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Hohen Neuendorf Mehr als füttern und Gassi gehen: Kinder besuchen Hundeschule
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17:23 12.02.2020
„Jetzt bin ich mal dran mit Streicheln.“ Die Kinder fassen schnell Vertrauen. Quelle: Wiebke Wollek
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Hohen Neuendorf

Als bester Freund des Menschen wird der Hund im Volksmund bezeichnet. Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn wenn Kinder oder auch Erwachsene sich allzu arglos einem Hund nähern und den richtigen Umgang mit den sensiblen Tieren nicht gelernt haben, können die süßen Vierbeiner zur Gefahr werden. „Viele Kinder reißen kreischend die Arme in die Luft oder rennen weg, wenn ein Hund auf sie zugelaufen kommt“, erzählt Joanna Bauer, Inhaberin der Hundeschule JoBaDog in Hohen Neuendorf.

Kinder der Kita Pusteblume besuchen die Hundeschule JoBaDog Hohen Neuendorf Quelle: Wiebke Wollek

Am Mittwochvormittag begrüßte die Hundetrainerin erstmals 16 Kinder aus der Kita Pusteblume. Anderthalb Stunden verbrachte die Gruppe gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und anderen Hundeschülern im angrenzenden Wald. In einem speziell für Kinder entwickelten Programm, das Joanna Bauer „Fun for Kids“ nennt, erlernen Vier- bis Achtjährige auf spielerische Art die wichtigsten Regeln im Umgang mit Hunden. Einige der Kinder haben zwar selbst einen Hund zu Hause, doch auch für sie ist der Kurs nicht überflüssig –ganz im Gegenteil. „Kinder, die einen Hund haben, gehen manchmal zu forsch auf fremde Tiere zu. Gerade, wenn sich eigener und fremder Hund sehr ähnlich sehen, neigen Kinder dazu, ihn vorschnell für besonders lieb zu halten“, warnt Joanna Bauer, die sich über die IHK zur Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin hat ausbilden lassen.

Kinder der Kita Pusteblume besuchen die Hundeschule JoBaDog Hohen Neuendorf Quelle: Wiebke Wollek

Aus Angst wird schnell Vertrauen

Für Kinder, die Angst vor Hunden haben, ist das Programm besonders geeignet. So erzählt ein sechsjähriges Mädchen aus der Gruppe, dass ihm morgens etwas mulmig zumute war. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich traue, alleine einen Hund an der Leine zu führen“, erzählt sie. „Wer Verantwortung übernehmen darf, fasst auch schnell Vertrauen“, sagt Joanna Bauer. Zehn Regeln, die den Umgang zwischen Mensch und Tier für beide Seiten sicherer machen sollen, hat die Hundetrainerin ausgearbeitet, mit Bildern illustriert und einlaminiert. Damit die Kinder nach der Ankunft erst einmal Energie loswerden können, hat Joanna Bauer die Zettel im Wald versteckt und die Vorschüler zum Suchen losgeschickt.

Kinder der Kita Pusteblume besuchen die Hundeschule JoBaDog Hohen Neuendorf Quelle: Wiebke Wollek

Die erste Regel lautet: Störe niemals einen Hund beim Fressen. Versuche nicht, ihm sein Futter wegzunehmen! „Was esst ihr denn am allerliebsten?“, will Joanna Bauer von den Kindern wissen. „Eierkuchen“, antwortet ein Junge. „Und nun stell dir vor, du kriegst keinen Eierkuchen ab.“ „Dann würde ich die Polizei rufen“, kontert der Kleine blitzschnell und hat die Lacher auf seiner Seite.

Stehen bleiben statt weglaufen

Auch diese Situation haben viele schon einmal erlebt. Unerwartet kommt ein Hund angelaufen, die Situation erscheint unheimlich, man möchte weglaufen. Doch genau das ist falsch. „Laufe nie vor einem Hund davon, auch nicht, wenn du Angst hast“, lautet die zweite wichtige Regel. „Einfach stehen bleiben“, appelliert die Hundeerzieherin. Denn Hunde sind von Natur aus Jäger. Das Zubeißen wäre in diesem Fall eine Art von Festhalten. „Hunde können ja nicht die Arme um euch schließen“, erklärt die 40-Jährige, die ihre Hundeschule in Hohen Neuendorf im November 2018 eröffnete.

Weitere Regeln sind unter anderem, einem Hund nicht starr in die Augen zu schauen. Generell sollte alles vermieden werden, was das Tier als Bedrohung auffassen könnte oder ihm einen Schreck einjagt, wie das Nähern außerhalb des Sichtfeldes. Auf die Theorie folgt die Praxis. Jeder darf mal Gassi gehen und dabei selbstständig Hunde, die Namen wie Dori, Cleo oder Charlotte haben, an der Leine führen. Ganz stolz laufen sie mit den tierischen Freunden durch den Wald. „Ich bin ganz begeistert. Jedes Kind kann etwas für sich aus dem heutigen Kurs mitnehmen“, sagt Erzieherin Katrin Gadegast.

Von Wiebke Wollek

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