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Hohen Neuendorf „Chillen ja, nerven nein!“
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf „Chillen ja, nerven nein!“
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00:18 19.02.2019
Der Sitzungssaal im Rathausanbau war gut gefüllt: Rund 160 Besucher waren zum Stadtgespräch gekommen. Quelle: Nadine Bieneck
Hohen Neuendorf

Proppevoll war der Sitzungssaal im Hohen Neuendorfer Rathausanbau am Freitagabend. Rund 160 Besucher waren der Einladung von Bürgermeister Steffen Apelt zum „Stadtgespräch" gefolgt, das sich an diesem Abend um das Thema „Sicherheit auf öffentlichen Plätzen“ drehte.

Jugendgruppen aus Berlin sorgten im Umland für Unruhe

Vorfälle und Übergriffe im Dezember und Januar rund um den Bahnhof der Stadt, bei denen unter anderem auch eine offenbar aus Berlin stammende Jugendgruppe eine Rolle spielte, hatten zuletzt für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Neben dem Bürgermeister und Vertretern der Stadt saßen auch die Polizei und ein Sicherheitsmitarbeiter der S-Bahn Berlin als Gesprächspartner im Podium. Stefan Boye, Leiter des Polizeireviers Hennigsdorf, umriss eingangs die zurückliegenden Ereignisse und die aktuelle Situation, berichtete von Zusammentreffen einer Jugendgruppe aus Berlin und Auseinandersetzungen mit einheimischen Jugendlichen. Zu Körperverletzungen sei es gekommen, auch eine Schreckschusswaffe habe eine Rolle gespielt, ebenso Betäubungsmittelkriminalität, ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Stefan Boye, Leiter des Polizeireviers in Hennigsdorf, berichtete über die aktuelle Situation und polizeiliche Maßnahmen. Quelle: Nadine Bieneck

„Die Ermittlungen dazu laufen, wir gehen jeder Straftat nach. Als Polizei haben wir unter anderem unsere Präsenz und Kontrollen im Jugendschutzbereich zeitnah verstärkt. Wir wollen mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen, sie ein Stück weit aus der Anonymität holen, Motivationen zu ihrem Tun erfahren", berichtete er. Die Situation marodierender Gruppen hätte sich in den letzten Wochen beruhigt, Jugendgangs aus Berlin seien in Hohen Neuendorf nicht mehr in Erscheinung getreten. „Denen wird hier inzwischen zuviel kontrolliert und es ist ihnen zu hell“, wies er auch auf Nachbesserungen bei der Ausleuchtung besonders dunkler Ecken in der Stadt hin. Gleichzeitig lobte er „die enge und sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Wir ziehen hier alle an einem Strang“.

Anregungen und Erfahrungsaustausch der Veranstaltungsbesucher

Viele Hohen Neuendorfer meldeten sich zu Wort, berichteten von ihren eigenen Erfahrungen und brachen auch eine Lanze für die jungen Einwohner der Stadt. „99 Prozent der Jugendlichen hier sind völlig unproblematisch“, brachte es ein Familienvater auf den Punkt, Stefan Boye pflichtete ihm bei. Für Betroffenheit sorgte die Wortmeldung eines Teenagers, der im vergangenen Jahr in der Schönfließer Straße von Jugendlichen angegriffen wurde. Steffen Apelt hakte nach. „Man traut sich danach halt nicht mehr rauszugehen, weil man Angst hat, dass sie einen wieder anpöbeln“, berichtete der Schüler.

Rund 160 Gäste waren zum Gesprächsabend gekommen. Quelle: Nadine Bieneck

Großen Beifall erhielt am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung Uwe Klinke. Er sorgt beruflich für Ordnung und Sauberkeit in Hohen Neuendorf. „Die Aggressivität hat zugenommen. Auch wir werden attackiert, aber nicht von Jugendlichen, sondern von älteren Damen und Herren“, berichtete er und appellierte an „alle Bürger: Jeder sollte in sich gehen und überlegen, wie sehr er selbst Vorbild für andere ist, bevor er anderen sagt, was sie zu tun haben.“

Hausaufgaben für die Stadtverwaltung

Die Verwaltungsspitze nahm viele konstruktive Vorschläge mit und versprach, zu prüfen und Abhilfe zu schaffen, wo es möglich sei. So solle bei schlecht ausgeleuchteten Bereichen noch einmal nachgebessert werden und Angebote für Jugendliche „noch besser kommunziert werden“, wie Bürgermeister Steffen Apelt selbstkritisch einräumte. Klar sei auch, dass Jugendliche eigene Räume bräuchten, „sie müssen sich abgrenzen“, warb Streetworker Andreas Witt um Verständnis für junge Menschen: „Sie ticken eben anders als Erwachsene.“

Von Nadine Bieneck

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