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Oberhavel Sie düst mit dem Putz-Ferrari durch die Sporthalle
Lokales Oberhavel Sie düst mit dem Putz-Ferrari durch die Sporthalle
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00:29 19.05.2018
Die Oranienburgerin bei ihrer Runde in der Sporthalle. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Am Dienstagmorgen kurz nach 8 Uhr: Dagmar Rührmund hat ihre Putzmaschine auf dem Flur geparkt. Die Sporthalle glänzt, die letzten Feuchtigkeitsspuren sind getrocknet. Da stürmt schon die erste Klasse heran. Der Glanz wird nicht lange halten. Aber die 63-Jährige nimmt’s gelassen: „Kinder müssen sich doch bewegen. Ich mache den Dreck weg. Alle Tage wieder.“ Dagmar Rührmund gehört zu den „Heinzelmännchen“, den kleinen Rädchen im großen Betrieb der Comeniusschule, ohne die es nicht geht. Überall gibt es sie.

Um 6 Uhr beginnt sie jeden Morgen ihren Arbeitstag. Dann sind zunächst in der Waschküche Dutzende der plustrigen Wischlappen, die täglich in die Profiwaschmaschine kommen, wieder frisch ins Regal zu sortieren. Flächen voller blauer und roter Lappen. Dann geht es auch schon in die Sporthalle, dort zieht die Oranienburgerin auf 40 mal 20 Metern ihre Bahnen. „Und was da jeden Tag für Staub liegt!“ Weiter geht es mit Lappen und Reiniger durch Bäder und Toiletten. Um 8 Uhr ist Frühstückspause. Dann sind die nächsten Toiletten dran, zwei große Treppen zu reinigen und zum Schluss die große Schultreppe. Gestern war Dagmar Rührmund noch zusätzlich durch die Aula mit ihrem Aufsitzer mit Wassertank und Bodenbürste gedüst. Eine Kollegin war krank. Da hilft sie selbstverständlich aus.

Dagmar Rührmund ist Ur-Oranienburgerin und in der Neustadt groß geworden. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Süd. Fünf Minuten habe sie es mit dem Rad zur Arbeit. Mit 14 Lenzen hat sie einst Friseurin gelernt und im Salon Öhmke gearbeitet. 1990 sah sich die Mutter zweier Söhne nach neuer Arbeit um. Ein Zettel in der Fröbel-Kita brachte ihr damals Glück. Darauf stand: „Reinigungskraft gesucht“. Seit 28 Jahre ist sie inzwischen bei der Stadt angestellt und gehört fast zum Inventar. 13 Jahre davon hat sie in der Fröbel-Kita geputzt, dann das Horthaus Kitzbüheler Straße, anschließend in der Lehnitzer Grundschule, in der Havelschule und nun in der neuen Comeniusgrundschule.

Ob der Job Spaß macht? „Es muss gemacht werden“, formuliert sie diplomatisch. Manchmal ärgert sie es schon, wenn Kinder ohne Sinn und Verstand Klopapierrollen ins Klo stopfen oder mit Farbe oder Saft her­umschmieren „und dann will es keiner gewesen sein. Aber es hat sich auch mal einer bedankt.“

Am 28. September ist ihr letzter Arbeitstag – nach 49 Arbeitsjahren. Sie freue sich darauf, aber es bereite ihr auch ein wenig Bauchschmerzen: „Ich war immer unter Leuten, das könnte mir fehlen.“ Aber es sei eben auch ein schwerer Job, „früher war ich schon noch schneller“, räumt sie ein, aber „ich habe es immer gern gemacht“. Bald hat sie mehr Zeit für Haus und Garten, da ist ihre Sportgruppe, sie geht gern mal joggen – und wird bald Oma.

Und wer putzt zu Hause? „Ich natürlich“, sagt Dagmar Rührmund, das lasse sie sich nicht nehmen.

Von Heike Bergt

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