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Hohen Neuendorf Briesesteig wird bis 2020 vollständig instand gesetzt
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Briesesteig wird bis 2020 vollständig instand gesetzt
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21:18 16.10.2019
Der in Wasser und Ufervegetation versunkene Briesesteig in den Paradiesgärten Birkenwerders. Quelle: Matthias Busse
Birkenwerder

Birkenwerder ist Naturparkgemeinde. Ihr touristisches Aushängeschild ist der Briesesteig. Der innerstädtische Wanderweg durch das Feuchtbiotop entlang des Flüsschens Briese lockt zahlreiche Wanderer an und wird auch bei den Anwohnern der grünen Gemeinde gern für Spaziergänge genutzt. Den Erhalt lässt sich die Verwaltung jährlich einen fünfstelligen Eurobetrag kosten. Doch auf einem Teilstück konnte sie seit fünf Jahren nichts ausrichten. Sogar ein Abriss war im Jahr 2015 bereits beschlossene Sache der Gemeindevertreter. Nun soll aber alles anders werden.

Eine Biberfamilie hatte vor sechs Jahren das Revier der Paradiesgärten bezogen. Die fleißigen Nager stauten das Wasser dermaßen stark auf, dass auch ein Bohlenweg überflutet wurde. Weitere Hochwasser-Schäden am Rundweg wurden bereits behoben.

Hochwasser verbarg bisher die Schäden

Aber der Bohlenweg zwischen Untermühle und Humboldtallee versank weiter im Wasser – auch nachdem die Tiere im Winter 2018 das Revier verlassen hatten. Ein aber Problem blieb: „Die Unterkonstruktion wurde unterspült und ist nicht mehr tragfähig“, sagt Lars Miels, beim Bauamt für Hoch- und Tiefbau zuständig. Derzeit würden die Pfähle noch auf übereinander geschichteten Gehwegplatten ruhen. Als „desolat“ schätzt Miels diese Bauweise nun ein.

„Der Bereich war überflutet und der Zustand des Bohlenweges sowie eine Reparaturmaßnahme noch nicht genau einschätzbar“, begründet Miels, warum sich bis heute dort nichts getan hat.Nun ist der Wasserstand inzwischen bis unterhalb der Stegkante gesunken und die Schäden ersichtlich. Nach einem kürzlichen Beschluss der Gemeindevertreterversammlung vom September wurde nun die Potsdamer Architektengemeinschaft Protzmann + Wegwerth, Arbeitsgruppe für Landschaftsarchitektur, damit beauftragt, die notwendigen Arbeiten zu planen und ihre Ausführung später zu begleiten.

26 000 Euro zahlt Birkenwerder laut Honorarordnung der Architektenkammer dafür. Mit weiteren Kosten von 78 000 Euro kalkuliert die Verwaltung für die eigentlichen Bauarbeiten. Mit Fördermitteln dafür oder Ausgleichszahlungen rechne Miels jedoch nicht, obwohl das Land Brandenburg von Biberschäden betroffene Landeigentümer bereits mehrmals entschädigt hat.

Fördermittel sind nicht in Sicht

Mehr als 100 000 Euro für einen etwa 120 Meter langen Wanderweg durch den Sumpf sind viel Geld für die Kommune. Dafür verspricht aber Lars Miels: „Der neue Bohlenweg wird so hergerichtet, dass er auch bei steigendem Wasserstand nicht beschädigt oder überflutet werden kann. Eine mögliche Rückkehr des Bibers stellt kein Problem dar.“ Auch die bisherigen Bohlen, die wie alle Brücken und anderen Aufbauten des Briesesteigs aus recyceltem Kunststoff sind, könnten wiederverwendet werden, sagt Miels auf Nachfrage: „Davon gehe ich aus.“

Nach vorläufigem Terminplan rechnet das Bauamt mit dem Baubeginn im Juli 2020. Fertig könnte die neue Konstruktion im September des gleichen Jahres sein und somit Spaziergänger wieder einen direkten Einblick in die spannende Tier- und Pflanzenwelt in diesem Feuchtbiotop innerhalb des Landschaftsschutzgebietes erhalten.

Briesesteig auch von Hohen Neuendorf aus erreichbar

Dass der Briesesteig auch überregional bei den Menschen beliebt ist, zeigt ein Vorschlag im Bürgerhaushalt der direkt angrenzenden Stadt Hohen Neuendorf. Mit großem Abstand stimmten dort 2017 die Anwohner dafür, ebenfalls durch einen Bohlenweg über die Wiesenstraße angebunden zu werden. Der Plan wurde vor einem Jahr umgesetzt. Für 35 000 Euro kamen auf 85 Metern Länge über den einst matschigen Weg Kunststoffbohlen.

Von Matthias Busse

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