmal. Wollen sie die Grundstückseigentümer enteignen, um die Straße breiter zu machen? Dazu Fachbereichsleiter Bauen Hans Michael Oleck: „Laut Baugesetzbuch wäre als letztes Mittel eine Enteignung möglich. Aber das haben wir nicht vor. Wir müssen mit den Grenzen auskommen, werden aber Gespräche mit Eigentümern führen.“

Frage: Ist eine Schule geplant? Antwort: Nein. Gerechnet auf den langen Planungszeitraum entstehen pro Jahr 45 neue Wohnungen. Die Schulkapazität reicht für die Kinder der neuen Mieter aus.

Kleingarten-Anlage am Wasserturm bleibt unangetastet

Frage: Ist ein Ärztehaus geplant? Antwort: Wir können Ärzte nicht verpflichten, hier eine Praxis zu eröffnen. Aber wir können attraktive Bedingungen schaffen.

Frage: Warum muss die Kleingartenanlage hinter der Pagode dem Wohnungsbau weichen? Stefffen Apelt: „Das Areal gehört zu den wenigen Flächen, die der Stadt gehören. Wir müssen dort bauen, um sozialen Wohnungsbau umsetzen zu können.“ Entwarnung für die Kleingartenanlage am Wasserturm. Sie fällt der Abrissbirne nicht zum Opfer, darf bleiben.

Warum wollen Sie die Pagode liquidieren? Antwort: Der Eigentümer ist von sich aus bereit, die in die Jahre gekommene Pagode abzureißen und dort Wohnungen zu errichten.

Frage: Eine Seite der Oranienburger Straße soll durch die Neubauten Lärm geschützt sein. Wie wollen Sie Anwohner der anderen Seite vor Lärm schützen? Antwort: Aktuell wird ein Lärmgutachten erstellt. Dann wird man sehen.

Frage: Durch die Neubauten entsteht versiegeltes Straßenland – wie soll Starkregen abgefangen werden? Durch die Schaffung von Grünanlagen und der Erweiterung des Parks haben wir abschließend mehr Grünland als jetzt.

Frage: Geht das ehrgeizige Projekt nicht auch eine Nummer kleiner, mit privaten Investoren? Antwort: Dann besteht die Gefahr, dass jeder Investor baut, wie und wann er will. Im Rahmen einer gesamten Entwicklungsmaßnahme kann die Stadt ihre Vorstellungen inklusive sozialem Wohnungsbau umsetzen.

Park & Ride soll angespannte Parkplatzsituation entschärfen

Frage: Die Straßen rund um den Bahnhof sind schon jetzt zugeparkt. Über 2000 neue Einwohner würden die Lage noch angespannter machen. Antwort: Wir arbeiten an einem Parkraumkonzept, planen einen Park-&-Ride-Platz (Parken und Fahren). Darüber hinaus sind wir jetzt gemeinsam mit Glienicke, Birkenwerder, Mühlenbecker Land und Berlin-Pankow Mitglied in einem interkommunalen Verkehrskonzept. Das gibt uns die Möglichkeit, Verkehrsströme besser zu leiten.

Frage: Die B96 ist schon jetzt extrem laut und verstopft. Durch den Zuzug wäre sie noch mehr belastet. Wie wirken Sie gegen? Antwort: Wir diskutieren streckenweise Tempo-30-Zonen gegen den Lärm und eine veränderte Ampelschaltung.

Frage: Gibt es eine Bürgerbeteiligung in Form von einer Abstimmung? Antwort vom Bürgermeister: „Da muss ich an die gewählten Vertreter des Volkes verweisen. Sie haben das Recht und Pflicht darüber in den jeweiligen Ausschüssen darüber abzustimmen.“

Immer wieder gab es auch Zwischenrufe von besorgten Anwohnern. Ein Bergfelder äußerte sich sehr aufgebracht, dass in Bergfelde jetzt ein Investor baut, der erst 15 Meter von der Grundstücksgrenze mit maximal zwei Vollgeschossen und 50 Wohneinheiten bauen wollte. „Jetzt will er drei Meter von meinem Grundstück entfernt bauen, samt vier Vollgeschossen und 156 Wohneinheiten.“ Bürgermeister Stefffen Apelt: „Da ist noch nichts beschlossen. Erst im März wird der Aufstellungsbeschluss diskutiert.“

Von Jeannette Hix

„Hilfe, da kommt ein Hund!“ Wie Kinder es schaffen, ruhig zu bleiben und respektvoll mit eigenen und fremden Vierbeinern umzugehen, haben Vorschüler in der JoBaDog-Hundeschule in Hohen Neuendorf trainiert.

12.02.2020

Rund 110 Ausbildungsbetriebe präsentierten sich am Mittwoch bei der neunten Auflage der Oberhaveler Bildungsmesse „Youlab“ interessierten Schülern und Familien. Nicht nur Kontakte wurden vor Ort geknüpft, es gab auch eine Fülle an Informationen und freien Ausbildungsplätzen, für die Bewerber gesucht werden.

12.02.2020

Zahlreiche Unternehmen wollen händeringend ausbilden, engagieren sich für ihre Azubis sowie auf der Suche nach potenziellem Nachwuchs. Und doch gestaltet sich die Suche nach zukünftigen Arbeitskollegen schwierig, wie ein Rundgang über die Oberhaveler Bildungsmesse „Youlab 2020“ offenbart.

12.02.2020