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Hohen Neuendorf Kollegen von der „Havelbaude“ trauern um Hafenmeister „Pedda“
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Kollegen von der „Havelbaude“ trauern um Hafenmeister „Pedda“
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23:04 18.05.2020
Hafenmeister Peter-Benno Brinkbäumer. Quelle: Foto: privat
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Hohen Neuendorf

Die Mitarbeiter der Marina und des Wirtshauses „Havelbaude“ trauern um ihren Freund, Kameraden, ihr Familienmitglied und ihren langjährigen Hafenmeister Peter-Benno „Pedda“ Brinkbäumer. Der 58-Jährige habe seinen Frieden am 15. Mai dieses Jahres nach langer Krebserkrankung gefunden.

Pedda“ war im Ruhrgebiet geboren worden und aufgewachsen. Als gelernter Kaufmann hatte er seinen Platz in der Marina Havelbaude im Jahre 2004 gefunden, schreibt das zwölfköpfige Team in einem Nachruf. 16 Jahre lang habe er in dem Hafen in der Niederheide gearbeitet und sei vielen Besuchern der „Havelbaude“ als Hafenmeister bekannt. „Sein Herz schlug für die Seefahrt. Hier bei uns an der Binnenwasserstraße verbrachte er viele glückliche Jahre und half mit seiner menschlichen Art uns allen hier, nicht nur als Hafenmeister“, heißt es weiter. Marina-Chef Alexander Lorentz spricht von einem sehr großen Verlust, der das ganze Team hinsichtlich des frühen Zeitpunkts sehr überrascht habe.

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Hafenmeister Peter-Benno Brinkbäumer. Alle kannten ihn nur als „Pedda“. Quelle: Falko Hoffmann

Mit seiner bodenständigen und freundlichen Art sei Pedda allseits beliebt gewesen, sagt Lorentz. Auch Hunde hätten ihn geliebt, so wie er die Tiere. Er sei für den kompletten Service verantwortlich gewesen, unter anderem für die Koordinierung der Liegeplätze, für Tankservice, Hafengebühren bis hin zu den Brötchenbestellungen. Er kassierte die Gebühren beim Ein- und Ausslippen. Außerdem betreute er die Gastlieger, die über Nacht am Steg festmachen. Und wenn Reparaturen erforderlich waren, fungierte er als Bindeglied zwischen den Bootskunden und der Bootswerft. Bei Bedarf verkaufte er das Zubehör aus dem Yachtshop im Hafenmeisteramt.

Pedda. Quelle: Falko Hoffmann

Pedda hatte Freude an seiner Arbeit am Oder-Havel-Kanal“, sagt Alexander Lorentz. Morgens habe er als erstes mit dem Aufbacken von Frühstücksbrötchen für Bootskunden begonnen. Innerhalb der Saison sei er meist auch der Letzte gewesen. Abends habe er sehr gern noch mit Bootskunden zusammen gesessen und geplaudert. Dabei genoss er sein Feierabendbier, oder auch zwei oder mehr.

Durch die persönlichen Begegnungen kannte der Hafenmeister viele Bootskunden aus ganz Deutschland sowie aus dem Ausland – unter anderen aus den Niederlanden und Dänemark. Er liebte die Seefahrt und hatte ein hohes nautisches Wissen. 2017 segelte er mit Freunden letztmalig eine Woche lang auf dem Zweimastschoner „Abel Tasman“ auf Ost- und Nordsee. Kurz darauf wurde Krebs bei ihm diagnostiziert.

Seit dieser Zeit habe er gegen die heimtückische Krankheit gekämpft, jedoch seinem Team von der Havelbaude immer wieder mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden. Und im Rahmen seiner Möglichkeiten habe er sich weiter um den Hafen gekümmert. Am vergangenen Freitag habe er den Kampf gegen den Krebs verloren.

Die Marina „Havelbaude“ war seit 2004 der Hauptankerplatz für Pedda. Quelle: privat

Der Wind habe sich gedreht und den Freund und Mitarbeiter nun „in Frieden auf einem anderen Meer segeln lassen“, heißt es im Nachruf. Die Kollegen verabschieden sich in Liebe und Dankbarkeit: „Pedda, wir vermissen dich!“

Die Havelbaude werde ihrem langjährigen Hafenmeister Pedda mit einem Abschiedsfest am Hafenamt direkt am Yachthafen in Hohen Neuendorf gedenken, wenn dies wieder möglich ist.

Auf dem Wasser und mit Freunden fühlte sich Peter-Benno Brinkbäumer (M.) besonders wohl. Quelle: Falko Hoffman

Von Helge Treichel

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