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Hohen Neuendorf Verschmutzte Containerstellplätze ärgern die Anwohner
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Verschmutzte Containerstellplätze ärgern die Anwohner
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19:02 12.08.2019
Diesen Zustand haben die Anwohner dokumentiert. Quelle: privat
Hohen Neuendorf

Verschmutzte und unordentliche Containerstellplätze zum Entsorgen von Glas sowie Papier und Pappe sind Matthias Schulz aus Hohen Neuendorf seit Jahren ein Dorn im Auge. Im Namen zahlreicher Anwohner der Erdmannstraße und Teschstraße schrieb er sich seinen Frust von der Seele – „als Ausdruck unseres Protestes über die Untätigkeit der Stadtverwaltung und AWU Oberhavel GmbH zu den seit Jahren bestehenden Problemen der Vermüllung“.  

Die Sammelplätze in Hohen Neuendorf seien im Vorfeld in Absprache mit der AWU festgelegt worden. „Eine Einflussnahme beziehungsweise Mitsprache durch die betroffenen Anwohner war von Anfang an nicht gegeben“, kritisiert Schulz. Die Betroffenen litten nun seit Jahren unter der Vermüllung des umliegenden Geländes und die Belästigung durch das Nichteinhalten der Glaseinwurfzeiten.

Matthias Schulz (r.) leitet die Imker-AG der Waldgrundschule. Quelle: Jeannette Hix

„Leider nimmt das Problem gerade in den letzten Wochen zu“, so Schulz. Ruhezeiten – insbesondere am Sonntag – würden verstärkt ignoriert. Freundlichen Hinweisen seitens der Anwohner werde oft mit Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen begegnet. Und: „Die Container sind bereits kurz nach der Entleerung wieder voll.“, ärgert sich Schulz. Glas, Papier und Pappe werde dann einfach daneben abgelegt. „Bis zum nächsten Entleerungsintervall sammeln sich Berge an“, so Schulz. Das wiederum animiere rücksichtslose Bürger dazu, illegal Müll jeglicher Art abzulegen, teilweise mit Gefahrenpotenzial, wie alte Autobatterien, mit Asbest belasteten Bauschutt und nicht zu vergessen regelmäßig ganze Einkaufstaschen mit Katzenkot sowie verdorbenen Lebensmitteln.

„Das lockt Ratten an, die inzwischen am hellerlichten Tag auf den Straßen und angrenzenden Nachbargrundstücken zu sehen sind“, sagt Matthias Schulz. Abgesehen von der Geruchsbelästigung, Ansteckungsgefahr für andere Haustiere und das nächtliche Breittragen der Lebensmittelabfälle durch angelockte Waschbären und Füchse, seien die Anwohner ständig damit beschäftigt, verwehte Verpackungen vor und auf ihren Grundstücken zu beseitigen. Das gesamte Gelände um die Sammelcontainer sei großflächig mit Glassplittern kontaminiert, ebenfalls eine Gefahr für Haustiere oder auch Spaziergänger.

Wer macht so etwas?, fragen sich die Anwohner. Quelle: privat

„Das Problem wurde der Stadtverwaltung und AWU mehrfach gemeldet, ohne das es zu einer angemessenen Reaktion gekommen ist“, bedauert Schulz. Die AWU winde sich mit dem Hinweis auf vertraglich vereinbarte Leerungsintervalle aus der Verantwortung. Eine noch höhere Taktung wäre technisch nicht möglich. „Auch das zusätzliche Aufstellen von Containern löste das Problem nicht“, stellt Schulz fest. „Im Gegenteil!“ Auch die zusätzlichen Behälter seien kurz nach der Entleerung bereits wieder voll. Zu allem Überfluss würden zusätzlich Gewerbetreibende angelockt, „die sich nun dort kostenneutral ihres Verpackungsmülls entledigen“.

„Dabei wäre die Lösung recht einfach“, ist Schulz überzeugt: „zentrale Sammelstellen“. Dass es so etwas in Germendorf und Gransee längst gibt, hält AWU-Geschäftsführer Manfred Speder entgegen. Dort stünden Kleinannahmebereiche für Teerpappe, Bauschutt, Elektronikschrott, aber auch für Wertstoffe zur Verfügung. „Das hat der Landkreis mit uns bereits organisiert.“ Gegenüber dem Veltener Firmengelände der AWU in der Breiten Straße 47a (ehemaliges Glasgelände), betreibe die AWU eine Papiersortieranlage. Dort stehe ein 30-Kubikmeter-Container, in dem Papier und Pappe kostenfrei entsorgt werden könne.

AWU-Geschäftsführer Manfred Speder. Quelle: Helge Treichel

Jährlich wende die AWU rund 100.000 Euro auf, um allein aus dem Wald illegal entsorgten Müll zu beseitigen, sagt Manfred Speder. Zusätzlich sei eine Fahrzeugbesatzung allein im Einsatz, um verschmutzte Container-Standorte immer wieder zu beräumen. „Die Verunreinigungen sind illegal und können mit hohen Geldbußen belegt werden“, so Speder. Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz seien das bis zu 100.000 Euro (§ 69).

Wie immer bei derartigen Streitfällen gehe es um die Verantwortlichkeit. „Und hier sind die Ordnungsämter der Kommunen gefragt“, sagt der AWU-Geschäftsführer mit Blick auf den Zustand der Containerstellplätze. Außerdem werde inzwischen ernsthaft der Einsatz von Überwachungskameras erwogen – „wenn aus datenschutzrechtlicher Sicht keine Hinderungsgründe vorliegen“.

Am Sonntag war am Containerstellplatz in der Erdmannstraße noch „fast alles“ in Ordnung, stellt Manfred Speder fest. Am Montag musste bereits wieder ein Aufräumkommando anrücken. Quelle: AWU Velten

Am vergangenen Wochenende habe er sich den Containerstellplatz in der Erdmannstraße angeschaut. Am Sonntag um 13.30 Uhr sei fast alles in Ordnung gewesen, wie Fotos beweisen. Die Reinigung war am Freitag erfolgt. Am Montag lagen wieder illegale Ablagerungen dort. Deshalb sei erneut gereinigt worden. In diesem Zusammenhang appelliert Speder an den Ordnungssinn der Leute. „Wir haben genügend Entsorgungsmöglichkeiten.“ Sie müssten einfach nur genutzt werden.

257 Glascontainerstellplätze gebe es im Kreisgebiet, davon 58 mit Behältern für Papier, Pappe und Kartonagen. Fünf Brennpunkte gebe es, unter anderem in Oranienburg, Germendorf und Hohen Neuendorf. Besonders extrem sei das Problem, wo auch Kleidercontainer stehen.

Von Helge Treichel

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