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Oberhavel Tierische Hitze kann für Hunde tödlich sein
Lokales Oberhavel Tierische Hitze kann für Hunde tödlich sein
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00:28 28.06.2019
Hunde können nicht schwitzen, sondern regeln ihre Körpertemperatur durch Hecheln. Bei Hitze geraten sie jedoch schnell an ihre Grenzen und in Gefahr.
Hunde können nicht schwitzen, sondern regeln ihre Körpertemperatur durch Hecheln. Bei Hitze geraten sie jedoch schnell an ihre Grenzen und in Gefahr. Quelle: Martin Gerten/dpa
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Oberhavel

Jedes Jahr sterben im Sommer Hunde, weil ihre Halter sie allein im Auto zurückgelassen haben. Auf gar keinen Fall dürfen aber Haustiere bei Sommersonne im Auto gelassen werden, auch nicht für wenige Minuten. Manche Herrchen und Frauchen beachten auch nicht die „Sonnenwanderung“. Die Folge: Das im Schatten abgestellte Fahrzeug steht bald in der Sonne und der Pkw wird für den Hund zur tödlichen Falle.

Im Auto steigen Temperaturen schnell

Selbst bei bewölktem Himmel und Außentemperaturen von lediglich 20 Grad Celsius steigt auch ohne direkte Sonneneinstrahlung die Temperatur im parkenden Auto rasch auf 40 Grad.

Ein geöffnetes Schiebedach oder ein spaltbreit geöffnetes Fenster sorgen keinesfalls für genug Abkühlung im Auto.

Notfall-Retter dürfen Seitenscheibe einschlagen

Hunde können ihre Körpertemperatur nur mittels hecheln reduzieren. Bereits ab 28 Grad reicht jedoch dieser Mechanismus nicht mehr aus. Die Folgen sind Übelkeit und Kreislaufprobleme, schlimmstenfalls ihr Tod durch Kreislaufversagen.

Wenn Passanten einen Hund bei diesen sommerlichen Temperaturen im Auto entdecken, dürfen sie ihn durch einschlagen einer Seitenscheibe ungestraft retten. Voraussetzung ist, dass der körperliche Zustand des Hundes so schlecht ist, dass man nicht auf das Eintreffen der Polizei warten kann und umgehend mit der Rettung des Hundes beginnen muss. Denn dann liegt ein „rechtfertigender Notstand“ vor.

Anzeichen von Kollaps

Eile ist dann geboten, wenn der Hund bereits eine blutrote Zunge hat, seine Augen glasig aussehen oder er sich erbricht. Auch hecheln mit gestrecktem Hals und bereits eingetretene Bewusstlosigkeit sind ein rechtfertigender Notstand nach § 34 StGB.

Wichtig bei einer Rettung ist: Wenn es der Zustand des Hundes noch zulässt, müssen die Helfer vorher versuchen, den Hunde-Besitzer zu ermitteln. Gleichzeitig sollten sie Polizei oder Feuerwehr informieren.

Dokumentieren hilft vor späteren Klagen

Für die spätere Notwenigkeit der Rettung und des eigenen Vorgehens sollten die Helfer den Vorgang durch Fotos festhalten oder Namen von Zeugen dokumentieren.

Erste Hilfe vor dem Gang zum Arzt

Nach der Befreiung des Tieres müssen die Helfer es als erste Maßnahme an einen schattigen Platz im Freien schaffen und dort mit auf Körper und Kopf aufgelegten nass-kalten Tüchern kühlen. Dabei muss ihm frisches Wasser zum Trinken angebotenen und auf keinen Fall einem bewusstlosen Hund eingeflößt werden. Bei Bewusstlosigkeit muss er in stabiler Seitenlage liegen, wobei die Zunge seitlich her­aushängen muss.

Da ein Hitzschlag ein medizinischer Notfall ist, muss das Tier nach der Ersten Hilfe schnellstmöglich in weitere tierärztliche Behandlung gebracht werden.

Info: Diese Tipps und Informationen gibt der Tierschutzverein Oberhavel

Von MAZOnline