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Oberhavel Katzen ohne Ende in Oberhavel
Lokales Oberhavel Katzen ohne Ende in Oberhavel
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07:48 21.10.2014
Katzen ohne Ende im Tornower Tierheim. Quelle: MAZ
Tornow

„Es hört einfach nicht auf! Wir werden mit Katzen und Katzenbabys förmlich überschwemmt. Immer wieder werden trächtige Katzen gefunden, die bei uns dann ihre Jungen bekommen“, sagt Ellen Schütze, 1.Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel, der das Tierheim in Tornow betreibt. Regelmäßig werden dem Verein Katzen vor die Tür gesetzt. Die jüngste Katzenschwemme trat in Dannenwalde auf. 16 Tiere lebten auf einem Gelände und waren sich selbst überlassen. Sie waren voller Parasiten, hatten Katzenschnupfen und waren natürlich nicht kastriert.

Letzte Katzenschwemme in Dannenwalde

Der Verein appelliert nochmals an alle Besitzer von Freigängern: „Bitte lassen Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren! Das Tierleid steigt immer mehr. Die Jungen verenden meist jämmerlich, oftmals verhungern sie“, so Ellen Schütze. Sie hat von Leuten schon unglaubliche Dinge gehört, die gegen eine Kastration sprechen sollen. „Die Tiere werden weder dicker noch hören sie auf Mäuse zu fangen. Es gibt auch keinen vernünftigen beziehungsweise medizinischen Grund dafür, dass eine Katze wenigstens einmal werfen muss“, sagt die Tierschützerin. Erst vor ein paar Tagen kamen Besucher nach Tornow, die sich für eine Katze interessierten. Sie wollten aber unbedingt eine unkastrierte Katze. „Wir haben dies verweigert, denn die Besucher konnten uns nicht sagen, was später mit dem Nachwuchs passieren sollte“, berichtet die Vereinsvorsitzende.

Unglaubliche Ausreden gegen eine Kastration

Was für ein Elend durch dieses Verhalten produziert wird und wie viele von den so geborenen Tieren letztlich wieder im Tierheim landen oder auf der Straße hungern, ist diesen Tierbesitzern nicht bewusst oder wird sogar billigend in Kauf genommen. „Oft bekommen wir zu hören, dass das dann die Natur regelt. Dabei wird jedoch vergessen, dass es sich bei unseren hier lebenden Katzen nicht um Wildkatzen, sondern um domestizierte Hauskatzen handelt, die auf den Menschen angewiesen sind, um zu überleben“, erklärt Ellen Schütze.

Der Verein fordert daher nach wie vor den Erlass einer Katzenschutzverordnung nach dem Paderborner Modell, welche zuletzt auch Luckenwalde erlassen hat und auch der Landkreis Havelland einführen möchte. Mittlerweile gibt es diese Verordnung in rund 250 Kommunen. Danach sind alle privaten Besitzer von Freigängern verpflichtet, ihre Katzen zu kennzeichnen und zu kastrieren.

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