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Hohen Neuendorf Mit Posaunen und Trompeten: Drei Generationen vereint
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Mit Posaunen und Trompeten: Drei Generationen vereint
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15:58 26.11.2019
Musikalische Familie: Der Leiter des Posaunenchors Bergfelde, Joachim Lindner, begeisterte auch seine Frau Jutta Lindner. Quelle: Matthias Busse
Bergfelde

Bei Familie Linder herrscht Hochsaison. Vater, Mutter, zwei Töchter und ein Enkel sind zur Weihnachtszeit mit dem Posaunenchor Bergfelde im Dauereinsatz. Dabei liegen gerade erst mehrere Auftritte im November zum Mauerfall-Jubiläum, St.-Martins-Umzug und Totensonntag hinter ihnen.

Die Geschichte der musikalischen Familie begann 1956. Da entdeckte Joachim Lindner 14-jährig eine Trompete bei seinem Freund Günter Nötzold. „Das hat mich interessiert. Da habe ich einen Ton rausgeblasen“, erinnert sich der 75-Jährige.

Mehr als 60 Jahre Arbeit im Bläserchor

Im gleichen Jahr schickte Pfarrer Kurt Kleinke die beiden zusammen mit drei weiteren Mitgliedern der Jungen Gemeinde nach Hohen Neuendorf, um sie für ein Bläser-Ensemble ausbilden zu lassen. „Ich habe oft im Wald auf den Gallbergen geübt“, erzählt Lindner, „mich hatte der Ehrgeiz gepackt und so ging es schnell vorwärts.“ Zum Erntedank-Gottesdienst 1958 feierte er mit dem Quintett in Bergfelde Premiere.

Die Premiere zum Erntedank-Gottesdienst 1958. Jakob Knedler, Joachim Lindner, Joachim Kleinke, Burkhard Alkewitz und Günter Nötzold (v.l.). Quelle: privat

Was seine Zeit im Ehrenamt betrifft, macht Joachim Linder so schnell niemand etwas vor. Seit 1965 bis heute – also 54 Jahre lang – leitet der 75-Jährige den Posaunenchor Bergfelde. „Das hat sich so entwickelt, es ist nie eine Ernennung erfolgt“, meint das Gründungsmitglied, das damals erst 21 Jahre alt war. Somit steht der Bergfelder insgesamt mehr als 60 Jahre aktiv mit dem Instrument in der Hand oder als Dirigent am Notenpult.

Chor brachte drei Generationen Blasmusiker hervor

Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Nachwuchsausbildung. 1961 bekam er eine Schülerin, die später seine Frau wurde – Jutta Lindner. Sie erinnert sich: „Wir sind schon zusammen in die Schule und den Konfirmanden-Unterricht gegangen. Aber als er da so mit seiner Trompete stand, da hat er mir sehr gut gefallen.“ Dass Frauen in der Kirche ein Blasinstrument spielen, war damals noch ungewöhnlich. „Meine Mutter fand ein Mädchen mit Trompete komisch, aber für mich war es eine Möglichkeit, ein Instrument kostenlos zu lernen“, betont sie, da das Geld für Klavierunterricht damals nicht da war.

Ihre eigenen drei Kinder hatten es da besser, sie durften an die Tasten. Jedes lernte auch ein Blasinstrument für den Posaunenchor Bergfelde: Juliane (50) spielt Posaune, Constance (47) Waldhorn und Jan-Joachim (37) bis vor kurzem Trompete. Die Älteste hat inzwischen von ihrem Vater die Nachwuchsausbildung übernommen – darunter die von ihrem Sohn Clemens (14).

Mehrere Auftritte zum Advent

Die drei Generationen der Familie Lindner sind auch dabei, wenn sich am Sonnabend vor dem 2. Advent mehr als 300 Bläser in der Berliner Marienkirche zu einem gemeinsamen Konzert versammeln. Geprobt haben die Bergfelder schon die Stücke bei ihrer wöchentlichen Zusammenkunft. Am 3. Advent um 10 Uhr sind sie im eigenen Ort zum Musikgottesdienst zu erleben, wo sie abermals am 1. Weihnachtsfeiertag zum Gottesdienst spielen und am 26. Dezember zusammen mit dem Hohen Neuendorfer Posaunenchor vor Kirchen, Altersheimen und Krankenhäusern der Region.

Joachim Lindner freut sich über Anerkennung

Auch ganz weltliche Ereignisse wie die Stadtfeste umrahmt der Posaunenchor. Sein Leiter bekam für sein Engagement kürzlich den „Ehrenamtspreis 2019“ Oberhavel. „Das ist eine Anerkennung“, freut sich Lindner, „denn wenn man kirchlich arbeitet, dann wird man sonst öffentlich wenig beachtet.“

Von Matthias Busse

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