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Hohen Neuendorf Personelle Engpässe: Besorgte Eltern bei „Kids & Co.“
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Personelle Engpässe: Besorgte Eltern bei „Kids & Co.“
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09:59 21.12.2019
Die Eltern der Hohen Neuendorfer Kita „Kids & Co.“ sind unzufrieden. Auslöser sind die personellen Engpässe in der Einrichtung. Quelle: picture alliance/Peter Kneffel
Hohen Neuendorf

Weinende Kinder, besorgte Eltern. Personelle Engpässe in der Hohen Neuendorfer Kita „Kids & Co.“ in der Mittelstraße sorgen seit Monaten für Unruhe. Betroffene Eltern wandten sich nun an die MAZ, um die Probleme zu schildern.

Mehrere Erzieherinnen, darunter wichtige Bezugspersonen der jüngsten Kinder, hätten die Einrichtung seit dem Sommer verlassen. „Die Gründe dafür sind oft unklar“, berichtet eine Mutter, die ihren Namen aus Furcht vor möglichen Konsequenzen nicht in der Zeitung lesen möchte. Viele Gerüchte würden die Runde machen, so dass „wirklich gutes Personal selbst die Segel streicht auf Grund der Zustände oder aber gegangen wird, weil sie das neu eingeführte Konzept nicht mittragen können.“

Vorwurf der Eltern: „Wird schon lange nicht mehr im Sinne unserer Kinder gehandelt“

Nach dem seien in der Einrichtung zuvor vorhandene Strukturen geöffnet worden, „die Kinder sollen nun allein entscheiden, wo sie hingehen und sich beschäftigen wollen“. Dies sei in einem gewissen Rahmen okay, „doch gerade die Kleinsten brauchen auch Strukturen und Rückzugsmöglichkeiten, ihr gewohntes Umfeld. Der Trubel in einer Gruppe mit bis zu 45 Kindern ist vielen Eltern nicht willkommen, sie machen sich Sorgen“, sagt die Hohen Neuendorferin und berichtet von „Kindern, die gar nicht mehr in die Kita gehen wollen und schon morgens weinen, wenn sie hingebracht werden“. Dass es mal zu Personalknappheit komme, sei kein Problem, „doch inzwischen liegt das ja schon an der Tagesordnung.“

Die personelle Situation führe gleichzeitig dazu, dass Eltern sich durch die Kita-Leitung dazu gedrängt fühlen, die Betreuungszeiten ihrer Kinder zu reduzieren oder den Nachwuchs gleich ganz zu Hause zu lassen. „Den Betreuungsbedarf gibt es doch nicht ohne Grund“, findet die berufstätige Mutter. „Zudem bekommt die Kita eine Menge Geld dafür. Es kann nicht sein, dass Personalprobleme des Trägers auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen werden. Seit Monaten hat man das Gefühl, in der Kita wird schon lange nicht mehr im Sinne unserer Kinder gehandelt“, findet sie. Mehrfache Gesprächsversuche mit Kita-Leitung und Träger seien von den Eltern gesucht worden, aber „jedes Mal abgewiesen worden“.

JuS-Geschäftsführerin Renate Ulbricht nimmt ausführlich Stellung zu Vorwürfen

Renate Ulbricht, Geschäftsführerin des Trägers Jugend- und Sozialwerk gemeinnützige GmbH (JuS) nimmt gegenüber der MAZ ausgiebig Stellung zu den Vorwürfen und zeigt sich „verwundert“. Mit mir haben leider keine Eltern gesprochen, mir wurden keine Fragen gestellt“, sagt sie und weist darauf hin, dass sie bei Unzufriedenheit mit der Einrichtung doch erste Ansprechpartnerin sei, die Änderungen auch schnell herbeiführen könne.

Einen personellen Engpass in der Kita „Kids & Co.“ räumt Ulbricht ein. Sieben Kollegen hätten die Einrichtung in diesem Jahr verlassen. Dies habe unter anderem gesundheitliche und persönliche Gründe gehabt, sei Umzug und Berentung geschuldet gewesen. Neue Kollegen seien jedoch eingestellt worden, für die aktuell noch freien Stellen würde Personal gesucht. Aufgefangen worden seien die Engpässe vornehmlich durch den Einsatz von Horterzieherinnenan den Vormittagen. Zudem sei das Kollegium aufgrund der schwierigen Situation gebeten worden, Resturlaubstage des Jahres 2019 zu verschieben. Die Eltern seien auf die personelle Situation aufmerksam gemacht worden, Betreuungsbedarfe in diesem Zusammenhang abgefragt worden, „um geeignete Maßnahmen zur Absicherung der Kinderbetreuung treffen zu können“, so Renate Ulbricht.

Kita ist auf Kooperation mit Eltern angewiesen

Da der Rücklauf gering war, sei man nochmals an die Eltern herangetreten und habe diese um Kooperation gebeten. „Hier wurden seitens der Kita-Leitung keine Eltern gezwungen, die Betreuungszeit zu reduzieren“, betont die Geschäftsführerin und weist darauf hin, dass man in der Kita zum Wohle der Kinder auf die Kooperation mit den Eltern jedoch angewiesen sei.

Sicherlich hätte man die Eltern in der Formulierung des Schreibens „noch mehr mitnehmen können“. Warum die Eltern das Schreiben teilweise als bedrohlich empfanden, kann die Geschäftsführerin jedoch nicht nachvollziehen. Gleiches gilt für den kritisierten, mangelhaften Kommunikationsfluss sowie die Konzeptumstellung der Einrichtung. So zeige sich die Kita-Leitung ihres Wissens immer gesprächsbereit. Auch gebe es ein Beschwerdemanagement, welches die Eltern nutzen können. Ein fest formuliertes Konzept – angestrebt wird die Umstellung auf eine sogenannte „teiloffene Arbeit“ – gebe es bislang noch nicht. „Dass soll bis März 2020 erstellt werden.“

Betreuungszeiten werden generell eingehalten – stets Gesprächsbereitschaft mit Eltern

Renate Ulbricht betont, dass „die vereinbarten Betreuungszeiten für die Kinder generell eingehalten werden. In schwierigen Situationen muss aber die Frage bezüglich kurzzeitiger Reduzierung an die Eltern erlaubt sein“. Einen Zwang seitens der Kita-Leitung werde es aber „nie geben“. Zugleich sei man beim JuSimmer bereit, „Gespräche mit den Eltern zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zu führen“.

Ob die Probleme in der Kita „Kids & Co.“ damit nun kurzfristig behoben sein werden, bleibt offen. Akut helfen dürfte wahrscheinlich nur eines: Die zeitnahe Besetzung der offenen Stellen.

Von Nadine Bieneck

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