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Hohen Neuendorf Farben in Bewegung
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Farben in Bewegung
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01:15 02.12.2018
Die 52-Jährige will sich nicht auf einen Stil festlegen. Quelle: Ulrike Gawande
Hohen Neuendorf

Im Rathaus von Sevilla und im Innenministerium in Madrid hängen Bilder der Künstlerin Susanne Zinser. 2015 belegte sie mit einer Zeichnung den ersten und ein Jahr später im Bereich Malerei den zweiten Platz beim spanischen Wettbewerb „Certamen Cultural Europeo“. Verbunden damit waren jeweils Aufenthalte in Andalusien.

Kunst von Susanner Zinser aus Hohen Neuendorf Quelle: Ulrike Gawande

Ab Freitag, 30. November sind Bilder der 52-Jährigen in der Tourist-Information Bilder unter dem Oberbegriff „Heimat“ ausgestellt. Geboren in Hennigsdorf und seit 1996 in Hohen Neuendorf lebend, wo sie im Wintergarten ihres Hauses ihr Atelier hat, sei sie in Oberhavel fest verwurzelt. Schon als Kind beschied man ihr künstlerisches Talent, doch gab man ihr in der DDR nicht die Möglichkeit das Talent auch beruflich auszubauen. Stattdessen lernte Zinser einen „soliden“ Beruf, wurde technische Zeichnerin.

Kunst von Susanner Zinser aus Hohen Neuendorf Quelle: Ulrike Gawande

Erst nach der Geburt ihrer Kinder – sie hat einen Sohn und eine Tochter – begann sie wieder zu malen. „Es begann mit leichten, kleinen Zeichnungen, erst danach habe ich wieder zur Farbe gegriffen“, so die Künstlerin. Thematisch beschränkt auf Porträts ihrer Kinder und Figürliches. 2006/2007 sei dann der Knoten geplatzt. „Das war ein Einschnitt, die Bilder wurden größer, die Themen anders – abstrakter, experimenteller“, erinnert sich Susanne Zinser. Auch andere Materialien kamen zum Einsatz. Sie besuchte Kurse bei Uwe Müller-Fabien, belegte Aktmalkurse in Berlin und malte bei einem Workshop Tänzerinnen in Bewegung.

Susanner Zinser aus Hohen Neuendorf Quelle: Ulrike Gawande

Ihre Bilder wurden immer größer, bis sie nicht mehr ins Auto passten. „Ich male nicht direkt auf der aufgespannten Leinwand, sondern auf dem Leinwandstoff von der Rolle, der am Boden liegt“, beschreibt die Hohen Neuendorferin ihre Vorgehensweise. „Draußen im Garten ist es am Schönsten.“ Erst später entscheide sie sich für den passenden Bildausschnitt, den sie dann rahme. Überwiegend nutzt sie jetzt Acrylfarbe. Aber auch Naturmaterialien mit denen sie die unbehandelte Leinwand tränkt – wie Rotwein oder Kaffeereste. „Die Leinwand ist enorm saugfähig.“

Susanner Zinser aus Hohen Neuendorf Quelle: Ulrike Gawande

Überall sei sie auf der Suche nach schönen Sätzen und Worten, Musik, Künstler oder Personen, die sie inspirieren oder auch Farben und Bildern in der Natur.“ Ihre Bilder sind mal melancholisch und es liegt in ihnen eine große Schwere, weil sie sich gedanklich nach innen gewendet hat, mal ruhig reduziert oder explosiv. „Ich bringe meine Gefühle auf die Leinwand.“ Egal ob Traurigkeit, Lebensfreude oder Wut. „Manche sagen, meine Bilder wären sehr weiblich. Schöne Frauen, sanfte Farben. Zartes. Konkret oder verwischt. Das mag sein, ich bin ja eine Frau. Und wie soll ich sonst malen, wenn nicht weiblich?“ Doch wirklich festlegen lässt sie sich nicht auf einen Stil. Begeistert ist Zinser von Cecily Brown, einer britischen Künstlerin, die in New York lebt. „Sie hat einen Stil, den ich mag. Ihre Farben sind so lebendig.“

Susanner Zinser aus Hohen Neuendorf Quelle: Ulrike Gawande

Auch die 52-Jährige, die sich seit Jahren für Ausstellungsmöglichkeiten in Hohen Neuendorf engagiert, auch am ersten Straßenfest am Skulpturen-Boulevard teilnahm, hat ein Faible für Farben. „Ich mag Farben, wilde Farben – Farben in Bewegung.“ Zweimal im Jahr versucht Zinser ihre Arbeiten auszustellen. „Das ist sehr aufwendig und ich möchte es perfekt machen.“ Aber zu malen sei das eine, sich zu öffnen und das Geschaffene nach draußen zu präsentieren und auch zu vermarkten sei das andere. „Kunst ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ein kleiner Wunsch wäre, davon leben zu können.“ Deshalb sei es ihr auch wichtig, ihre Bilder zu zeigen, zu erfahren, wie sie wahrgenommen werden. Sie verkauft gern ihre Bilder. „Aber erst müssen sich die Leute in das Bild verlieben, bevor sie es kaufen.“

Susanner Zinser aus Hohen Neuendorf ist vielseitig kreativ, liebt das modellieren und arbeitet auch mit Ton. Quelle: Ulrike Gawande

Bis 29. Januar haben dazu jetzt die Oranienburger Gelegenheit. Um 18 Uhr ist am 30. November die Vernissage in der Tourist-Information.

Von Ulrike Gawande

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