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Hohen Neuendorf Kinder können etwas bewegen
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Kinder können etwas bewegen
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00:49 27.04.2018
Alexander Tönnies diskutierte mit den Kindern, für die es als Dank Fahrradklingeln der Stadt gab.
Alexander Tönnies diskutierte mit den Kindern, für die es als Dank Fahrradklingeln der Stadt gab. Quelle: Ulrike Gawande
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Hohen Neuendorf

Bei einem Spaziergang Ende Januar über ein Feld von Hohen Neuendorf in Richtung Stolpe fanden 15 Kinder der Kita Pusteblume mit ihren Erzieherinnen Jean Ochmann und Katrin Gadegast einen alten Bürostuhl, den dort jemand abgestellt hatte.

Hohen Neuendorfs stellvertretender Bürgermeister Alexander Tönnies diskutierte mit den Kindern der Kita Pusteblume zum Thema Müll. Quelle: Ulrike Gawande

Das gefiel den Kindern zwischen drei und sechs Jahren überhaupt nicht. Also veranstalteten sie einen zweiten Wald- und Wiesentag, an dem sie den Müll einsammelten. Mit Bollerwagen zogen sie los, und fanden Papier, Tabletten, eine Eisenstange, Glasscherben und alte Ziegelsteine. Und eine Windel, rief ein Mädchen der Gruppe Dienstagmorgen, als Alexander Tönnies, stellvertretender Bürgermeister der Stadt in die Kita gekommen war, um mit den Kindern über das Thema Müll zu diskutieren. Denn nicht allen Müll konnten die Steppkes mit ihrem Wagen abtransportieren. „Die Autoreifen waren viel zu groß und zu schwer“, riefen die Kinder.

Hohen Neuendorfs stellvertretender Bürgermeister Alexander Tönnies diskutierte mit den Kindern der Kita Pusteblume zum Thema Müll. Quelle: Ulrike Gawande

Deshalb hatten sie dem Bürgermeister, der zur Zeit wegen einer Sportverletzung im Krankenhaus liegt, einen Brief geschrieben und ihn gebeten, dass er sich des Problems annimmt. „Der Müll ist zwar der Anlass, aber eigentlich geht es uns um Partizipation“, erklärte Kita-Leiterin Marina Ackerschewski. „Uns liegt es am Herzen, dass die Kinder gehört werden und merken, dass sie etwas bewegen können. Sie sollen schon früh lernen, dass Engagement wichtig ist. Das ist der erste Schritt zum demokratischen Denken“, betonte die Pädagogin.

Als Dankeschön gab es für die Kinder eine Klingel mit dem Logo der Stadt. Quelle: Ulrike Gawande

Alexander Tönnies war von dem Eifer der Kinder beeindruckt. „Kinder können positive Quälgeister sein.“ Ein wichtiger Faktor, wenn es um Themen wie Ökologie oder eben auch Müll gehe. Dann könnten manchmal sogar die Kinder ihre Eltern erziehen. Trotzdem konnten ihm die Kinder keine Antwort geben, warum Menschen ihren Müll illegal entsorgen. „Vielleicht haben sie keine Mülltonne?“, mutmaßte ein Junge. Ein Mädchen machte sich sogar Sorgen, dass Tiere krank werden könnten, wenn sie die Tabletten oder Glasscherben fressen. Für die Kitakinder ist es aber selbstverständlich, dass sie den Müll trennen und dass die vollen Eimer von der Müllabfuhr abgeholt werden.

Von Ulrike Gawande