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Hohen Neuendorf Radweg ist zu schmal und wird entfernt
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Radweg ist zu schmal und wird entfernt
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01:15 12.07.2018
Am Anfang der Schönfließer Straße gegenüber am Kaufland weist kein Schild mehr auf den Radweg hin. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Den meisten Radfahrern wird es kaum aufgefallen sein, dass der Radweg entlang der Schönfließer Straße in Hohen Neuendorf zwar als solcher farbig gepflastert ist, aber die eigentlich erforderliche Beschilderung sehr lückenhaft ist. Wer auf der 1,3 Kilometer langen Strecke vom Kaufland zum Rewe-Markt Richtung Bergfelde fährt, wird in Höhe des Bahnhofs nur einen einzigen Hinweis finden, dass der Gehweg von Radfahrern mitbenutzt werden darf. In der Gegenrichtung gibt es an der Brücke die gleiche Beschilderung. Und auch vom Kaufland aus Richtung Niederheide sind mehrere Hinweise angebracht (Karl-Marx-Straße).

An der Karl-Marx-Straße gibt es die Beschilderung noch. Quelle: Helge Treichel

Wenn die blauen Schilder fehlen, hat das laut Straßenverkehrsordnung (StVO) Auswirkungen auf die Praxis: Paragraf 2, Absatz 4 legt fest, dass es benutzungspflichtige Radwege gibt, die mit blauen Schildern gekennzeichnet sind, und Radwege ohne diese Zeichen. Auf diesen Wegen ist das Radfahren erlaubt, eine Nutzungspflicht gibt es aber nicht. Und das ist vom Straßenverkehramt des Landkreises auch so beabsichtigt. Vor diesem Hintergrund sei die Beschilderung des Radweges vollkommen in Ordnung, sagt Constanze Gatzke auf Nachfrage. Der Bereich sei in mehrere Abschnitte unterteilt: So sei auf der B 96 Höhe Kaufland bis zur Brücke am Bahnhof in Hohen Neuendorf die Beschilderung „Gehweg/Radfahrer frei“ zu finden. Ab der Brücke in Richtung Bergfelde handele es sich um einen „sonstigen Radweg“, der deutlich durch eine Markierung in der Mitte getrennt ist. Constanze Gatzke: „Die Verkehrsteilnehmer erkennen hier klar, welcher Bereich von Fußgängern und welcher von Radfahrern genutzt werden kann.“

Auch in Höhe des Bahnhofs ist die Situation klar. Quelle: Helge Treichel

„In dieser Situation haben wir ein Dilemma aus Vorschriften und räumlichen Möglichkeiten“, sagt dagegen die Hohen Neuendorfer Pressesprecherin Ariane Fäscher auf MAZ-Nachfrage. Einerseits habe der Landkreis angeordnet, dass die Schilder für den zwingend zu nutzenden Radweg abgebaut werden mussten, weil der viel zu schmale Radweg den Anforderungen an einen solchen nicht genüge. Mehr vom Fußweg wegnehmen ließe sich aber auch nicht, weil dann der zu schmal wird. „Für einen gemeinsamen Geh- und Radweg sind wiederum zu viele Fußgänger auf dem Gehweg und die Breite ist zu gering“, so Ariane Fäscher. Mehr Platz entstünde nur, wenn man die Bäume fällen würde. Jedoch gebe es in der Schönfließer Straße eine Allee „und damit einen Schutzstatus“. Auch andere Lösungen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Verlegung der Landesstraße auf eine zu bauende Umgehung oder ein generelles Halteverbot bedürften einer sorgfältigen Interessenabwägung, so Ariane Fäscher.

Den Mitarbeitern des Landkreises sei das bekannt. Sie sähen deshalb die Voraussetzungen für einen „sonstigen Radweg“ gegeben, für den es kein Schild gibt. „Praktisch heißt das, der Radfahrer kann ihn nutzen und wird nicht bestraft, eine sogenannte sanktionslose Obliegenheitsverletzung“, fasst Ariane Fäscher zusammen.

Auf rund 1,5 Kilometern Strecke gibt es keine Beschilderung des Radweges. Es gibt lediglich zwei Hinweise, dass der Gehweg von Radfahrern benutzt werden darf. Das ist jeweils in Höhe der Brücken, die über die Bahnstrecken führen, der Fall. Quelle: Helge Treichel

Aber diesen Zustand möchte die Stadtverwaltung dennoch ändern: „Die Stadt wird sukzessive die rote Pflasterung entfernen, weil dieser Radweg eben so nicht zulässig ist“, kündigt die Sprecherin an. Mit dem Landkreis sei vorab besprochen worden, dass die Stadt dann einen Gehweg mit „Fahrradfahrer frei“ – beantragen wird. Ariane Fäscher: „Dann kann jeder Radfahrer nachrangig zu den Fußgängern den Weg benutzen, muss dieses aber nicht.“

Von Helge Treichel

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