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Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf: Waldspaziergang auf historischem Untergrund
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17:35 03.10.2019
12 Teilnehmer kamen am Tag der Deutschen Einheit zu einem Waldspaziergang entlang des ehemaligen Grenzstreifen. Quelle: Enrico Kugler
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Hohen Neuendorf/Bergfelde

Zu einem Spaziergang in der Natur auf historischem Untergrund lud am Tag der Deutschen Einheit die „Deutsche Waldjugend Naturschutzturm“ in Hohen Neuendorf ein. Unter der Leitung von Marian Przybilla erfuhren die zwölf Teilnehmer viele Anekdoten und Geschichten über einen kleinen, aber historisch wertvollen Waldabschnitt an der Hohen Neuendorfer Stadtgrenze zu Berlin.

Im Waldstück zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau sind auch einstige Kellergewölbe zu entdecken. Quelle: Enrico Kugler

Denn zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau verlief die innerdeutsche Grenze. Noch heute sind dort die Zeugnisse der deutschen Teilung allgegenwärtig. Einer der vier noch erhaltenen Grenztürme der Berliner Mauer steht eben in Hohen Neuendorf. Er wurde in den 80er-Jahren als Führungsstelle Bergfelde errichtet. Seit 1990 dient er als Naturschutzturm. Doch zunächst führte Marian Pryzbilla, der für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz vor einigen Jahren erhielt, die Gruppe in das angrenzende Waldstück auf Berliner Seite und präsentierte mitten im Wald einstige Häuserreste und zugemauerte Kellergeschosse aus längst vergessenen Zeiten.

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Marian Przybilla erklärte die Geschichte des Grenzstreifen zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau. Quelle: Enrico Kugler

„Wir gehen oft auch privat hier spazieren und sind sehr daran interessiert zu erfahren, wie es hier einmal war“, erklärt der Hohen Neuendorfer Wilfried Hildebrandt, der zusammen mit seiner Frau am Spaziergang teilnahm. Emotional wurde es als die Gruppe an einer Gedenktafel für den 1964 an der Grenze erschossenen Joachim Mehr ankam, eines von insgesamt vier Todesopfern im Bereich Hohen Neuendorf und Bergfelde während der Teilung beider deutscher Staaten. „Sehr tragisch, wenn man bedenkt, dass er nur wenige Meter von West-Berlin entfernt erschossen wurde“, erklärt Marian Przybilla. Bei einigen der Teilnehmer war auch 35 Jahre danach, noch Trauer und Wut in diesem Moment zu verspüren.

Vor dem einstigen Wachturm wurden zahlreiche Bäume gerodet. Quelle: Enrico Kugler

Vom einstigen Grenzstreifen ist nahezu nichts mehr zu sehen, fast 80 000 Bäume wurden seit 1990 gepflanzt. „Auf der Berliner Seite wird seit 2006 nichts mehr forstwirtschaftlich gemacht, hier entsteht ein urwaldartiges Waldgebiet“, erklärt Marian Przybilla. Das für die meisten interessanteste Relikt aus alten DDR-Beständen ist jedoch der noch existierende einstige Wachturm der DDR-Grenzsoldaten, der inzwischen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gehört.

Eine Grube wurde vor dem Wachturm errichtet, die es allerdings zu Grenzzeiten so nicht gab. Quelle: Enrico Kugler

Dort jedoch kommen nun auch kritische Worte von Marian Przybilla an die interessierten Gäste des Rundgangs. „Es wurden hier zahlreiche Bäume gerodet, um zu vermitteln, wie breit einst der Grenzstreifen war. Das kann ich nicht gutheißen“, so Marian Przybilla deutlich. Auch die Errichtung einer Grube, die als Sperre dienen sollte zu Grenzzeiten, sieht Marian Przybilla kritisch. „Bilder aus damaligen Zeiten belegen, dass solch eine Sperre hier nicht vorhanden war.“

Wilfried Hildebrandt (M.) zeigte sich sehr interessiert am Rundgang. Quelle: Enrico Kugler

„Auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall ist es wichtig, sich die Vergangenheit ins Gedächtnis zu rufen“, beschreibt Wilfried Hildebrandt seine Gedanken beim Rundgang. Der Rentner aus Hohen Neuendorf will mit seiner Frau bald wiederkommen, um sich einige neu entdeckte Gegebenheiten in aller Ruhe noch mal anzuschauen. Für den Rest war es ein spannender Exkurs in fast vergessene Zeiten.

Von Knut Hagedorn

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